Donnerstag, 23. Mai 2019

iWatch-Serie ohne Luxusvariante Apple begräbt Gold-Watch

Apples iWatch Serie 2: Mehr Sport statt Luxus
REUTERS

Während Apple-Fans über den fehlenden Kopfhöreranschluss des neuen iPhones diskutieren, ist eine Nachricht des jüngsten Apple-Events am vergangenen Mittwoch fast untergegangen. Die Apple Watch der "Serie 2" ist nicht mehr als Luxusvariante zu haben.

Hatte Apple-Chef Tim Cook einst eine Variante aus 18-karätigem Gold vorgestellt, die für 17.000 Dollar zu haben war, fehlt in der neuen Serie nun ein gleichwertiges Stück. Stattdessen gibt es eine Variante aus Keramik, die mit einem Startpreis von 1249 Euro deutlich günstiger ausfällt.

Apple sei im Luxussegment gescheitert, schreibt Bloomberg unter Bezug auf James Dowling, einer der Autoren des Buchs "The Best of Time: Rolex Wristwatches". Wurde die iWatch zunächst als modisches Accessoires positioniert, versucht Apple sie nun zunehmend als Fitnessgerät zu etablieren. Dafür spricht auch die Zusammenarbeit mit dem Sportartikelausrüster Nike.

Dennoch gibt sich Apple siegessicher. So behauptete Cook während der Präsentation, Apple sei hinter Rolex die meistverkaufteste Uhrenmarke nach Umsatz weltweit. Den Beweis blieb er allerdings schuldig, denn Zahlen zum Verkauf veröffentlichte er nicht.

Die Gold-Version fand offenbar dennoch kaum Anklang - auch wenn sie schon mal am Handgelenk von Sängerin Beyonce und Modeschöpfer Karl Lagerfeld entdeckt worden war. Der etablierten Schweizer Uhrenindustrie wie Rolex oder Patek Philippe konnte die Smartwatch keine Konkurrenz sein. Vielmehr setzte sie Marken wie Montblanc und LVMH TAG Heuer zu, die im preiswerteren Segment zu finden sind. Und so zielt Apple auch mit der Kooperation mit Hermes für neue hochwertige Lederarmbänder auf ein Preisniveau zwischen 689 und 1500 Euro.

Die Luxusuhrenindustrie kann sich also beruhigt zurücklehnen, wissend, dass sie mit ihrer Einschätzung Recht hatte, dass die iWatch ihnen nicht die Kundschaft abgräbt.

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