PC-Absatz Unerwartete Rekorde

Sie verkaufen sich nach wie vor - und sogar noch besser als gedacht. Der PC-Absatz erreicht Rekordhöhen, dennoch ist der Trend zum Notebook ungebrochen.

Framingham - Die weltweiten PC-Lieferungen werden nach Berechnungen der Marktforscher von IDC in diesem und im nächsten Jahr bisher unerwartete Rekordhöhen erreichen. Als Gründe nannten die Experten am Donnerstag die hohe Nachfrage der Verbraucher sowie einen aggressiven Preiskampf.

Ein hoher Absatz im dritten Jahresviertel und ein erwartetes Wachstum von 15,3 Prozent im vierten Quartal sollten die weltweiten PC-Auslieferungen im Gesamtjahr um 11,4 Prozent wachsen lassen - mehr als die ursprüngliche Annahme von 8,4 Prozent. Insgesamt würden also mehr als 152 Millionen Personal Computers (PC) ausgeliefert. Der Gesamtwert stagniere aber bei rund 175 Milliarden Dollar.

Auch für das nächste Jahr erhöhte IDC seine Zuwachsschätzung. Die Marktforscher rechnen nun bei den PC-Auslieferungen mit einem Plus von 11,4 Prozent statt ursprünglich 10,2 Prozent. Der Wert der Auslieferungen dürfte um 4 Prozent ansteigen.

Dramatischen Wechsel zu Notebooks

"Die Nachfrage ist im dritten Quartal gestiegen", sagte IDC-Experte Loren Loverde. "Auch das verbesserte Wirtschaftsumfeld wirkt sich positiv aus. Daher erwarten wir im laufenden vierten Quartal ein deutliches Wachstum." Vor allem Verbraucher dürften Wachstumstreiber sein. Die Nachfrage von Geschäftskunden müsse zwar wohl 2004 deutlich anziehen, aber das Gesamtplus weise auf eine Erholung des Markts hin.

IDC-Experte Roger Kay verwies darauf, dass es einen "dramatischen Wechsel" von Desktop-Computern zu Notebooks gebe. "Wir gehen davon aus, dass dieser Trend noch ein paar Jahre anhält. Aber die Wechselrate hat derzeit wohl ihren Höhepunkt erreicht."

Verbraucher treiben den Markt an

In den USA bleiben die Verbraucher IDC wohl noch bis in die erste Hälfte 2004 zufolge die stärksten Wachstumstreiber des PC-Markts. "Die öffentlichen Ausgaben bleiben stark; sie stiegen auch außerhalb des Rüstungsbereichs. Auch die Ausgaben von Geschäftskunden steigen stetig. Mit einem anhaltenden wirtschaftlichen Fortschritt könnten die USA die Markterholung 2004 anführen", hieß es.

Auch in Westeuropa spielen Verbraucher im PC-Bereich eine Schlüsselrolle, wie die IDC-Marktforscher meldeten. Der öffentliche Sektor habe aber den Verbraucherbereich in den vorigen Quartalen fast eingeholt. "In beiden Bereichen stehen tragbare Geräte hoch in der Gunst, aber auch die Desktop-Nachfrage verbessert sich." Im nächsten Jahr dürfte aber der starke Euro das Wachstum schmälern.

In Japan war der PC-Markt IDC zufolge "ziemlich stark". Zugute kamen der Branche die frühen Ferien und die damit einhergehenden Computer-Käufe. Im vierten Quartal dürfte das Wachstum auf einen einstelligen Prozentsatz sinken. 2004 werde es dann aber zweistellig ausfallen.

Auch für die asiatisch-pazifische Region zeigte sich IDC optimistisch. Die Folgen der Lungenkrankheit Sars dürften sich kaum auswirken. Aber die PC-Nachfrage habe sich in diesem Teil der Erde nicht so schnell erholt wie in anderen Regionen. Tragbare Computer seien noch nicht so verbreitet. Zudem müssten Kunden noch auf die verbesserte Wirtschaftslage reagieren. "Trotzdem wird die asiatisch-pazifische Region prozentual zweistellig wachsen."

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