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Tablet-PCs: So funktionieren die neuen Asus-Geräte

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Neue Asus-Tablets So gut sind die iPad-Herausforderer

Vom digitalen Zeichenblock bis zum Puzzle-Netbook: Mit vier völlig unterschiedlichen Tablet-Modellen will der Hersteller Asus dem iPad von Apple Konkurrenz machen. Im Schnelltest zeigen die Neuzugänge der Eee-Serie, was sie können.

Las Vegas - Wenn Asus Tablets vorstellt, muss man genau hinschauen. Schließlich hat das Unternehmen mit seinem EeePC Computergeschichte geschrieben. Dieses Billig-Rechnerchen, das erste Netbook überhaupt, hat die Schwemme der billigen, kleinen Mobil-Computer ausgelöst, die heute weltweit so beliebt sind.

Nun also Tablets. Hier waren andere schneller als Asus, vor allem Apple hat es sich mit seinem iPad als Marktführer bequem gemacht. Doch Apples Vorsprung schrumpft und Asus nutzt mit seinen vier neuen Tablets eine Schwachstelle des iPads aus: es gibt nur eine Bauform der Apple-Flunder. Das iPad kann man zwar mit unterschiedlich viel Speicher, mit oder ohne UMTS-Modul kaufen - ansonsten aber muss man es lieben oder hassen, dazwischen gibt es nichts.

Asus bietet gleich vier völlig unterschiedliche Tablet-Bauformen - vom digitalen Zeichenblock bis zum Zwerg-Tablet. Wir haben die vier Asus-Flundern ausprobiert.

Eee Slate EP 121 - der digitale Zeichenblock

Das Eee Slate EP 121 ist das außergewöhnlichste der Asus-Tablets. Mit seinen 12,1 Zoll Bildschirmdiagonale (fast 31 Zentimeter) ist es für ein Tablet ungewöhnlich groß. Ungewöhnlich ist auch der Prozessor, ein Intel Core-i5-Modell, wie er sonst in Notebooks eingesetzt wird.

Eigentlich ein viel zu starker Motor für ein Tablet.

Den braucht das Eee Slate aber, weil der Haupteinsatzzweck nicht das Surfen im Web, sondern das Malen ist. Im Gehäuse steckt ein knallweißer digitaler Zeichenstift, wie man ihn sonst von Grafiktabletts kennt. Mit dem kann man auf dem Bildschirm zeichnen. Das funktioniert manchmal wunderbar, oft aber kommt das Slate trotz des schnellen Prozessors aus dem Tritt und die digitale Farbe folgt dem Pinsel nur mit einer kurzen Verzögerung.

Das kann auch daran liegen, dass das Slate, wie alle hier ausprobierten Tablets, noch ein Prototyp ist. Es ist längst noch nicht fertig, wie Asus-Sprecher betonen. Doch auch in diesem Stadium der Entwicklung wird schnell klar: Das Eee Slate ist ein Tablet für Spezialisten, für Grafiker und Hobbymaler.

Ein Tablet, das jedermann begeistern kann, ist es nicht. Dafür ist das Windows-Gerät viel zu schwer (1,1 Kilo) und viel zu dick.

Eee Pad Memo - das Zwergtablet

Mit nur 7,1 Zoll Bildschirm-Diagonale ist das EeePad Memo ausgesprochen tragbar. Es wiegt weniger als ein Pfund. Seine Android-Benutzeroberfläche reagiert flink und bringt unter anderem eine von Asus entwickelte App hervor, die das Gerät von ähnlichen Geräten, wie etwa Dells gerade vorgestellten Streak 7, unterscheiden soll.

Die App, eigentlich ein sogenanntes Widget, das immer auf dem Desktop liegen bleibt, führt diverse aktuelle Daten zusammen, bietet dem Anwender einen ähnlichen Überblick wie manche Handys. Neben dem aktuellen Wetterbericht und einer Vorhersage werden eingegangene Mails und anstehende Termine angezeigt. Vor allem aber bietet es Platz für einen personalisierten Nachrichtenkanal, was Asus in der App als MyZine bezeichnet.

Wie das am Ende wirklich aussehen wird, wenn das Gerät in wenigen Monaten auf den Markt kommt, bleibt abzuwarten. Das Herumspielen damit macht jedenfalls jetzt schon Spaß, wenngleich es für das EeePad Memo schwierig werden dürfte, sich gegen die vielen anderen Android-Tablets dieser Größenklasse durchzusetzen.

Eee Pad Slider

Dem Eee Pad Slider hätte man bei seiner Vorstellung noch eine rosige Zukunft zugesichert - schließlich war es da das einzige Tablet mit einer integrierten, praktisch hervorschiebbaren Tastatur. Doch das hat sich geändert, weil mittlerweile auch Samsung ein Slider-Tablet vorgestellt hat. Beim ersten Test wirkte der Prototyp des Asus Sliders mechanisch noch nicht perfektioniert, das Samsung-Gerät hingegen wirkte fast marktreif.

Tatsächlich erinnert der Asus-Slider sehr an Nokias Communicator-Smartphones, vor allem was die Tastatur angeht. Die ist nämlich deutlich kleiner als Standard-Tastaturen. Zwar kann man damit auf Anhieb Texte tippen, liegt aber dann doch öfter mal neben dem Buchstaben, den man eigentlich erwischen wollte. Eine gewisse Eingewöhnungzeit scheint da unumgänglich.

Dann aber dürfte das Slider-Modell einige Freunde finden, weil es auf unkomplizierte Weise die Vorteile eines Tablets mit denen eines Netbooks verbindet. Sein größter Nachteil dabei dürfte allerdings einer sein, den es mit Nokias Communicator-Smartphones teilt: Es trägt ganz schön auf. Tastatur und Schiebemechanik sowie das quasi doppelte Gehäuse (oben/unten) machen aus dem Slider einen fetten Brummer.

Eee Pad Transformer

Das Pummel-Problem bleibt dem Eee Pad Transformer dagegen erspart. Bei der vierten Tablet-Variante von Asus hat man es nämlich mit einem richtigen Tablet zu tun, mit allen Vorteilen, die das bietet: Es ist dünn und leicht und - wohl dank des Tegra-2-Chips - auch noch außerordentlich schnell. Zum Test angespielte Filme etwa gab es flüssig und ruckelfrei wieder, reagierte ebenso verzögerungslos auf jede Eingabe per Finger.

Faszinierend einfach ist es, daraus dann ein Netbook zu machen: einfach in die Dockingstation einstecken - fertig. Hier leistete sich der ausprobierte Prototyp allerdings immer wieder eine kleine Schwäche, weil die Verbindung zwischen Tablet und Tastatur-Dock öfter nachgab, sich die beiden Teile voneinander lösten. Bis zur Serienfertigung dürfte das aber behoben sein.

Unterm Strich gefällt das Eee Pad Transformer ohnehin am besten von den vier Asus-Tablets. Bei ihm ist der Kompromiss aus Tragbarkeit und Nutzen am besten gelöst. Wenn man es samt Tastaturdock trägt, fällt kaum auf, dass es kein richtiges Notebook ist, löst man den Bildschirm von der Tastatur, glänzt es mit all den Vorteilen, die ein Tablet bieten soll.

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