Videotelefonie via Web Ruckelbilder sind passé

Bis vor kurzem waren Videokonferenzen das Nonplusultra der digitalen Kommunikation. Heute kann jeder via Webcam und Computer Blickkontakt mit Kollegen oder Freunden aufnehmen, viele Programme bieten die Möglichkeit, bewegte Bilder samt Ton um die ganze Welt zu schicken. Die Systeme variieren allerdings in Preis und Leistung.

Dortmund/Darmstadt - Viele Manager verschlägt es - zumindest für eine Weile - ins Ausland. Dann sind Familienmitglieder, Freunde oder Kollegen weit entfernt.

Wer sein Umfeld trotzdem nicht aus den Augen verlieren will, kann Video-Chat- oder Videokonferenz-Programme nutzen, um den Blickkontakt aufrechtzuerhalten. Zahlreiche Programme bieten die Möglichkeit, bewegte Bilder samt Ton über das Internet um die ganze Welt zu schicken. Eine Software für verschlüsselte Videogespräche soll im Frühjahr auf den Markt kommen.

Um einen Video-Chat am Computerbildschirm einzurichten, sind ein handelsüblicher Rechner, ein Internetzugang sowie eine Kamera nötig. Einfache Messenger-Kameras gibt es bereits ab 20 Euro, aber auch teure Videokameras können angeschlossen werden.

Ohne DSL gibt es Ruckelbilder

Wer mit den Programmen arbeiten will, muss sich bei dem jeweiligen Anbieter anmelden und erhält dann einen Zugang zu deren Treffpunkt-Servern. "Für ein flüssig wirkendes Videobild mit guter Tonübertragung benötigt man eine Bandbreite zwischen 128 und 256 Kilobit in der Sekunde", sagt Harald Gebhard, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Kommunikationstechnik der Uni Dortmund. Das entspricht einer ISDN-Kanalbündelung oder einem DSL-Anschluss.

Der USB-2.0-Anschluss und der CMOS-Sensor sollen für ruckelfreie Bilder sorgen: Creative WebCam Live Pro

Der USB-2.0-Anschluss und der CMOS-Sensor sollen für ruckelfreie Bilder sorgen: Creative WebCam Live Pro

CMOS-Sensor', Manueller Fokus, Videoerfassung bei bis zu 640 x 480 Pixeln, Standbilderfassung bei bis zu 640 x 480 Pixeln, bis zu 30 Bilder pro Sekunde: Logitech QuickCam Express

CMOS-Sensor', Manueller Fokus, Videoerfassung bei bis zu 640 x 480 Pixeln, Standbilderfassung bei bis zu 640 x 480 Pixeln, bis zu 30 Bilder pro Sekunde: Logitech QuickCam Express

Manueller Fokus, CCD-Sensor, Mikrofon, Standbildauflösung bis zu 1,3 Megapixel, Videoauflösung bis zu 640 x480 Pixel, bis zu 30 Bilder pro Sekunde: Logitech QuickCam Pro 4000

Manueller Fokus, CCD-Sensor, Mikrofon, Standbildauflösung bis zu 1,3 Megapixel, Videoauflösung bis zu 640 x480 Pixel, bis zu 30 Bilder pro Sekunde: Logitech QuickCam Pro 4000

CCD-Sensor, Videoauflösung bis zu 640 x 480 Pixel, Standbildauflösung bis zu 1280 x 960 Pixel, Bildfrequenz bis zu 30 Bilder pro Sekunde: Logitech Quick Cam Sphere

CCD-Sensor, Videoauflösung bis zu 640 x 480 Pixel, Standbildauflösung bis zu 1280 x 960 Pixel, Bildfrequenz bis zu 30 Bilder pro Sekunde: Logitech Quick Cam Sphere

Speziell für Notebooks, CMOS-Sensor, unterstützt Streaming-Video mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde: Creative Web Cam Notebook

Speziell für Notebooks, CMOS-Sensor, unterstützt Streaming-Video mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde: Creative Web Cam Notebook

CMOS-Sensor mit echter VGA-Auflösung, Videos mit bis zu 640 x 480 Pixeln, Standbilder mit bis zu 1024 x 768 Bildpunkten (interpoliert), das externe Mikrofon überträgt den Ton bei Videoaufnahmen oder Videokonferenzen: Creative NX Pro

CMOS-Sensor mit echter VGA-Auflösung, Videos mit bis zu 640 x 480 Pixeln, Standbilder mit bis zu 1024 x 768 Bildpunkten (interpoliert), das externe Mikrofon überträgt den Ton bei Videoaufnahmen oder Videokonferenzen: Creative NX Pro


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Eine Videoübertragung mittels Modem oder einfacher ISDN-Leitung ist ebenfalls möglich. Allerdings setzen die meisten Video-Chat-Programme die Bildübertragungsrate dann so weit herab, dass die Bewegungen auf dem Bildschirm abgehackt erscheinen - die Ruckelbilder können sehr anstrengend sein. "Ein ruhiges Bild verursacht eine geringere Datenmenge als ein bewegtes", erklärt Gebhard. Eine vor der Kamera sitzende Person wird also flüssiger übertragen als viele Menschen, die winken.

Welches Programm ist das richtige?

Welches Programm ist das richtige?

Ein wichtiger Faktor für die Qualität der Bild- und Tonübertragung ist die Wahl des Video-Chat-Programms. Der T-Online Messenger (TOM), den T-Online seinen Kunden zur Verfügung stellt, sowie der AOL Instant Messenger (AIM) für AOL-Nutzer arbeiten mit dem vergleichsweise betagten Programm Netmeeting von Microsoft .

Kostenlose Programme mit weiterentwickelter Bildqualität sind der MSN-Messenger von Microsoft und der Yahoo-Messenger. Trillian ist ein Messenger, der mit den meisten auf dem Markt befindlichen Chat-Programmen und Instant-Messengern zusammenarbeitet. Die Video-Chat-Funktion des Programms kann allerdings nur in der kostenpflichtigen Pro-Version zum Preis von 25 Dollar (rund 19 Euro) genutzt werden. Nutzer von Apple -Computern können das Programm iChat benutzen, das dem Betriebssystem Mac OS X beiliegt. Linux-Nutzern steht das Programm Gnome-Meeting zur Verfügung.

Die bunte Welt der Video-Chats hat aber auch eine Schattenseite: "Chatten ist allgemein sehr unsicher", sagt Michael Dickopf, Sprecher des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn. Ebenso leicht wie Textbotschaften können Hacker auch Videoübertragungen umleiten und anschauen.

Codierung ist noch nicht möglich

Botschaften, die nicht für fremde Augen bestimmt sind, sollten nur mit aktivierter Verschlüsselungsfunktion verschickt werden. Gängige Chat-Programme wie Microsoft Netmeeting oder Trillian sichern allerdings keine Audio- oder Videokommunikation, nur Text kann verschlüsselt werden.

Das Kodieren und Dekodieren ist außerdem lediglich zwischen Nutzern des gleichen Programms möglich. iChat-Benutzer können mit dem Programm Chat Barrier X3 von Intego ihre Textnachrichten absichern. Eine Möglichkeit, die Bildübertragung durch Datenverschlüsselung abzusichern, bietet keines der gängigen Video-Chat-Programme.

Videotelefonie im Web - Tastatur überflüssig

Videotelefonie im Web - Tastatur überflüssig

Im Frühjahr will das Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD) die Software Communitrust auf den Markt bringen. "Das Programm verschlüsselt den Datenstrom direkt auf dem PC des Benutzers", sagt Stefan Noll, Leiter der Abteilung für Kommunikation und Kooperation am IGD in Darmstadt. Die verschlüsselten Daten sind, sollten sie in fremde Hände gelangen, nicht lesbar.

Lediglich der vom Sender bestimmte Empfänger, dessen Identität ein Authentifizierungsserver überwacht, kann die Videoübertragung entschlüsseln und sehen. "Ab einer Prozessorleistung von 1,5 Gigahertz ist der Rechner in der Lage, flüssig zu kodieren und zu dekodieren", erläutert Noll. Das Programm mit einer Lizenz für zwei Personen soll rund 100 Euro kosten.

Auch Videokonferenzen mit bis zu fünf Teilnehmern sowie das Video-Broadcasting genannte Senden einer Videoübertragung auf mehrere Rechner gleichzeitig soll Communitrust bald ermöglichen.

Noch in der Entwicklung ist laut Noll die Anbindung der Software an die Internettelefonie per Session Initiation Protocol (SIP), bei der wie im Festnetz Telefonnummern angewählt werden. "Videokonferenzen können dann so einfach aufgebaut werden wie ein normales Telefonat."

Patrick Fauß, dpa

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