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Thomas Imbusch testet neue Küchengeräte Spitzenkoch befindet: Gut gedacht, schlecht gemacht

Zwei Küchenhelfer findet man in fast jeder Küche: Einen Teigschaber und einen Schneebesen. Warum nicht beide kombinieren, fand die Firma Joseph Joseph: Der "Whiskle" (12,99) hat an einem seiner Metallbögen eine Silikonlippe, mit der man das Rührgut gleich aus der Schüssel schaben kann.

Spitzenkoch Thomas Imbusch, der für manager-magazin.de neue Küchengeräte testet (hier geht es zur vorigen Folge), findet das Gerät zunächst überzeugend: "Das Material ist sehr schön". Imbusch beginnt mit einer klassischen Aufgabe für den Schneebesen: Sahne schlagen. Hier erweist sich dann: Wenn man zwei Produkte fusioniert, kann es sein, dass das Endprodukt in Summe schlechter ist als die beiden Einzelteile für sich genommen. Denn: "Wenn man eine klassische Acht schlägt, um das Maximum an Luft in die Sahne zu bekommen, sorgt die Gummilippe dafür, dass man danebenhaut", bemängelt Imbusch: "Das macht viele Flecken."

Beim Schüsselschaben zeigt sich ein noch gravierenderer Konstruktionsfehler: Weil die Gummilippe auf einem der flexiblen Drähte angebracht ist, weicht sie, wenn man Druck ausübt, nach innen aus - dann aber kommen die anderen Drähte mit der Schüssel in Berührung und halten die Lippe quasi auf Abstand, so dass Reste in der Schüssel bleiben. "Nicht zu Ende gedacht", befindet Imbusch daher, "die Idee ist top, aber der wurde wohl nicht ausreichend getestet." Sein Fazit: "Selbst für den Privatgebrauch nur semigut."

Auf den folgenden Seiten finden Sie die vorigen Folgen der Serie:

"Auf Profi-Niveau": Thomas Imbusch testet Sous-Vide-Garer Lono

In seiner eigenen Küche setzt Spitzenkoch Thomas Imbusch auf maximale Einfachheit auf hohem Niveau: 100/200 heißt sein Restaurant, weil Wasser bei 100 Grad kocht und 200 Grad eine optimale Ofentemperatur ist. Bei niedriger Temperatur im Wasserbad garen muss also nicht sein, trotzdem testet Imbusch gerne den neuen Sous-Vide-Garer Lono von WMF (ca. 219 Euro).

"Sieht ordentlich aus, aber fasst sich ein bisschen usselig an", ist Imbuschs erster Eindruck von dem Gerät. Er schneidet ein drei Zentimeter dickes Steak ab- das soll jetzt im Vakuumbeutel bei 58 Grad im 1500 Watt starken Sous-Vide-Garer auf optimale Temperatur kommen und danach auf dem Herd noch leicht angebraten werden, damit es noch eine krosse Kruste bekommt.

Mit der Anleitung hält Imbusch sich gar nicht erst auf: Gute Küchengeräte müssen selbsterklärend sein. Mit dem Drehknauf ist die Temperatur schnell eingestellt, die Bedienung ist tatsächlich intuitiv. Man kann sous vide garen - und auch für Slow Cooking ist das Gerät geeignet: Bis zu 72 Stunden schonende Garzeit lassen sich über den Timer einstellen, die Temperatur ist von 35 bis 90 Grad wählbar.

Der Lono gibt während des Garvorgangs ein paar leicht krächzende Geräusche von sich, performt aber tadellos. Das Steak wird butterzart und ist nach einer halben Stunde auf den Punkt gegart. Imbusch misst mit einem eigenen Thermometer nach: "0,7 Grad Abweichung - das kann man stehen lassen." Selbst im Profibereich läge das noch im Toleranzrahmen.

Imbuschs Fazit: "Für ambitionierte Hobbyköche ist das Ding super." Ein Lob gibt es für die einfache Handhabung: "Ich bin Techniklegastheniker, und für mich war das extrem einfach."

"Sehr befremdlich": Thomas Imbusch testet den Freshboost von Krups

Die Idee eines Vakuummixers findet Thomas Imbusch eigentlich nicht schlecht. Für manager-magazin.de testet der Spitzenkoch neue Küchengeräte (hier geht es zur vorigen Folge). Diesmal den Standmixer Freshboost von Krups (ca. 120 Euro). Bevor das Gerät sich an die Smoothie-Zubereitung macht, wird ein Vakuum erzeugt, damit das zerkleinerte Obst und Gemüse nicht mit Sauerstoff in Berührung kommt. Vitamine und Nährstoffe sollen so besser erhalten bleiben.

Der Hersteller wirbt mit "bis zu drei Mal so viel Antioxidationskraft" und damit, dass sich kaum Schaum und Blasen im und auf dem Smoothie bilden: "Luft raus, Power rein!". Das Gerät soll mixen, vakuumieren und sogar Eis zerkleinern können.

"Das fasst sich komisch an", findet Imbusch jedoch schon beim Auspacken. Die Motorleistung von 800 Watt überzeugt ihn nicht: "Man kann sehen, dass das Gerät schwach auf der Brust ist", sagt er. Die Handhabung ist zwar nach kurzer Lektüre der Anleitung relativ einfach, aber das Ergebnis ungenügend: Der frische Smoothie aus Gurke und Apfel, mit dem das Gerät ein Weilchen lautstark zu kämpfen hat, erweist sich als stückig, für den Fachmann ein "nicht akzeptables Ergebnis". Der Sinn des "sehr befremdlichen" Gerätes erschließt sich Imbusch nicht: "Das kriege ich mit jedem Zauberstab besser hin."

"Schneidgeil": Thomas Imbusch testet neue Messer von Güde und Wüsthof

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Messer stellt die Menschheit schon seit mehr als 100.000 Jahren her, aus rostfreiem Stahl immerhin schon seit mehr als 100 Jahren. Wer als Hersteller auf diesem Gebiet mit Neuheiten punkten will, muss sich also schon wirklich etwas einfallen lassen. Für manager-magazin.de testet Spitzenkoch Thomas Imbusch zwei Neuheiten (hier geht es zu Folge 1 unserer Küchen-Gadget-Tests, hier zu den Spitzenköchen der Vorjahre Thomas Martinund Cornelius Speinle).

Die Serie "Synchros" der Solinger Messerschmiede Güde (ab ca. 189 Euro) soll durch neue Formgebung eine besonders gute Handhabung möglich machen. Der Griff des Messers ist erhöht und schwingt sich in einem gefälligen Bogen zur Klinge hinab. Imbusch ist schon beim Auspacken begeistert: "Sieht unfassbar schön aus", lobt er. Das Schneidgefühl sei zunächst "etwas befremdlich", aber man könne sich schnell daran gewöhnen. Für Hobbyköche sei das Gerät mit dem signifikanten Buckel aus Räuchereichenholz sensationell und ein echter Hingucker in der Küche.

Zweite Messerserie im Test: "Epicure" von Wüsthof (ab ca. 139 Euro). Neu ist hier das Verbundmaterial der handgeschliffenen Griffe, das aus natürlichen Fasern und Harz besteht und gerne auch beim Bau von Skateboardrampen eingesetzt wird - und die Fusion japanischer und deutscher Elemente, die das Beste aus beiden Handwerkstraditionen vereinen soll. Imbusch ist im Test so überzeugt, dass er gar nicht vom Schneiden lassen kann: "Ich mach das gar nicht mehr für die Kamera!" Er lobt das ermüdungsfreie Arbeiten, den angenehmen Griff - und die Gestaltung des Messers, die, das sei etwas Besonderes, auch für große Hände gut geeignet sei.

"Wie 500 Kilo Salat im Mund": Thomas Imbusch testet den Slow Juicer von Hurom

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Bei 100 Grad kocht Wasser, 200 Grad liefert der Ofen. Viel mehr braucht man nicht, findet Spitzenkoch Thomas Imbusch. Sein jüngst in Hamburg eröffnetes Restaurant heißt folglich "100/200". Eine Speisekarte gibt es nicht. Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt - und das können auch Innereien sein, denn Imbusch, der sein Handwerk unter anderem bei Christian Bau und Tim Mälzer lernte, verarbeitet grundsätzlich ganze Tiere.

Kompromisslos ist Imbusch auch in der Hardware-Ausstattung: Der Molteni-Herd, der das Zentrum seines Restaurants bildet, ist maßgefertigt, jedes Detail durchdacht. Wer kulinarisch so radikal ist, eignet sich bestens als kritischer Prüfer neuer Küchen-Produkte. Für manager-magazin.de testet Imbusch neue Küchen-Gadgets (und setzt damit die Reihe unserer Spitzenköche der Vorjahre fort - hier geht es zu den Tests mit Thomas Martinund mit Cornelius Speinle).

Erstes Gerät auf dem Prüfstand: Der neue Slowjuicer H 100 von Hurom (ca. 449 Euro). Das Gerät arbeitet mit nur 43 Umdrehungen pro Minute und soll so besonders schonend und vitaminerhaltend entsaften. Imbusch gefällt das Design, skeptisch ist er trotzdem: mit rund 449 Euro ist das Gerät zwar nicht billig, aber professionelle Gastro-Geräte sind unter einer vierstelligen Summe nicht zu haben. "Ich habe großes Interesse, einen Salat zu quetschen", macht er sich ans Werk. Das Ergebnis überzeugt: "Das ist richtig krass! Das schmeckt, als hättest du 500 Kilo Salat im Mund." Bisschen Olivenöl rein, bisschen Pfeffer, "und dann gehst du fliegen." Gute Einsatzgebiete wären, findet Imbusch, Vinaigrettes und Soßen, "wenn du krasses Aroma haben willst". Auch bei härteren Produkten wie einem Rettich macht die aus hartem Kunststoff gefertigte Presse nicht schlapp - der intensive Saft treibt dem Tester die Tränen in die Augen. Selbst die Reinigung des patentierten Stecksystems klappt so einfach wie versprochen. Imbuschs Fazit: "Tausendprozentig überzeugend."

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