Sodastreams neues Bierkonzentrat "Blondie" im Test Bier aus dem Sprudler - taugt das etwas?

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400 Millionen Liter Leitungswasser werden pro Jahr in deutschen Haushalten mit Sodastream-Geräten zu Sprudelwasser gemacht, behauptet der Hersteller. Das ist natürlich viel, aber da geht noch mehr: Denn täglich trinken die Deutschen rund 22 Millionen Liter Bier. Zur Europameisterschaft werden das sicherlich noch mehr, und da will Sodastream mitmischen: Pünktlich zur EM bringen die Sprudler aus Bad Soden ein "Pils zum Selbermachen" auf den Markt. Sodastream greift auf einem Milliardenmarkt an: 2015 machte Deutschlands Brauwirtschaft knapp 7,8 Milliarden Euro Umsatz.

Ein Liter "Blondie"-Bierkonzentrat kostet 2,99 Euro (zunächst nur online erhältlich), drei Liter Pils soll man daraus gewinnen können - macht rund einen Euro für den Liter Bier. Zum Vergleich: Bei Aldi kostet ein Liter Discount-Pils 56 Cent, ein Liter Krombacher ist für rund 1,10 Euro zu haben.

Das Verkaufsargument ist denn auch weniger der Preis als der "Erlebnisfaktor" und das Ende des Schleppens von Bierkisten.

manager magazin online hat den professionellen Bier-Sommelier Matthias Kopp  in die Cantinetta Ristorante im Ameron Hotel in der Hamburger Speicherstadt  zum Test gebeten. Kann das selbstgesprudelte Pils überzeugen - und wie schlägt es sich im Vergleich zu anderen Pilssorten? Sodastream-Chef Ferdinand Barckhahn hatte zum Marktstart verlautet: "Uns ist bewusst, dass wir mit unserem Marktstart in Deutschland regelrecht Tabus treffen. Aber genau dies wollen wir auch: ,Blondie' schmeckt wie herkömmliches Bier aus der Flasche oder Zapfanlage."

Über den Namen des Bieres werden sich viele Marketingstrategen in vielen Meetings viele teure Gedanken gemacht haben - klar, Bier kann blond sein. Aber für die Generation 40 plus ist "Blondie" im besten Fall eine amerikanische 70er-Jahre-Band; im schlechteren Fall denken die meisten an Hitlers fast gleichnamigen Schäferhund (der ohne e geschrieben wird). An ein kühles Blondes denkt man erst, wenn man sich sehr darauf konzentriert. Aber das kann man ja mal machen.

Die Zubereitung: "Hätte es mir schlimmer vorgestellt"

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Sportliche 5 Prozent Marktanteil strebt Sodastream für das neue Produkt an. Der Sommelier ist zunächst allerdings skeptisch - vor allem, als er die Zutatenliste liest: Wieso ist da Glukosesirup im Bierkonzentrat? Und wo bleibt die Hefe?

Auch der Claim des "Selbstmachens" findet vor Kopps Augen keine Gnade: Ein Bier machen, das sei etwas ganz anderes als Wasser auf ein Konzentrat gießen. Sodastream wirbt damit, man könne die Stärke seines Bieres selbst bestimmen - ob das ein Alleinstellungsmerkmal sein muss, sei dahingestellt, denn schließlich kann man sich ja auch in jedes andere Bier Sprudelwasser gießen, um es zu verdünnen.

Die Verkostung: Nach dem ersten Schluck entschuldigt sich der Experte

Die Handhabung im Test erwies sich als praktisch. Das geschmackliche Urteil von Bier-Sommelier Kopp sehen Sie hier im Video:

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Blondie im Blindtest: "Eines sticht tatsächlich heraus"

Um "Blondie" aber eine faire Behandlung angedeihen zu lassen, haben wir Kopp zum Blindtest mit vier anderen Pils- bzw. Lager-Bieren gebeten. Alle nach ähnlicher Brauart hergestellt: Ein Beck's, ein etwas exotischeres San Miguel, ein Ratsherrn und die Billigmarke Prost (Dose zu 29 Cent). Wir wollten wissen: Schafft es der Experte, fünf Bierproben ihren jeweiligen Marken zuzuordnen? Und wie schlägt sich das Blondie im Vergleich? Das Ergebnis und Kopps Fazit sehen Sie hier:

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