EeePC Was der Zwerg alles kann

Der Minilaptop von Asus sorgt derzeit auf dem deutschen Markt für Furore. Was kann der EeePC wirklich und für wen eignet er sich? Stiftung Warentest hat den Zwerg getestet.

Berlin - Nicht unbeteiligt am Hype um den EeePC dürfte neben seinem handlichen Ausmaß vor allem sein Zwergenpreis sein. Der Minilaptop mit dem nur sieben Zoll (17,8 Zentimeter) großen Display kostet 299 Euro. Zu groß sollten die Erwartungen an den nur 920 Gramm schweren Minilaptop allerdings nicht sein, so das Urteil der Stiftung Warentest. Der EeePC sei ein sehr abgespecktes und somit auch zwangsläufig recht eingeschränktes Notebook.

Wer etwa eine Festplatte sucht, wird keine finden. Die vier Gigabyte (GB) Speicherplatz, von denen bei Auslieferung nur noch 1,5 GB frei sind, sind als Flash-Speicherchip verbaut. Der Vorteil ist nach Ansicht der Experten, dass der EeePC kaum anfällig für Erschütterungen ist. Den Nachteil sehen sie darin, dass der Speicherplatz schnell knapp werden kann. Erweitern kann man ihn über einen Speicherkarten-Slot, der MMC-, SD- und SDHC-Karten mit bis zu 32 GB akzeptiert.

Bemängelt wird von den Experten auch, dass der Minilaptop kein optisches Laufwerk für CDs oder DVDs besitzt. Daten gelangen so nur über Speicherkarten, USB-Speichermedien oder das Internet auf den Rechner. Der Arbeitsspeicher sei mit 512 Megabyte zwar mager, reiche aber für Office- und Internettätigkeiten aus, so das Urteil der Experten. Wer mehr Arbeitsspeicher braucht, dem raten die Tester dazu, diesen mit einem Ein-Gigabyte-Speicherbaustein der DDRII-Ram-Bauweise aufzurüsten. Damit sei dann aber auch das Maximum erreicht.

Gewöhnungsbedürftiges Touchpad

Für den stationären Dauereinsatz wurde der EeePC augenscheinlich nicht konzipiert, finden die Tester. Die Tastatur sei zu klein für Textverarbeitung per Zehn-Finger-System, und auch das stockende Touchpad sei gewöhnungsbedürftig. Zudem sei das winzige Display nicht sehr hell und daher auf Dauer anstrengend für die Augen.

Für Vielreisende eigne sich der Minilaptop allerdings hervorragend. Und zwar nicht nur wegen der kompakten Bauweise und des geringen Gewichts: Durch den integrierten W-Lan-Adapter könnten Reisende überall das Internet unsicher machen, beispielsweise auch am Flughafen ihre E-Mails abrufen und versenden. Und der Kontakt zu Daheimgebliebenen müsse dank der eingebauten Kamera für Videotelefonie ebenfalls nicht abreißen.

Bemängelt wird allerdings, dass dem Gerät eine Bluetooth-Funktion fehlt, über die sich ein Mobiltelefon oder ein drahtloses Headset mit dem Rechner verbinden lässt. Das sei ärgerlich für Leute, die häufig Daten synchronisieren müssen oder ohne lästige Kabel videofonieren möchten. Die Akkulaufzeit sei mit drei Stunden in Ordnung, aber in Anbetracht der stromsparenden Ausstattung hätte es doch etwas mehr sein können, finden die Experten der Stiftung Warentest. Ihr Tipp: Wer nicht auf kabellose Datensynchronisation und Kommunikation verzichten möchte, soll sich einfach einen Bluetooth-USB-Stick kaufen. Das sei zwar etwas unpraktisch, aber dennoch eine vollwertige Lösung.

Orientierung ist ein Kinderspiel

Orientierung ist ein Kinderspiel

Vom installierten Betriebssystem glauben die Tester, dass es für viele Windows-Nutzer Neuland ist. Aus Platz- und Kostengründen haben sich die Entwickler für eine Linux-Variante entschieden. Der Anwender bekomme davon allerdings nicht viel mit, denn gleich nach dem sehr flotten Hochfahren des Geräts bekäme er eine leicht verständliche Oberfläche angezeigt.

Der Desktop sei in Themenbereiche wie Internet, Arbeit, Lernen und Spielen gegliedert und mit selbsterklärenden Icons ausgestattet. Die Orientierung sei ein Kinderspiel, so das Stiftung-Warentest-Urteil. Hinter den Symbolen versteckt sich eine Vielfalt an vorinstallierter Software: Das kostenlose Datenverarbeitungspaket OpenOffice ist ebenso dabei, wie der Internetbrowser Firefox, das E-Mail-Programm Thunderbird und die beliebte Videotelefoniesoftware Skype. Ein Virenscanner gehört neben Lern- und Spielprogrammen und einem Multimediamanager auch zur Grundausstattung.

Das sei auch gut so, denn die Installation eigener Programme sei für Menschen ohne Linux-Kenntnisse fast unmöglich, so die Experten. Sie weisen aber darauf hin, dass die Nutzer, denen die Softwareausstattung nicht ausreicht und die gerne Windows-Programme nutzen, sich das Betriebssystem Windows XP installieren können. Die EeePC-Bedienungsanleitung schildere die Installation auf 15 Seiten.

Das Fazit der Experten

Insgesamt kommen die Experten der Stiftung Warentest zu dem Fazit, dass der EeePC in erster Linie etwas für Technikfans ist, die sich dem Reiz neuartiger Produkte trotz kleinerer Einschränkungen nur schwer entziehen können - was bei dem kleinen Preis des Minilaptops verständlich sei. Ein echtes Notebook könne der EeePC allerdings nicht ersetzen, weil die Sparhardware und die Minitastatur viele Einsatzmöglichkeiten einfach nicht zulassen.

Die Tester finden deshalb, dass der kleine Laptop vor allem als Erstrechner für Kinder geeignet ist. Auch für Vielreisende eigne sich der EeePC gut. Wer bereit sei, Kompromisse bei Leistung, Hardwareausstattung und Handhabung einzugehen, finde im EeePC einen robusten, sehr kompakten und vor allem preiswerten Reisebegleiter. Gute Subnotebooks aus dem aktuellen Test würden fast das Vierfache kosten.

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