Wellness Mit allen Sinnen in den Winter

Sauna, Licht und Vitamine - Winter-Wellness schützt den Körper und die Seele. Während in den Sommermonaten Licht und Wärme das Immunsystem stabilisieren, ist im Winter mit Sport, Sauna, bewußter Ernährung und qualitativen Anwendungen aktive Vorsorge gefragt.

Düsseldorf - Wellness im Frühling und Sommer ist einfach: Sonnenschein und warme Temperaturen locken zum Laufen, Schwimmen oder Radfahren. Wenn aber die Tage kürzer werden und der Regen fällt, sinkt meist auch die Lust auf Bewegung im Freien. Doch gerade im Herbst ist die Stärkung des Immunsystems durch eine gesunde Lebensführung besonders wichtig, damit Schnupfen und Co. keine Chance haben.

Längst nicht alles, was heutzutage unter dem Label Wellness verkauft wird, entspricht dem, was US-Ärzte in den fünfziger Jahren dem Begriff zugeschrieben haben - eine Lebensweise, die sich an Gesundheit orientiert, aber gleichzeitig Spaß macht.

"Wellness als ganzheitliches Wohlbefinden ist ein Lebensstil und muss nicht teuer sein. Das kann man auch zu Hause machen - vorausgesetzt, der Alltag lässt dafür die notwendigen Freiräume", sagt Diplom-Psychologe Lutz Hertel, Vorsitzender des Deutschen Wellness Verbandes in Düsseldorf.

"Manches ist eher Wellnepp als Wellness"

Algenschaumbad, Klangmassage, Lomi-Lomi oder Zupfmassage - verwirrend vielfältig sind die Angebote unter dem Wellness-Etikett."Manches ist eher Wellnepp statt Wellness", kritisiert Lutz Hertel. Nicht die Exklusivität der Anwendungen, sondern die Qualität und die Dosis seien für das dauerhafte Wohlbefinden entscheidend. Luxuriöse Wellness-Anwendungen sind zwar Streicheleinheiten fürs Gemüt, doch: Gesundheit lässt sich nicht passiv erreichen oder erhalten. "Wer dauerhaft gesund sein möchte, muss ständig daran arbeiten."

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Feucht-fröhlich: Exotische Drinks im Pool geniessen

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Wellness-Hotels
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Dazu gehört neben der dosierten körperlichen Ausdauerbewegung eine gesunde, ausgewogene Ernährung: Vitamin- und ballaststoffreich sollte sie sein, mit wenig tierischen Fetten. Stattdessen empfiehlt Lutz Hertel Obst, Gemüse und Milchprodukte mit lebenden Jogurtkulturen, um den Darm - laut Hertel der wichtigste Körperteil in der Immunabwehr - fit zu halten.

Wohlfühlparadiese in Luxushotels

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"Sicher haben luxuriöse Anwendungen in Wellnesshotels auch ihre Berechtigung", meint Hertel. Sie erzeugten positive Gefühle und seien damit gut für die Psyche. Wer einen entsprechenden Aufenthalt buchen will, sollte darauf achten, dass neben gesunder Küche auch fachlich qualifiziertes Personal vorhanden ist - und ebenso ein vielfältiges Sport- und Entspannungsangebot, empfiehlt Michael Altewischer, Geschäftsführer des Verbandes der Wellness-Hotels Deutschland.

"Schon im telefonischen Vorgespräch kann der Gast gemeinsam mit dem Wellnessberater das individuell passende Programm finden", so Altewischer. "Wer Ruhe sucht, sollte am Wochenanfang fahren, wenn die Hotels nicht so stark ausgelastet sind". Weniger sei auch bei Wellness oft mehr: "Wir empfehlen unseren Gästen, sich Zeit zu nehmen und ihr Programm nicht zu voll zu packen".

Laut Dietmar Krause vom Deutschen Grünen Kreuz in Marburg ist es wichtig, das Gelernte über den Hotelaufenthalt hinaus in den Alltag zu integrieren. Nur dann sei der nachhaltig gesundheitsfördernde Charakter von Wellnessangeboten gegeben. Ob Wandern, Walking, Schwimmen oder Ausdauertraining - Krause plädiert für wohldosierten Ausdauersport in frischer Luft. "Optimal ist drei Mal wöchentlich jeweils eine halbe Stunde. Das bringt den Kreislauf in Gang, stärkt die Abwehrkräfte und macht gute Laune."

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Wellness genießen
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Der Sportpädagoge empfiehlt, jeden Sonnenstrahl zu nutzen, um ausreichend Licht zu tanken und damit den Vitamin-D-Speicher für den Winter aufzufüllen. Das stärkt nicht nur die Immunabwehr, sondern ist auch für die Kalzium-Einlagerung in den Knochen lebenswichtig. "Eine Vitamin-D-reiche Ernährung zum Beispiel mit Seefisch, Margarine und Pilzen ist dazu eine gesunde Ergänzung", so Krause.

Sonne sorgt für gute Laune

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Doch auch wenn die Sonne sich hinter dicken Wolken versteckt, reicht nach Ansicht von Lutz Hertel täglich ein halbstündiger Spaziergang aus, um eine für Körper und Psyche ausreichende Menge an Licht aufzunehmen und einer "Winterdepression" vorzubeugen: "Das kurbelt das "Gute-Laune-Hormon" Serotonin an und aktiviert das Hormon Melatonin, das für einen ausgeglichenen Schlaf-Wach-Rhythmus sorgt."

Nicht jedermanns Sache, aber bestes Training für die Immunabwehr sind regelmäßige Saunagänge. Sie härten ab und stärken das Immunsystem ebenso wie Wechselduschen. Besonders zu empfehlen sei das für diejenigen, denen kalte Hände und Füße zu schaffen machen.

Vor Saunagängen bei bereits vorhandenen Infekten warnt Sportpädagoge Dietmar Krause: "Die ohnehin geschwächten Abwehrkräfte werden dadurch umso mehr belastet." Ebenso rät Krause Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie mit Venenschwäche, vor dem Saunabesuch den Arzt zu konsultieren.

Gegen den "Winter-Blues" hat Lutz Hertel noch ein weiteres Rezept parat: "Sich aktiv um positive Gefühle zu kümmern und der Schwermut nicht zu viel Raum zu geben." Schließlich schwächten auch lang anhaltende negative Gefühle das Immunsystem.

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