Apple Schlanker Zuwachs für iMac-Familie

Das Wort "Computer" hat Apple Anfang 2007 zwar aus seinem Firmennamen gestrichen. Trotzdem ist das Unternehmen im Kern noch immer PC-Hersteller. Damit das bei allem Rummel um iPods und iPhones nicht in Vergessenheit gerät, präsentierte Apple-Chef Steve Jobs in Kalifornien frisch aufpolierte iMacs.

Cupertino - Wie in der Branche bereits erwartet, kündigte Apple  drei neue und schlankere iMacs an. "Unsere iMacs sind wirklich erfolgreich, aber wir wollen sie besser machen", sagte Unternehmenschef Steve Jobs am Rande der iMac-Präsentation im kalifornischen Cupertino. "Der Personal Computer ist immer noch wichtig, wichtiger als vor fünf Jahren", betonte er. "Ohne Rechner kann man mit digitalen Fotos wenig anfangen, und mit Videos aus einer Digicam auch nicht." Das Netz werde den Computer nicht verdrängen. Denn selbst für die Verwendung populärer Online-Anwendungen wie Facebook benötige man einen Mac oder PC, betonte der Apple-CEO.

Um den Verkauf der PCs aus dem eigenen Hause braucht sich Jobs derzeit keine großen Sorgen zu machen: Die Popularität der Unterhaltungsprodukte iPod und iTunes hat in den vergangenen Monaten nämlich auch dazu beigetragen, den Absatz der Macintosh-Rechner von Apple anzutreiben. Während die PC-Branche in den vergangenen vier Quartalen im Vergleich zum Vorjahr jeweils um rund 11 Prozent zulegte, konnte Apple Wachstumsraten von 30 Prozent und mehr melden.

Dabei spielten in den vergangenen Monaten vor allem die Apple-Laptops (MacBook und MacBook Pro) eine tragende Rolle. Nun soll aber auch der Desktop-Rechner iMac wieder verstärkt zum Wachstum beitragen.

Ab rund 1200 Euro erhältlich

Michael Gartenberg, Analyst von JupiterResearch, sieht Apple mit den neuen flachen iMacs aus Aluminium und Glas für die kommende Saison ("Back-to-School" und Weihnachten 2007) gut gerüstet: "Nach dem Rummel um das iPhone und die iPods wird hier deutlich, dass Apple immer noch klasse Computer herstellt", sagte Gartenberg. Für viele Kunden werde bei der Kaufentscheidung aber nicht das Design oder die Hardware-Spezifikationen ausschlaggebend sein, sondern das problemlose Zusammenspiel von Computer und Software. Und hier habe Apple gerade beim Umgang mit Digitalfotos und Videos derzeit die Nase vorn.

Die iMacs sollen je nach Größe und Ausstattung rund 1199, 1499 und 1799 Euro (inklusive Mehrwertsteuer) kosten. Den großen iMac mit 24 Zoll Bildschirm bietet Apple damit nun um 200 Euro billiger an. An Software enthalten die neuen Rechner eine komplett runderneuerte "iLife '08"-Suite für die Bearbeitung und Verwaltung von Fotos, DVDs und Videos. Dabei wurden insbesondere die Programme "iPhoto" und "iMovie" erweitert. Zu dem Programmpaket gehört auch eine neue Version von "iWeb", mit dem man dynamischere Webseiten als bislang erstellen kann.

Kooperation mit Google

Kooperation mit Google

Bei "iLife" und dem Apple-Onlinedienst ".Mac" kooperiert Apple  mit Google . So können die Apple-Kunden ihre Videos von "iMovie" aus mit einem Klick bei Google-Videodienst YouTube einstellen oder bei "iWeb" das Google-Werbeprogramm "Adsense" oder Straßenkarten und Satellitenbilder des Suchmaschinengiganten in ihre Webseiten einbinden. Altbesitzer von Macintosh-Rechnern können "iLife" für 79 Euro kaufen.

Komplettiert um eine Tabellenkalkulation hat Apple sein Office- Paket "iWork", das bislang aus einer Textverarbeitung ("Pages") und einem Präsentationsprogramm ("Keynote") bestand. "Numbers vervollständigt unsere iWork-Suite, die so viel intuitiver und einfacher zu bedienen ist, als alles andere, was es am Markt gibt", sagte Jobs.

Gleichwohl wachsen die Bäume für Apple auf dem PC-Markt nicht in den Himmel, denn in den 90er Jahren war der Marktanteil der Macintosh-Rechner selbst in den USA auf unter 2 Prozent gesunken.

Inzwischen tragen in den USA wieder mehr als 5 Prozent aller neuen PCs ein Apfel-Symbol. "Wir haben uns vorgenommen, nur das zu produzieren, was wir mit gutem Gewissen auch unseren Freunden empfehlen können", sagte Jobs auf die Frage, ob es nicht möglich sei, mit einfacheren und billigeren Maschinen den Absatz der Macs drastisch nach oben zu fahren. "Und in diesem Segment sind wir mit unserem Anteil sehr zufrieden."

manager-magazin.de mit Material von dpa und dpa-afx

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