Donnerstag, 14. November 2019

Neue Tees Exotische Genüsse

Beim Tee wird es bunt. Neben klassischen schwarzen und grünen Sorten drängen Exoten ins Regal - neue Früchtesorten und Gewürze bringen Vielfalt in die Kanne. Ästheten mögen Teekugeln, die sich zu im Wasser langsam zu aromatischen Blüten entfalten - Eilige greifen dagegen lieber zum Teekonzentrat.

Seebruck/Sylt - Ob Chilischoten im Grüntee, Kakaobohnen im Rooibos oder Kaffeearoma im Schwarztee: Die Vielfalt im Teeregal ist kaum noch zu überschauen. Ständig wird die Auswahl durch neue Geschmacksrichtungen und Mischungen der einzelnen Sorten erweitert.

Der Tee-Designer Alexander Linhart aus Seebruck am Chiemsee rechnet auch in Zukunft mit weiteren mutigen und vielseitigen Mischungen. "Es gibt heute zwei Gruppen von Teetrinkern", sagt er. Die "klassischen Teeliebhaber" bevorzugten nach wie vor die unaromatisierten grünen oder schwarzen Blattteesorten. Die zweite, nach Linharts Einschätzung deutlich größere Gruppe, trinke aufwendige Mischungen mit kräftigen Aromen - und sei dabei immer wieder auf der Suche nach Neuheiten.

Im fruchtigen Bereich erkennt Linhart einen Trend ins Exotische: Papaya, Mango und Ananasfrüchte würden sowohl mit schwarzen und grünen Blättern sowie mit Rooibos und Früchtetees gemischt. Im bevorstehenden Frühling richtet sich der Geschmack seiner Einschätzung nach aber auch wieder auf frische Aromen und Kräuter: Neben fruchtiger Limone oder Limette stehe die marokkanische Minze hoch im Kurs. Für Liebhaber der kräftigen Mischungen sieht der Tee-Designer Vanille und scharfe Schokoladennoten weiterhin als ideale Geschmacksträger. Entscheidend sei dabei die Qualität der Zutaten. Bei der Vanille etwa sollte es sich stets um eine Bourbon-Vanille handeln, die beim Dufttest loser Teesorten auch deutlich zu identifizieren sei.

Anti-Aging-Gebräu für Teetrinkerinnen

Neben dieser Vielfalt an neuen Kombinationen gibt es mittlerweile auch eine Reihe von Teekreationen, die auf das "Anti-Aging-Bewusstsein" der heutigen Zeit antworten, erklärt der Experte. Entschlackende Kräuterteemischungen, die auch unter dem Begriff "Cleansing" bekannt sind, seien vor allem bei weiblichen Teetrinkern gefragt.

Auch Teemischungen, die ein Gefühl von Wellness und Beruhigung versprechen, gehörten in diese Reihe, sagt Ernst Janssen, Autor und Tee-Experte aus Sylt. Bekannte Kräuter wie Brennnessel oder Mate würden dabei mit dem scharfen Geschmack von Ingwer oder asiatischen Gewürzen kombiniert. Generell seien würzige Richtungen gefragt: Das lasse sich auch am großen Trend der Chai-Tees beobachten. Diese werden gern mit Schokoladen-, Vanille-, Ingwer- oder auch Chiliaroma getrunken.

Bei den Wohlfühl- und Wellnessteemischungen sind sich die Tee-Fachleute jedoch einig, dass der Früchtetee ein neuer Vorreiter wird. "Die Leute wollen hier oft keine künstlichen Aromen mehr", sagt Janssen. Das bestätigt auch der Tee-Fachhändler Rolf Schoffers aus Wiesbaden: "Die Konsumenten suchen beim Früchtetee nach einer neuen Richtung." Er ist überzeugt, dass diese aus natürlichen, säurearmen und am besten biologisch angebauten Zutaten besteht.

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