Sonntag, 31. Mai 2020

Der große Champagner-Test Die besten Bruts

Champagnertest: Die Sieger aller Kategorien im Überblick
Corbis

3. Teil: Die wichtigsten Champagnertrends

In den 1980ern tranken die Kenner einen hundertprozentigen Blancs de Blancs aus einem perfekten Jahrgang. Einen Comtes de Champagne, einen Dom Ruinart, Krug, Agrapart, Deutz, einen Joseph Perrier oder einen raren Champagne Salon.

In den Neunzigern bevorzugte man füllige, vollmundige Champagner. Weine, die ganz oder zu einem hohen Anteil aus den beiden andern, roten Champagner-Traubensorten, Pinot noir oder Pinot meunier komponiert waren, sogenannte Blanc de noirs, wie Bollinger Vieilles Vignes, Pol Roger, Pommery oder de Venoge Blanc de noirs, bevorzugt als Jahrgangschampagner.

Nach dem Milleniumswechsel war Pink angesagt: Rosa in allen Tönungen und Schattierungen. Vom eleganten Blass-, über Flamingo-, Rosenquarz- bis Lachsrosa, von Kupferrot bis zum kräftigen Himbeer-Cassisrot mutiger Produzenten von Winzerchampagnern. Die großen, auf den Weltmärkten tätigen Häuser setzten auf ein eher blasses, elegantes Rosa.

Derzeit stehen bei den Trendsettern sortenreine Chardonnays ohne jegliche Dosage hoch im Kurs. Diese ganz trockenen Champagner führen im Namen Zusätze wie zéro Dosage, ultra brut, brut sauvage, brut nature, brut intégral, brut absolu, brut extreme oder brut extra. Bezeichnungen, bei der nur ein Restzucker von maximal drei Gramm pro Liter erlaubt ist.

Schnörkelloses für erfahrene Champagnertrinker

Weil diese Weine leicht sind, elegant, frisch und oft mit knackiger Säure, eignen sie sich hervorragend als Aperitif - und haben knapp die Hälfte der 120 Kalorien eines Glases brut. Diese präzisen und schnörkellosen Weine sind allerdings etwas für erfahrene Champagnertrinker - besonders dann, wenn auch noch auf die malolaktische Gärung verzichtet wurde, um dem Wein noch mehr Säure mitzugeben, wie es Lanson oder Anselm Selosse praktizieren. Erfahren Sie darüber mehr im letztjährigen großen mmo-Test über Champagnerspezialitäten.

Übrigens: Nur wenige der großen Markenchampagner haben genügend eigene Rebberge - sie müssen deshalb Trauben zukaufen, zu brutal hohen Preisen. So wurden 2012 für ein Kilo Champagnertrauben im Grand Cru-klassifizierten Ort Avize 5,77 Euro bezahlt, 2013 waren es 5,95 Euro.

Für eine Flasche Champagner werden 1,2 Kilo Trauben benötigt. Angekauft werden von den derzeit 15.756 Weingärtnern Trauben oder aber auch bereits durchgegorener Most.

© manager magazin 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung