Mittwoch, 24. April 2019

Neues iPad Pro im Test Brillant, aber kein Laptop-Ersatz

Ersetzt keinen Laptop: Das neue iPad Pro im Technik-Test
Franziska Gabbert/dpa-tmn

2. Teil: Word-Dokumente oder PDF-Dokumente auf einem USB-Stick werden nicht erkannt

Die Displays stecken in einem komplett neu designten Gehäuse, das mit seinen Kanten ein wenig an das iPhone 5 erinnert. Bislang hatte Apple die Kanten stark abgerundet. Das neue iPad Pro liegt damit besser in der Hand. Und da die größere Version mit dem schmaleren Bildschirmrand nicht mehr so viel Fläche belegt wie das Vorgängermodell, kann man damit auch gemütlich auf der Couch oder im Bett Filme, Serien oder Videos anschauen. Verbessert wurde auch die Zwölf-Megapixel-Kamera, die aber immer noch nicht über einen Bildstabilisator verfügt und deshalb nicht ganz die Qualität der aktuellen iPhone-Modelle erreicht.

Mit den neuen Modellen verabschiedet sich Apple beim iPad Pro von der Lightning-Buchse und setzt stattdessen auf USB-C. Damit kann man nicht nur das iPad aufladen und mit einem Computer verbinden, sondern auch Monitore oder anderes Zubehör anschließen. Selbst ein Ethernet-Adapter für die Verbindung zu einem LAN-Netzwerk funktioniert. Nervig ist aber, dass Apple hier bestimmte Restriktionen vorgesehen hat. So werden Word-Dokumente oder PDF-Dokumente auf einem USB-Stick nicht erkannt, nur Fotos können auf das iPad auf diesem Weg importiert werden. Schade ist auch, dass die herkömmliche Audio-Klinkensteckerbuchse gestrichen wurde. Will man einen Kopfhörer anschließen, benötigt man einen Adapter.

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Große Fortschritte gibt es beim Zubehör. Beim ersten iPad Pro vor drei Jahren bot Apple eine externe Tastatur mit US-Layout an. Das Modell für das aktuelle iPad Pro (199 Euro beziehungsweise 219 Euro für das größere iPad) verfügt nicht nur über Umlaute und ß, sondern wurde auch stabiler designt. Im Mobileinsatz auf dem Schoß wackelt das iPad Pro mit der neuen Tastatur kaum noch. Da die Lightning-Buchse verschwunden ist, hat Apple auch den Stift zum Zeichnen und Markieren komplett neu gestaltet. Der neue Apple Pencil (135 Euro) ist an einer Seite leicht abgeflacht und findet - gehalten durch starke Magnete - am Gehäuserand seinen Ruheplatz. Dort wird er auch induktiv aufgeladen.

In der Praxis überzeugt dieses Konzept. Zum einen geht der Stift nicht mehr so schnell verloren. Außerdem ist er quasi immer voll aufgeladen. Der neue Pencil kann mit einem Doppeltippen im unteren Drittel auch zwischen zwei Funktionen umschalten, etwa von einem bestimmten Zeichentool zum Radiergummi und zurück. Die erste Pencil-Generation ist mit den neuen iPads nicht mehr kompatibel.

Mit dem Zeichenstift kann das neue iPad Pro für Kreative tatsächlich zu einem Profi-Werkzeug mutieren. Das hat auch die Demo der neuen Version von Adobe Photoshop gezeigt, die 2019 kommen wird. Andere Berufsgruppen werden sich dagegen nicht so einfach vom Personal Computer verabschieden. Dazu ist das Hin- und Herschalten zwischen verschiedenen Anwendungen auf dem iPad zu umständlich. Außerdem können die Markierungen mit dem Finger oder Pencil nicht immer die Arbeit mit der Maus ersetzen, wenn man beispielsweise lange Texte redigiert und ständig Textpassagen markiert und verschiebt.

Fazit: Die neuen iPad-Pro-Modelle sind die besten Tablet-Computer auf dem Markt, aber kein vollständiger Ersatz für ein Windows-Laptop oder MacBook.

Christoph Dernbach, dpa

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