Bildbearbeitung Die besten Programme

Nicht jedes Foto gelingt perfekt. Bei falscher Belichtung und roten Augen bessert man lieber nach. Bildbearbeitungspakete helfen und finden auch unter Tausenden Fotos die, auf denen beide Brautleute zu sehen sind. Die Stiftung Warentest untersuchte elf  kostenpflichtige und Gratisprogramme.
Da wird die Banane gerade gebogen: Digitale Bildbearbeitung macht es möglich

Da wird die Banane gerade gebogen: Digitale Bildbearbeitung macht es möglich

Foto: Peter Zschunke/ AP

Berlin - Wer Bildbearbeitung nicht als Hobby betreibt, ist dankbar, wenn die Software ihm möglichst viel abnimmt, die Bilder also automatisch optimiert. Im Test hier am besten: Photoshop Elements. Aber auch die automatische Optimierung von ACDSee, Corel Paint Shop Photo Pro, Magix Foto Premium und Zoner Photo Studio Pro sowie die der kostenlosen Programme Google Picasa und Zoner Photo Studio Free liefert gute Ergebnisse auf einen Klick. Anders das quelloffene Programm Gimp: Das Ergebnis der vollautomatischen Bildoptimierung erinnert hier zuweilen eher unfreiwillig an expressionistische Farbenspiele.

Wenn das Ergebnis der Auto-Optimierung nicht überzeugt oder komplexere Bildveränderungen anstehen, muss der Fotofreund die Bilder manuell bearbeiten. Das klappt am besten mit Photoshop Elements, Corel Paint Shop Photo Pro und Zoner Photo Studio Professional. Bei Google Picasa sind die Möglichkeiten zur manuellen Bildbearbeitung dagegen nur sehr rudimentär. Einzige Ausnahme: Picasa bietet die beste Funktion zum Entfernen roter Augen bei Blitzlichtaufnahmen.

Dafür kann das kostenlose Picasa bei der Bildarchivierung mit Kaufprogrammen durchaus mithalten. So bietet das Google-Programm zum Beispiel eine automatische Gesichtserkennung. Die haben sonst nur die Programme von Adobe  und Magix  - jeweils zum Preis von 89 Euro. Die meisten anderen ermöglichen immerhin, Bilder von Hand mit Stichwortetiketten zu versehen.

Adobe Photoshop Elements gewinnt im Test

Insgesamt bietet Testsieger Adobe Photoshop Elements die umfangreichsten Archivierungs- und Präsentationsmöglichkeiten. Beispiel: Nutzer können mit dem Adobe-Programm auch Fotoalben im drucktauglichen PDF-Format erstellen. Das geht sonst nur mit Corel Paint Shop und Zoner Photo Studio Professional. Die kostenlosen reinen Bildbearbeitungsprogramme Gimp und Paint.net bieten keinerlei Funktionen zur Archivierung und Präsentation.

Anspruchsvolle Sortier- und Bearbeitungsfunktionen stellen oft recht hohe Anforderungen an den Computer. Besonders die Programme von Adobe, Corel und Magix brauchen viel Speicher und relativ schnelle Prozessoren. Für betagtere PCs ist das ressourcensparendere ACDSee besser geeignet.

Wer kein Geld ausgeben will, findet die beste kostenlose Komplettlösung in der Gratis-Version von Zoner Photo Studio. Zweite Variante: Er kombiniert Google Picasa für die Archivierung und die schnelle Bildoptimierung mit Gimp für aufwendigere manuelle Eingriffe. Diese kostenlosen Lösungen erreichen zwar nicht die Qualität und Vielseitigkeit der besten Kaufpakete, für Gelegenheitsnutzer reichen sie in der Regel aber allemal aus.

Ratgeber: Sechs Tipps zur Bildbearbeitung

  • Kopien. Überschreiben Sie nie die Originaldatei! Speichern Sie stattdessen das bearbeitete Bild als neue Datei ab. Manche Programme tun das automatisch. Nutzen Sie sonst einfach die Funktion "Datei speichern als".
  • Bildausschnitt. Ziehen Sie erst den Horizont gerade, falls der Fotograf die Kamera beim Fotografieren schief gehalten hat. Dann den Bildausschnitt wählen, für Fotoabzüge eignen sich am besten die Standardseitenverhältnisse 3:2 oder 4:3.
  • Belichtung. Wenn das Ergebnis der automatischen Tonwertoptimierung Sie nicht überzeugt, können Sie die Tonwerte von Hand korrigieren: Bewegen Sie in der Histogramm-Ansicht die linke und rechte Markierung an das jeweilige Ende der Kurve. Regulieren Sie anschließend mit dem mittleren Regler die Helligkeit der Mitten nach.
  • Farben. Vorsicht bei manueller Farbkorrektur, die klappt nur an einem kalibrierten Monitor gut. Sonst kompensiert die Korrektur am Ende den Farbfehler des Monitors - und die Abzüge bekommen einen Farbstich. Nutzen Sie stattdessen Hilfsfunktionen zum Weißabgleich wie etwa das "Pipetten"-Werkzeug.
  • Rauschen. In dunkler Umgebung aufgenommene Fotos neigen zu Bildrauschen. Allerdings: Die Funktionen zur Rauschreduzierung führt zu einem Verlust an Schärfe. Wählen Sie deswegen in der 100-Prozent-Zoom-Ansicht die beste Balance zwischen Rauschen und Weichzeichnen. Übrigens: Auch durch ein Verkleinern der Bildgröße können Sie das Rauschen vermindern.
  • Schärfen. Zum Schluss kommt das Nachschärfen. Dosieren Sie diese Funktion vorsichtig. Sonst wirkt das Ergebnis schnell unnatürlich.

Tabelle: Die Testergebnisse im Überblick

Hinweis: Die kompletten Ergebnisse finden Sie als kostenpflichtigen Download unter "Bildbearbeitung - alle Ergebnisse der Stiftung Warentest" .

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