Entspannter fliegen: Günstige Business- und First-Class-Flüge bucht man am besten mit Meilen
Entspannter fliegen: Günstige Business- und First-Class-Flüge bucht man am besten mit Meilen
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Reiseboom nach Corona Wie man in Corona-Zeiten am besten seine Flüge bucht

Die meisten Urlauber und Geschäftsreisenden denken bei Flugbuchungen an skyscanner, kayak, momondo sowie die Webseiten der Airlines. Doch günstige, voll flexible Flugbuchungen, die ideal in Corona-Zeiten sind, erreicht man mit einer anderen Strategie.
Ein Gastbeitrag von Alexander Koenig

Neben optimierten Hotelbuchungen spielen geschickte Flugbuchungen eine mindestens genauso große Rolle. Denn die Flugpreise steigen wieder – und auf manchen Strecken sogar rasant. Während man gerade in Business und First Class während der Pandemie teilweise unglaublich günstige Flugangebote finden konnte (z. B. für 600 Euro nach Südamerika, für 1.000 Euro nach Hawaii, Lufthansa First Class ab 1.500 Euro), sieht es mittlerweile auf beliebten Flugstrecken deutlich schlechter aus. Dabei bleiben Reisen in Business und First Class im Trend, da man nur dort Abstand zu anderen Reisenden halten kann (die zehn sichersten Flugprodukte im Hinblick auf Social Distancing zeigt der folgende Überblick ).

Das Problem ist nur: Wer Flüge generell günstig bucht, kann diese in der Regel nicht mehr kostenfrei stornieren. Und auch wenn Umbuchungen als kostenlos deklariert werden, so fallen in der Regel noch Tarifdifferenzen an, so dass man unter dem Strich gerade in Corona-Zeiten ein unnötiges Risiko eingeht.

Günstiges und flexibles Buchen

Doch es gibt einen Weg, wie man beides haben kann: Günstige Business bzw. First Class Flüge und die Möglichkeit, Tickets meist kostenfrei bzw. sehr günstig umzubuchen bzw. zu stornieren. Man bucht sie mit Meilen. Die Deutschen zählen vom Typus her zu den Jägern und Sammlern, d.h. sie jagen gerne nach den günstigsten Preisen und sammeln gerne Meilen und Punkte in Bonusprogrammen. Daher haben die meisten auch schon Miles & More Prämienmeilen oder Payback-Punkte, die sich 1:1 in Lufthansa Prämienmeilen umwandeln lassen. Doch es müssen nicht immer Lufthansa Meilen sein. Auch Meilen anderer Vielfliegerprogramme wie z. B. Emirates Skywards, Singapore Airlines Krisflyer, Air Canada Aeroplan, Cathay Pacific Asia Miles u.v.m. sind beim Thema "Meilen günstig erwerben und möglichst gewinnbringend einlösen" höchst spannend.

Alexander Koenig

Alexander Koenig ist Gründer von First Class & More (www.first-class-and-more.de ), dem größten deutsch-sprachigen Beratungsportal für günstige Business und First Class Flüge sowie die optimale Nutzung von Vielflieger- und Hotelprogrammen. Zuvor war er viele Jahre als Unternehmensberater bei McKinsey und BCG tätig. In seiner Kolumne "Koenigs Klasse" greift er regelmäßig Themen auf, die für Vielflieger und -reisende interessant sind.

Besonderheiten von Meilentickets

Meilentickets weisen eine Reihe von Besonderheiten auf.

· Weniger Preisschwankungen: Bei Miles & More gibt es pro Strecke nur einen Meilenwert für Prämientickets, z. B. 70.000 Prämienmeilen für Lufthansa Business Class nach Dubai Return. Bei Bezahltickets variieren die Preise sehr stark je nach Saison, Tag und Auslastung.

· Günstig umbuchen/stornieren: Meilentickets sind oft kostenlos bzw. sehr günstig umbuchbar (ohne Tarifdifferenz) und auch stornierbar. So zahlt man bei Lufthansa Miles & More für Umbuchungen und Stornierungen nur jeweils 50 Euro pro Ticket. Günstige reguläre Tickets lassen sich in der Regel nicht stornieren.

· One-way Flüge zum halben Preis: Meilen kann man auch perfekt für one-way Flüge nutzen. Wer regulär eine einfache Strecke bucht, zahlt nicht selten ähnlich viel wie für einen Return Flug. Bei Meilentickets hingegen kostet die einfache Strecke meistens nur die Hälfte eines Return Fluges.

Preisliche Sicherheit kombiniert mit einfachem Umbuchen und Stornieren machen Meilen zur idealen Währung in der aktuellen Corona-Krise. Doch jetzt stellen sich zwei Fragen: Wie bekomme ich Meilen und wie setze ich diese am besten ein?

Drei Wege für den Meilenerwerb

Für den Meilenerwerb bieten sich primär drei Wege an:

· Meilenkreditkarten: Neben den Miles & More Kreditkarten  gibt es auch verschiedene von American Express . Der Vorteil der AMEX-Karten ist die höhere Flexibilität. Man sammelt dort nämlich sogenannte Membership Rewards Punkte, die sich in Meilenprogramme unterschiedlichster Airlines (z. B. Emirates, Air France, British Airways etc.) umwandeln lassen. Dabei gilt in der Regel: 1 Euro = 1 Membership Rewards Punkt = 0,8 Meilen. Für die Beantragung der Kreditkarte sollte man auf eine besondere Willkommensbonus-Aktion warten, dann gibt es bis zu 75.000 Membership Rewards Punkte oder bis zu 30.000 Miles & More Meilen geschenkt.

· Abos, Verträge & Co.: Miles & More Prämienmeilen werden auch für Zeitungs- oder Zeitschriftenabos, für Mobilfunkverträge, für Beratungsangebote und andere Einkäufe vergeben. Alle Angebote finden Sie jeden Monat auf der Miles & More Seite .

· Meilenkauf bei Airlines: Gerade in der Corona-Krise sind Meilenverkäufe bei Airlines in Mode gekommen. Ob Emirates, British Airways, Aeroplan, Qatar Airways oder American Airlines – sie alle verkaufen Meilen mit teilweise erstaunlich hohen Boni, die es in der Form post-Corona nicht mehr geben sollte. Man muss nur entsprechende Aktionen abwarten.

Wann sich der Meilenerwerb lohnt

Ob sich ein Erwerb/Kauf von Meilen lohnt, zeigt der Preis je 1.000 Meilen. Alles was 15 Euro oder weniger je 1.000 Meilen kostet, ist potenziell attraktiv, unter 10 Euro sehr attraktiv. Wenn z. B. ein Zeitungsabo für 3 Monate 100 Euro kostet und 10.000 Meilen bringt, liegen die Kosten für 1.000 Meilen bei 10 Euro, was sehr attraktiv wäre. Bei Kreditkartenumsätzen kommen die Meilen praktisch zum Nulltarif.

Jetzt ist die Frage, wofür man die Meilen einsetzen sollte. Analog zum Meilenerwerb gibt es auch hier eine Kennzahl, die einem weiterhilft, nämlich der Gegenwert je 1.000 eingesetzte Meilen. Der sollte möglichst hoch sein und natürlich höher als der Preis, den man bezahlt hat.

Economy Class Prämienflüge lohnen sich nicht

In der Regel ist es beim Meileneinsatz so, dass sich Economy Class Prämienflüge nicht lohnen. Das liegt daran, dass man bei Meilentickets in der Regel auch noch relativ hohe Steuern und Gebühren (bei Interkontinentalflügen meist 400 bis 600 Euro) zusätzlich zu den Meilen zahlen muss. Doch diese sind oft fast so hoch wie der Kauf eines Economy Class Tickets. So gesehen sollte man sich auf Business und First Class Flüge fokussieren, die in Corona Zeiten aufgrund mehr Abstand zu anderen Reisenden sowieso attraktiver sind. Typischerweise liegt der Gegenwert von 1.000 eingelösten Meilen in Business Class oft bei 20 Euro oder mehr.

Vier Beispiele für optimierte Meileneinlösung

Dabei ist es wichtig, dass man sich auf sogenannte Sweetspots der Meileneinlösung fokussiert. Dies sind die Einlösungen mit dem höchsten Gegenwert. Hier ein paar Beispiele:

· Meilenschnäppchen: Jeden Monat gibt es bei Miles & More neue sogenannte Meilenschnäppchen . Dort zahlt man für Business Class Flüge in etwa die Hälfte des regulären Preises. So geht es für 40.000 Meilen in den Mittleren Osten (z. B. Dubai), für 55.000 Meilen in die USA oder nach Kanada und für 70.000 Meilen z. B. nach Asien. Aktuell ist das Angebot noch etwas eingeschränkt, doch das sollte sich schnell ändern. Ein Dubai Business Class Flug kostet regulär um die 2.000 Euro. Wenn man die Meilen für 15 Euro je 1.000 Meilen erworben hat und noch 450 Euro an Steuern hinzurechnet, liegt der Meilenpreis bei 1.050 Euro, also etwa der Hälfte. Doch in der Realität kann man Meilen meist viel günstiger generieren. Einziger Nachteil: Meilenschnäppchen sind in der Regel nicht umbuchbar, wobei dies in Corona Zeiten aktuell aufgehoben ist.

· Safari in Afrika: Die Sommer-Monate sind besonders gut für Safaris in Afrika. So sieht man beispielsweise die Big Migration in der Masai Mara in Kenia. Reguläre Business Class Flüge kosten zwischen 2.000 und 3.000 Euro dorthin. Alternativ setzt man 90.000 Meilen ein. Wenn man diese für im Schnitt 10 Euro je 1.000 Meilen erworben hat und 450 Euro Steuern hinzurechnet liegt man bei 1.350 Euro, was wieder in etwa 50% günstiger ist. Aber Sie buchen ein vollkommen flexibles Ticket. Kinder bis 11 Jahre zahlen bei Miles & More übrigens nur 75% des regulären Meilenpreises.

· USA Westküste: Auch die USA Westküste mit Los Angeles oder San Francisco ist immer höchst beliebt. Die regulären Preise in Lufthansa Business Class ab Frankfurt liegen in der Regel bei 3.000 bis 4.000 Euro. Alternativ zahlen Sie 112.000 Meilen. Bei Meilenkosten von 10 Euro je 1.000 Meilen und 550 Euro Steuern liegen Sie bei 1.670 Euro. Erneut sparen Sie etwa 50%.

· Weltbeste Business Class: Sie wollten schon immer einmal mit der laut Skytrax weltbesten Business Class  von Qatar Airways fliegen? Mit Cathay Pacific Asia Miles reichen 60.000 Asia Miles für einen Flug von Berlin, München oder Wien nach Doha Return. Die Meilen können Sie leicht durch einen American Express Punktetransfer generieren. Der reguläre Preis liegt bei etwa 2.400 Euro.

Fazit

Die Liste lohnenswerter Meileneinsatzmöglichkeiten ließe sich beliebig weiter fortsetzen. Ich selbst fliege seit 20 Jahren fast immer nur mit Meilentickets Business oder First Class. Und gerade in Corona-Zeiten weiß ich die hohe Flexibilität von Meilentickets zu schätzen.

Alexander Koenig ist Gründer von First Class & More, dem größten deutsch-sprachigen Beratungsportal für günstige Business und First Class Flüge sowie die optimale Nutzung von Vielflieger- und Hotelprogrammen. Zuvor war er viele Jahre als Unternehmensberater bei McKinsey und BCG tätig. In seiner Kolumne "Koenigs Klasse" greift er regelmäßig Themen auf, die für Vielflieger und -reisende interessant sind.

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