Gesellschaft für deutsche Sprache "Zeitenwende" ist das Wort des Jahres 2022

Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat den Begriff "Zeitenwende" zum Wort des Jahres 2022 gekürt. Auf Platz zwei und drei folgten "Krieg um Frieden" und "Gaspreisbremse".
Schild der "Gesellschaft für deutsche Sprache"

Schild der "Gesellschaft für deutsche Sprache"

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Susann Prautsch / dpa

"Zeitenwende" ist das Wort des Jahres 2022. Das gab die Gesellschaft für deutsche Sprache am Freitag in Wiesbaden bekannt . "Zeitenwende" steht im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine  und wurde unter anderem von Bundeskanzler Olaf Scholz  (SPD ) aufgegriffen und geprägt. "Der russische Überfall auf die Ukraine markiert eine Zeitenwende. Er bedroht unsere gesamte Nachkriegsordnung", hatte er Ende Februar gesagt.

Bei der Aktion werden regelmäßig Begriffe ausgewählt, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben in Deutschland  nach Ansicht der Jury in einem Jahr sprachlich besonders bestimmt haben. Diesmal gingen mehr als 2000 Einsendungen ein.

2021 war "Wellenbrecher" das Wort des Jahres. Das aus dem Küstenschutz und Schiffbau bekannte Wort wurde als Sammelbegriff für alle Schutzmaßnahmen benutzt, um die vierte Coronawelle zu brechen.

Auszeichnung nach Popularität

Für einen Platz auf der Liste der Wörter des Jahres ist nach Angaben der Gesellschaft für deutsche Sprache nicht die Häufigkeit entscheidend, sondern die Bedeutsamkeit und Popularität. Die ausgewählten Wörter und Wendungen seien mit keinerlei Wertung oder Empfehlung verbunden, erläuterten die Sprachwissenschaftler. Erstmals war das Wort des Jahres 1971 gekürt worden ("aufmüpfig"), seit 1977 wird es jedes Jahr gewählt.

Die Gesellschaft für deutsche Sprache ist eine politisch unabhängige Vereinigung zur Pflege und Erforschung der deutschen Sprache mit Sitz in Wiesbaden und wird von Bundesregierung und Kultusministerkonferenz gefördert. Der 1947 gegründete, gemeinnützige Verein bietet unter anderem auch Sprachberatung bei Fragen rund um Grammatik, Rechtschreibung und Zeichensetzung an.

isb/AFP/dpa

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