IFA Flache Röhren, großes Geschäft

Das Geschäft mit den großen Fernsehern brummt - vor allem, wenn sie die neue Technologie HDTV nutzen können. 2008 wollen auch die öffentlich-rechtlichen Sender mitmachen. So zumindest die Aussagen auf der Internationalen Funkausstellung.

Berlin - Die Internationale Funkausstellung (IFA) hat der Industrie in den ersten Tagen das erwartete gute Geschäft beschert. Die meisten Anbieter berichteten von einer hohen Nachfrage des Handels bei IFA. "Der Handel hat bisher mehr bestellt als zum IFA-Auftakt vor einem Jahr", sagte Loewe-Vorstandschef Rainer Hecker. Das gelte sowohl für das In- als auch das Ausland. Vor allem die großen Fernsehformate mit Bildschirmen von 40 und 46 Zoll seien gefragt.

Das gleiche Bild bei Sharp: Sehr beleibt seien Bildschirmgrößen von 42 Zoll. "Wir mussten bereits nachordern", sagte Sprecher Martin Beckmann. Die für das Europageschäft vorgesehene Ware reiche bei weitem nicht aus.

Philips prunkt mit einer neuen Bildschirmtechnologie. Die zeigt Filme dreidimensional, ohne dass der Zuschauer dazu eine spezielle Brille benötigt. Für diesen Effekt sorgt eine besondere Linse. Sie soll selbst bei herkömmlich gedrehten Filmen einen so genannten out-of-screen-Effekt bewirken, der einzelne Objekte aus der Mattscheibe treten lässt. In den USA sollen die ersten Geräte mit neuen Technologie bereits in großen Geschäften im Einsatz sein.

Besonders gefragt: Flache TV-Geräte für das hochauflösende Fernsehformat HDTV. Der japanische Elektronikkonzern Toshiba will den Trend nutzen und bis zum Jahresende weltweit 350.000 DVD-Spieler und -Rekorder verkaufen, die die neue Technik nutzen. Die Industrie erwartet nun von den Programmanbietern ein rasch wachsendes Angebot entsprechender Ausstrahlungen. Das ZDF nannte auf der IFA die Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking erstmals öffentlich als möglichen Einstiegstermin der öffentlich-rechtlichen Sender in die HDTV-Technik. Allerdings sei es zu früh, schon jetzt Aussagen zum Regelbetrieb zu machen, sagte ZDF-Produktionsdirektor Andreas Berecky.

Zumindest die Bezahlung der neuen Dienste wird schon diskutiert. ARD und ZDF lehnen eine Satellitengebühr für den Programmempfang ab, wie sie einige Free-TV-Sender planen. Laut Plänen von RTL und MTV sollen Haushalte mit Satellitenempfang ab 2007 für das digitale Angebot etwa 3,50 Euro pro Monat an den Satellitenbetreiber zahlen. Allerdings steht die Zustimmung der Kartellbehörden für das Vorhaben steht noch aus.

manager-magazin.de mit Materialien von dpa und reuters

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