Donnerstag, 27. Juni 2019

Radio Die Zukunft ist digital

Das digitale Radio ist überall: Im Internet, auf dem Handy oder per MP3-Player können Hörer die Sendungen empfangen. Auch spezielle Hightech-Radiogeräte werden immer beliebter. Auf der IFA will die Branche jetzt den Durchbruch schaffen.

Das Interesse an Digitalradiogeräten ist groß: "Gerade beim neuen Evoke-3 können wir uns über mangelnde Nachfrage nicht beklagen. Es ist so, als hätten die begeisterten Radiohörer lange auf ein solches Gerät gewartet", freut sich Ralf Reynolds von der Firma Pure über seinen augenblicklichen Liefer-Engpass für das mit 349 Euro alles andere als preiswerte Digitalradio.

Ein Alleskönner: Das Digitalradio Evoke-3 von Pure
Nachfrage für ein DAB-Digitalradio, und das in Deutschland? Das ist neu, galten DAB-Radios doch bislang als schwer verkäuflich.

Das große Kofferradio Evoke-3 sieht zwar aus wie Omas Küchenschrank, ist aber ein digitaler Alleskönner. So lässt sich die Radiowiedergabe per Knopfdruck anhalten - zum Beispiel, um einen Telefonanruf entgegen zu nehmen und danach einfach an der unterbrochenen Stelle weiterzuhören. Ebenso kann man DAB-Radiosendungen auf eine SD-Karte aufzeichnen. DAB sendet seine Audiodaten als MPEG-1 Layer 2 aus. Das ist der unmittelbare Vorläufer von MP3. So lassen sich derartige MP2-Aufnahmen auf einem MP3-Player abspielen. Umgekehrt kann eine SD-Karte mit MP3-Files über das Radio wiedergegeben werden.

Zum Jahresende 2006 wird man eine weitere Annehmlichkeit des Evoke-3 genießen können: DAB kann nämlich eine Elektronische Programmzeitung (EPG) abstrahlen. Die Programme vo Deutschlandradio Kultur lassen sich dann zum Beispiel bis zu sieben Tage im Voraus einsehen. Hat man anhand des Beschreibungstextes eine interessante Sendung gefunden, genügt ein einziger Knopfdruck, und sie wird später automatisch aufgezeichnet. Diese Funktion macht aus dem Radio plötzlich eine Art "Podcatcher".

Innovationen kündigten sich beim Fernsehen traditionell über Zusatzboxen an: ZDF-Empfänger, Kabelband-Tuner und Set-Top-Box. Wer DAB eine Chance auf Bewährung geben möchte, ohne allzu tief in die Tasche zu greifen, der kann sich eine Set-Top-Box für das Digitalradio zulegen. Das schicke Albrecht DR-500 sieht aus wie ein kleines Zusatzdisplay, beherbergt aber einen vollwertigen UKW-/DAB-Tuner in seinem Inneren. Zur reibungslosen Steuerung wird auf eine scheckkartengroße Fernbedienung zurückgegriffen. Auf der Rückseite steht ein gewöhnlicher Cinch-Ausgang zur Verbindung mit der Stereoanlage zur Verfügung. Der digitale Radiospaß kostet dabei gerade einmal 115 Euro.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung