Neue Küchen-Gadgets im Profi-Test Wurst case: Spitzenkoch testet Hot Dog Maker

Was taugen Hot Dog Maker, Potato Ricer und ein Fermentierset für daheim? Chefkoch Cornelius Speinle und Souschef John Ho vom Hamburger Nobelhotel "The Fontenay" haben die Geräte exklusiv für manager-magazin.de getestet.
Spitzenköche mit Hot Dogs: Cornelius Speinle (links) und John Ho vom Restaurant Lakeside im "The Fontenay" beim Testen der Ergebnisse

Spitzenköche mit Hot Dogs: Cornelius Speinle (links) und John Ho vom Restaurant Lakeside im "The Fontenay" beim Testen der Ergebnisse

Foto: manager-magazin.de

Was legt man küchenaffinen Menschen unter den Weihnachtsbaum? Bei der Antwort kann Spitzenkoch Cornelius Speinle helfen: Der 31-Jährige ist Chefkoch im Gourmetrestaurant "Lakeside" des brandneuen Hamburger Luxushotels "The Fontenay", das Anfang kommenden Jahres eröffnen soll. Beim jährlichen Küchengadget-Test von manager-magazin.de hat er gemeinsam mit seinem Souschef John Ho einige neue Innovationen einem professionellen Praxistest unterzogen - Hier geht es zum ersten Teil unseres Tests mit Airfryer XXL, dem Thermomix-Konkurrenten von Aldi Nord und dem Steak-Reaktor.

Im zweiten Teil des Tests kommen nun kleinere Gadgets in den Fokus: ein kleiner Hot-Dog-Maker für den Hausgebrauch, eine innovative Kartoffelpresse, Gläser aus Salz und ein Fermentiergerät.

Wurst Case: Der Hot Dog Maker

manager-magazin.de

Wer andern eine Bratwurst brät, der braucht ein Bratwurstbratgerät. Braucht man aber auch für Hot Dogs ein eigenes Gadget? Neben den getesteten Großgeräten nimmt sich der leichte kleine Hot Dog Maker von Coolstuff  aus wie ein Ford Fiesta, der zwischen Edelkarossen parkt. Trotzdem will Sternekoche Cornelius Speinle ihm eine faire Chance geben: "Das ist das Gerät, das mich am meisten interessiert", sagt er zu Beginn des Tests, "der zaubert uns ein kleines Lächeln aufs Gesicht." Auch wenn das knapp 50 Euro teure Teil eher "etwas für die Junggesellenbude als für die Gastronomie" sei.

Die Würstchen passen prima auf die rotierenden Heizstangen, die das Gargut ordentlich erhitzen. Daran gibt es nichts auszusetzen. Die Bedienung ist intuitiv, verkehrt machen kann man eigentlich nichts, und auch die kleine Fettpfanne unter dem Heizstäben ist durchdacht - so kann nichts auf die Brötchen tropfen. Schade allerdings findet Speinle, dass oben auf die Stangen vier Hot Dogs passen, in den kleinen Ofen darunter allerdings nur drei Brötchen (gut, es sind auch große Brötchen). Und das Ganze braucht Zeit - Fast Food sind diese Hot Dogs nicht. Dafür schmecken sie gut und sind vorbildlich zubereitet.

Größere oder hungrige Gruppen (oder gar einen Kindergeburtstag) bekommt man mit dem Hot Dog Maker nicht in zumutbarer Zeit gesättigt. Schwerer noch wiegt, dass die Reinigung des Geräts sich sehr aufwendig gestaltet, weil man die Stangen nicht herausnehmen kann. Nüchternes Fazit der Köche: "Das Gerät überzeugt nicht."

Kilner Fermentiergerät: Schlicht und schön

Reuters

Das schlichte, aber schön verarbeitete Glas mit dem edlen Holzdeckel entpuppt sich als einer der Lieblinge des Tests. Souschef John Ho möchte das Kilner Fermentierset  am liebsten gar nicht mehr hergeben. Gleich drei Produkte hat er damit hergestellt: Kimchi, Kombucha und "mein erstes deutsches Sauerkraut."

Sauerkraut und Kimchi sind zu den Hot Dogs großartige Beilagen: Mit mild prickelnden Aromen, angenehmer Schärfe und knackigem, aber nicht zu hartem Aufbiss. Auch der Kombucha ist richtig lecker geworden. Handhabung und Bedienung des knapp 50 Euro teuren Geräts bekommen die Bestnote: "Sehr gut verarbeitet, schöne Größe, ideal für zu Hause", fasst Ho zusammen. Lob für sein großartiges Kimchi wehrt er bescheiden ab: "Das war ja nicht meine Arbeit. Das haben alles die kleinen Bakterien gemacht."

Die Bedienung des Fermentiersets ist einfach: Gemüse wie Kohl und Karotten werden mit Salzwasser aufgesetzt, den Rest besorgen die natürlich vorhandenen Bakterien im Gemüse. Nach zwei bis drei Wochen hat man selbstgemachtes gesäuertes Gemüse (auch saure Gurken sind leicht hergestellt). Das Gemüse wird in dem bis zu drei Liter fassenden Gefäß geschichtet, mit Keramikplatten beschwert und über ein mitgeliefertes Ventil automatisch entlüftet.

Fazit: Ein wunderbares Gerät, das nicht viel Platz wegnimmt und es auch Hobbyköchen ermöglicht, mit denkbar geringem Aufwand den neuen Haute-Cuisine-Trend der Fermentierung aller möglichen Gemüse mitzumachen.

Hot Dog mit Kimchi sind der Hit: Im Hintergrund fermentiert noch etwas Sauerkraut im Kilner-Set

Hot Dog mit Kimchi sind der Hit: Im Hintergrund fermentiert noch etwas Sauerkraut im Kilner-Set

Foto: manager-magazin.de

Potato Ricer: Freundlich behandelte Gnocchi

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Roter Punkt auf roter Punkt - die selbsterklärende Handhabung des Helix Potato Ricer von Joseph Joseph  überzeugt Cornelius Speinle schon beim Auspacken: "Gute Bedienungsanleitung." Das Gerät liegt gut in der Hand und ist sauber verarbeitet. "Fühlt sich gut an", lobt Speinle, "sehr hochwertig und hat bestimmt eine lange Lebensdauer."

Rasch ist aus gekochten Kartoffeln ein feiner Stampf hergestellt, den Speinle hurtig mit etwas Mehl, Salz und einem Ei zu appetitlichen Gnocci verarbeitet: "Ich habe nach Singapur reisen müssen, um das zu lernen", grinst er. "Man muss lieber drücken als kneten, weil sich sonst die Stärke löst und es kleistrig wird. Wir müssen den Teig sehr, sehr freundlich behandeln." Die Gnocchi werden kurz in Salzwasser gegart. Speinle schmeckt auch das Wasser kurz ab: "Das klingt vielleicht komisch, aber man hat nur eine Chance zu würzen." Kurz in Salbeibutter geschwenkt, fertig sind die Gnocchi. Ein Gedicht.

Für den Einsatz in der Restaurantküche ist der rund 20 Euro teure Potato Ricer zu klein dimensioniert - für die Küche zu Hause allerdings ideal.

(Und wenn Sie sich nicht sicher sind, wie man Gnocchi richtig ausspricht: Hier geht es zu unserem Quiz "Unfallfrei durch die Speisekarte".)

Bestnote für den Potato Ricer: Souschef John Ho, Chefkoch Cornelius Speinle und Küchendirektor Stefan Wilke (von links) sind von dem eleganten kleinen Gerät überzeugt

Bestnote für den Potato Ricer: Souschef John Ho, Chefkoch Cornelius Speinle und Küchendirektor Stefan Wilke (von links) sind von dem eleganten kleinen Gerät überzeugt

Foto: manager-magazin.de

Gläser aus Himalayasalz: Gesalzenes Prosit

Salziges Prosit: Shot-Gläser aus Himalayasalz

Salziges Prosit: Shot-Gläser aus Himalayasalz

Foto: manager-magazin.de

Schön sehen sie ja aus, die rosa marmorierten Hohlzylinder aus Himalayasalz . Und bei einer Party kann man mit den knapp 25 Euro teuren Schnapsgläsern (4er-Set) sicherlich Eindruck auf Gäste machen.

Aber die Köche stehen schon der Idee skeptisch gegenüber: "Wie soll man die reinigen?" rätselt Küchendirektor Stefan Wilke, "das ist ja unhygienisch!" Zwar kann man laut Hersteller die Salzgläser mit kaltem Wasser spülen, aber das stellt Wilke nicht zufrieden - er würde sie nicht mehrfach verwenden. "Und es ist doch sehr schade, kostbares Himalayasalz dann einfach in den Müll zu werfen."

Trotzdem werden die Gläser natürlich getestet - mit Tequila, denn eines der gängigen Trinkrituale für diese Spirituose sieht die Verwendung von Salz und Zitrone vor. Also kommt ein edler Don Julio in die Salzzylinder. Sieht toll aus, aber: "Das Salz ist zuviel", resümiert Cornelius Speinle, "kann man für eine Party vielleicht mal als Gag machen, aber das Salz ist zu aggressiv und bleibt zu lange auf der Lippe, das schadet dem Aroma."

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