Whisky zur Finanzkrise Lehman Brothers kehrt zurück

Lehman Brothers kehrt zurück - als Whiskymarke - und vielleicht bald auch als Bar

Lehman Brothers kehrt zurück - als Whiskymarke - und vielleicht bald auch als Bar

Foto: DPA

Die New Yorker Bank Lehman Brothers ist das Sinnbild der Finanzkrise 2008. Ihr Untergang im September 2008 ließ das Kartenhaus, das Banken weltweit aus Subprime-Krediten, CDS und anderen wahnwitzigen Finanzprodukten aufgebaut hatten, zusammenstürzen.

Und genau auf dieser Marke will ein 34-Jähriger Brite nun ein neues Unternehmen aufbauen. Allerdings kein Bankgeschäft, sondern etwas, was sich in der Finanzwelt ebenfalls großer Begeisterung erfreut: Whisky.

Die Idee, unter der Marke Lehman Brothers Whisky zu verkaufen, sei ihm bereits vor mehr als zwei Jahren gekommen, erzählt James Green im Gespräch mit manager-magazin-online. Bei einem feucht-fröhlichen Treffen mit seinen Freunden. Mit Unterstützung eines gewieften Markenrechtlers gelang es dem Unternehmer dann nach eigenen Angaben auch, die Markenrechte zu erlangen - für Spirituosen und Bars.

Doch dann bekam das Bankhaus Barclays Wind von der Sache. Die Bank, die Reste von Lehman aufgekauft hatte, versuchte die Whiskywerdung zu verhindern, so Green. Und legte Widerspruch gegen die Lizenzerteilung ein. Was Green mit einer Gegenklage konterte. In der Hoffnung, Barclays so zum Einlenken zu bewegen.

Doch weit gefehlt. Eine Einigung der beiden Streitparteien ist aktuell nicht in Sicht. "Sie sind eben eine hartherzige Bank", klagt Green. Dabei habe der Name Lehman Brothers im Bankenbereich keinerlei Wert mehr. "Das ist reines Gift."

Ein Whisky namens Ashes of Disaster "mit einer Nase brennender Banknoten"

Kein Grund für Green, seine Pläne aufzugeben. Er machte einfach weiter - in der Hoffnung, dass es Barclays auf einen wenig rühmlichen Rechtsstreit nicht ankommen lassen wird. Seit Montag sind nun drei Lehman-Whiskys auf dem Markt:

Snapfire: perfekt für rüchsichtslose Manöver, lange, riskante Spiele und explosive Konsequenzen. Und trocken wie der Mund eines Traders, wenn der Aktienkurs in den Keller fällt

Ashes of Disaster: laut Beschreibung "mit einer Nase brennender Banknoten"

Und schließlich Evergreen, mit einem Geschmack "so reich wie ein Lehman Broker und sanft und komplex wie ein italienischer Wollanzug".

"Es geht darum, etwas von der Story herauszuschmecken", bewirbt Green seine Whiskys. Für den Marktstart habe er erst einmal 1300 Flaschen geordert, die er online sowie über einige ausgewählte Londoner Bars vertreibt, erzählt Green.

Doch angesichts der Tatsache, dass bereits innerhalb weniger Stunden eine dreistellige Zahl der bis zu 45 Pfund (97 Euro) teuren Lehman-Flaschen weg waren, denkt Green schon weiter. Gespräche mit größeren britischen Handelsketten und Bars gebe es bereits. Doch dabei will er es nicht belassen. Er träumt von Bars in den Finanzdistrikten der Welt, an der Wall Street, in Tokio. Das Timing für die Platzierung des Lehman-Whiskys ist schon mal nicht schlecht: Nicht nur in New York und London, sondern auch an den Finanzplätzen Frankfurt und Tokio bereitet sich langsam Untergangsstimmung aus.

Mehr lesen über