Samstag, 30. Mai 2020

Blu-ray-Spieler im Test Perfekte blaue Stunden

Blu-ray-Spieler: Womit die neuen Geräte punkten
REUTERS

Wer zu Hause 3D-Filme sehen möchte, braucht einen Blu-ray-Spieler. Aber wie gut sind die aktuellen Geräte? Die Stiftung Warentest hat 14 Geräte unter die Lupe genommen. Wer auch Filme und Musik aus dem Internet abspielen will, sollte genau hinschauen, welche Formate das Gerät abspielen kann.

Ende Oktober kommt der Film "Avatar" in 3D in den Handel. Auf Blu-ray. Wer die farbenprächtigen Landschaften, üppigen Urwälder und fantastischen Tiere zum Greifen echt erleben möchte, braucht einen 3D-fähigen Fernseher und einen Blu-ray-Spieler. Die Stiftung Warentest hat 14 Blu-ray-Spieler getestet. Sie kosten 74 bis 200 Euro. 11 sind 3D-fähig. Ergebnis: Alle liefern sehr gute Bilder und über HDMI einen sehr guten Ton.

Blu-ray steht für blauer Strahl. Gemeint ist der blaue Lichtstrahl des Lasers. Seine kurze Wellenlänge erlaubt eine hohe Datendichte auf der Scheibe. Blu-rays bieten Platz für HD-Bilder, 3D-Material und hochwertigen Ton. Neben dem blauen Laser haben Blu-ray-Spieler auch einen roten. Der ist langwelliger und spielt herkömmliche DVDs und CDs ab. Niemand muss also seine DVD-Sammlung entsorgen.

Doch gegenüber einer Blu-ray ist die DVD im Nachteil: Der rote Strahl schafft bei Filmen nur Datenmengen bis zu einer Auflösung von 720 mal 576 Pixel. Moderne Fernseher bieten jedoch 1920 mal 1080 Pixel. Die übrigen Bildpunkte füllt der Blu-ray-Spieler selbstständig mit Inhalten. Die meisten Geräte im Test machen das gut oder sehr gut. Nur beim Yamaha erscheinen bei DVD-Wiedergabe weniger Details und verschwommene Kanten.

"4K" ist nur ein Marketing-Gag

Philips BDP7700/12, Sony BDP-S490 und Sony BDP-S790 ermöglichen unbegrenztes Surfen im Internet. Sie bieten auch zahlreiche vorinstallierte Apps zu Diensten wie Picasa, Tagesschau und Onlinevideotheken. Starker Kontrast: Auf Panasonic DMP-BD77EG-S und Yamaha BD-S473 finden Zuschauer nur Apps zu Youtube. Für alle Blu-ray-Spieler gilt genauso wie für Smart-Fernseher: An die Geschmeidigkeit moderner Notebooks und Tablet-PCs reichen sie nicht heran. Internetseiten laden länger. Die Eingabe von Adressen über die Fernbedienung tötet Nerven.

Erste Alternative: Philips BDP7700/12 und Samsung BD-E6100 unterstützen Maus und Tastatur. Zweite Alternative für Besitzer eines Smartphones oder Tablet-PCs: Für die meisten Blu-ray-Spieler gibt es Fernbedienungs-Apps mit virtueller Tastatur. Diese Apps bieten manche Zusatzfunktion: Gelungen ist die Empfangen- und Senden-Funktion der Sony-App. Sie überträgt Webseiten vom Smartphone über den Blu-ray-Spieler zum Fernseher. Die Philips-App sendet Bilder und Videos vom Heimnetzwerk zum TV.

Blu-ray-Spieler bringen auch Videos und Musik aus dem Internet auf den Fernseher. Allerdings nur in ausgewählten Formaten. Von den Dateitypen im Test spielt der Panasonic DMP-BDT220EG gerade vier für Video und drei für Audio ab. Der Samsung BD-E5500 akzeptiert Audiodateien nur in MP3 und WMA. Grund des Geizes: Für viele Formate müssen Hersteller Lizenzgebühren zahlen. Philips gibt sich spendabel: Der BDP7700/12 spielt 23 Video- und 7 Audioformate.

Philips BDP7700/12 und Sony BDP-S790 werben mit 4K, der vierfachen HD-Auflösung. Tatsächlich rechnen sie nur HD-Material auf 4K hoch. Ein Marketing-Gag. Die gleiche Funktion werden 4K-Fernseher künftig bieten. Derzeit gibt es weder 4K-Fernseher noch in 4K gedrehte Filme.

© manager magazin 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung