Donnerstag, 18. Juli 2019

Barneys eröffnet ersten Cannabis Concept Store Nach Craft-Beer kommt Cannabis

Kaufhaus Barneys in New York City: Künftig mit Cannabis Concept Store
Getty Images/AFP
Kaufhaus Barneys in New York City: Künftig mit Cannabis Concept Store

Was darf's sein? Lieber die Cannabis-Mühle für knappe 1500 Dollar oder doch die Bong (Rauchinstrument) für rund 1000 Dollar? Diese und ähnliche Produkte können Freunde des Hanfkonsums ab März im Store "The High End" in Los Angeles erwerben.

Der Shop ist eine Idee der Luxus-Kaufhauskette Barneys. Der 1923 gegründete Fachhändler will den weltweit ersten Cannabis-Concept-Store im März in Kalifornien eröffnen. In Kooperation mit dem Accessoire-Hersteller Beboe, von der New York Times das "Hermés des Marijuana" genannt. Sowohl online als auch in einem Bereich im fünften Stock des Kaufhauses wird es dann die exklusiven Produkte geben. Das 24 Karat Gold Zigarettenpapier ist mit knapp 60 Euro für das sechs Blatt Pack (Amazon) da noch regelrecht günstig.

Die geplanten Concept Shops in Beverly Hills und New York sollen im schicken minimalen 70er-Jahre-Stil daherkommen. Die Produktpalette wird nicht nur Raucher-Utensilien enthalten, sondern beispielsweise auch Schmuck, Kosmetik und Dekoartikel. Kein Wunder, schließlich wurde Kooperationspartner Beboe vom berühmten Tätowierer und Künstler Scott Campell gegründet.

Längst schon ist Cannabis kein Tabuthema mehr. Der kulturelle Wandel wurde spätestens mit der Entkriminalisierung und teilweisen Legalisierung in mehr als der Hälfte der amerikanischen Bundesstaaten perfekt. Da sich der Concept Store aber ausschließlich auf Rauchwaren-Zubehör konzentriert und nicht selbst Cannabis verkauft, muss sich Barneys mit der rechtlichen Frage nicht auseinandersetzen.

Weltweiter Trend

Daniella Vitale, CEO von Barneys, nutzt die aktuelle Diskussion zur Imagepflege. "Barneys New York war schon immer an vorderster Front bei Veränderungen in Kultur und Lebensstil, und Cannabis ist keine Ausnahme", so Vitale. Ähnlich wie vorher Craft-Beer, Detox-Getränke und E-Zigaretten ist es jetzt also die Hanfpflanze, die einen Hype auslöst. Auch bei Investoren: Die Marlboro-Mutter Altria ist genauso ins Cannabis Geschäft eingestiegen wie die niederländische Brauerei Heineken. Coca-Cola und Pepsi hingegen haben sich gegen den Markteintritt entschieden.

Doch nicht nur in den Vereinigten Staaten ist der Hype um die legalisierte Droge groß. Nachdem Kanada die Pflanze entkriminalisiert hat, ist die Legalisierung auch in Mexiko in Gespräch. In Deutschland bleibt es vorerst verboten - von vereinzelter Rezepturarznei abgesehen. Doch auch hier ist der Cannabis-Trend angekommen. Beispielsweise versucht der Kreditech-Gründer Sebastian Diemer mit der Neugründung von Farmako aktuell Fuß zu fassen im Geschäft für medizinisches Cannabis.

Weltweit größter Cannabisproduzent ist Canopy Growth. Die kanadische Firma ist unter Gründer und CEO Bruce Linton innerhalb kürzester Zeit zum Einhorn aufgestiegen (26 Millionen Umsatz, 4,2 Milliarden Marktkapitalisierung). Die Aktie von Canopy hat in den vergangenen 12 Monaten 140 Prozent zugelegt - allerdings unter extrem starken Schwankungen. Ob das neue Luxuszubehör bei Barneys den Grasproduzenten zu neuen Höhen verhilft, muss sich noch zeigen.

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