Donnerstag, 19. September 2019

Automatisierter Haushalt Roboter, putz für mich

Automatische Helfer: Roboter für den Haushalt
manager magazin online

Sie können Staub saugen, Rasen mähen und jetzt auch Fenster putzen. Roboter wie der nun auf den Markt kommende Winbot vom chinesischen Hersteller Ecovacs erobern den Haushalt. Die lästige Hausarbeit bleibt den Besitzern aber nicht völlig erspart.

Hamburg - Die Roboter kommen! Viel wird derzeit von einer neuen industriellen Revolution, von anderer Zusammenarbeit von Mensch und Maschine, fantasiert. Doch abseits der Arbeitsplätze sorgt die Automatisierung für eine ganz andere Art der Revolution: im Haushalt.

Laut den Marktforschern von der GfK Börsen-Chart zeigen stieg der Umsatz mit Robotern für den Hausgebrauch im vergangenen Jahr in Deutschland um 30 Prozent, bereits 300.000 Haushalte besitzen einen automatischen Helfer - meist zum Staubsaugen, zunehmend aber auch als Rasenmäher, Wischapparat oder ähnliches. Die Technik werde die Menschen "von täglichen Pflichten und Plackerei befreien", prophezeit der französische Unternehmer und "Robolution"-Vordenker Bruno Borrell.

Was liegt da näher als ein Fensterputz-Roboter? Einen solchen namens Winbot will die chinesische Firma Ecovacs, nach eigenen Angaben "einer der internationalen Pioniere und Innovationsführer der Haushaltsrobotik", noch im Juli auf den Markt bringen. Preis für Endkunden: 299 Euro, durchaus im Rahmen also, wenn Schrubben und Schlieren wirklich der Vergangenheit angehören.

Ähnliche Geräte gibt es zwar schon, aber der Winbot ist laut Gunda Niggemeyer von der Düsseldorfer Ecovacs-Vertriebsniederlassung der erste, der "wirklich putzt und auch die Richtung findet".

Zwei Lappen und ein Abzieher

Das habe ich ausprobiert. Die erste Überraschung: Das High-Tech-Gerät lässt sich ohne großen Aufwand auspacken und in Betrieb nehmen, fast könnte man von Plug and Play reden. Das Gerät im Format eines Plattenspielers braucht kaum Zubehör, auch die Bedienungsanleitung ist angenehm knapp.

Trotzdem überlese ich zunächst den entscheidenden Hinweis, dass der vordere von zwei Mikrofaserlappen, die an die Unterseite des Winbots zu kletten sind, durchaus mit Glasreiniger befeuchtet werden soll. So suche ich vergeblich nach einer Füllkammer oder ähnlichem und beschließe, den Winbot erst einmal trocken putzen zu lassen. Mehr als Staub entfernt der so natürlich nicht.

Vielleicht stimmt ja die positive Zukunftsvision, dass Roboter die Menschen unterstützen und nicht ersetzen. Dann müssen die Menschen aber hellere Köpfe haben.

Mit befeuchtetem Putztuch liefert der Winbot natürlich ein ganz anderes Putzerlebnis. Das Prinzip ist einfach: Vorn wischt das feuchte Tuch den Schmutz auf, dahinter folgt ein Abzieher aus Gummi, hinten beseitigt ein trockenes Tuch die Schlieren. Das funktioniert auch prima.

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