Kochtöpfe Das Auge isst mit

Die Nudeln kochen, das Gemüse schmort, im Ofen brutzelt der Braten. Am schönsten kocht es sich, wenn auch das Werkzeug stimmt. Hochwertige Töpfe sind derzeit gefragter denn je. manager-magazin.de sagt, worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Frankfurt am Main - Es muss nicht immer der Italiener um die Ecke sein - selber kochen ist "in". Doch wer seinen Freunden etwas Leckeres auftischen möchte, braucht dazu auch das entsprechende Handwerkszeug - so wird es jedenfalls in vielen TV-Kochshows vorgemacht. Hochwertige Töpfe in schickem Design und oft knallbunten Farben sind daher gefragter denn je.

"Küche und Wohnraum werden zunehmend vermischt. Und deshalb sollte es auch rund um den Herd einfach schön aussehen", sagt Edda Müller von der Messe Frankfurt, die unter anderem die "Ambiente" veranstaltet. "Schließlich gilt auch hier: Das Auge isst mit", sagt Eva Barth-Gillhaus, Sprecherin des Bundesverbandes für den gedeckten Tisch, Hausrat und Wohnkultur in Köln. Doch Optik allein genügt nicht: "Vor allem kochende Männer legen Wert auf Top-Kochtöpfe." Schließlich wolle man sich all die Mühe und die guten Zutaten nicht durch minderwertiges Handwerkszeug verderben lassen.

Woks sind beliebt

Außerdem spielten Aspekte wie gesundes und Energie sparendes Kochen eine große Rolle beim aktuellen Topfangebot, so Edda Müller. "Töpfe müssen heute so gearbeitet sein, dass man möglichst fettarm, aber aromareich in ihnen kochen und mit wenig Energie viel hohe Hitze erzeugen kann." Besonders Woks oder Töpfe in japanischem Design seien daher nach wie vor auf dem Vormarsch.

Neu ist in diesem Segment zum Beispiel der Stufenwok von WMF. Während auf dem Boden des Woks gebrutzelt wird, können Zutaten, die schneller garen, auf einer höheren Stufe bei geringerer Temperatur abgelegt und erst kurz vor dem Servieren unter das Gericht gemischt werden. Ein spezielles Garblech ermöglicht sogar das Dämpfen von Fleisch oder Fisch, ohne dass ein zusätzlicher Topf benötigt wird.

Im Vergleich zu solchen Modellen können "Mutters Töpfe" in punkto Energieeinsparung nur verlieren, meint Eva Barth-Gillhaus. "Bei den Böden heute sollte es auf jeden Fall Mehrschichtmaterial mit einem Kupferkern sein", rät die Expertin. "Bescheidenere Varianten verformen sich oft bei Hitze und tanzen dann auf dem Herd."

Doch bevor es beim Topfkauf ins Detail geht, sollte sich der Käufer überlegen, welche Art von Topf er überhaupt benötigt, empfiehlt Profi-Koch und Kochbuchautor Sebastian Dickhaut aus München. "Ein Schnellkoch, der sich vor allem von Nudeln mit Tomatensoße ernährt, braucht sicher keinen Schmortopf, in dem ewig alles vor sich hin köcheln muss."

Schonend und Energie sparend Kochen

Schonend und Energie sparend Kochen

Ideal für diese Art von Nudelgourmet könnte stattdessen der neue "Pasta Pot" von Alessi in Hamburg sein. In diesem Topf werden alle Zutaten von den Nudeln über die Gewürze bis hin zur Soße gleichzeitig gegart und damit die antike Tradition des Pasta-Kochens wiederbelebt.

Für die ganz normalen Spaghetti hingegen genüge in der Regel ein klassischer großer Edelstahltopf, erklärt Dickhaut. "Der hat außerdem den Vorteil, dass ich ihn ohne Skrupel richtig schön schrubben kann." Schonender und Energie sparender lässt sich allerdings in beschichteten Gefäßen kochen. "Und emaillierte Töpfe und Bräter sind ideal für Eintöpfe und Schmorgerichte."

Auch die Kochstelle selbst spielt eine Rolle. Je nachdem, ob auf Gas, Elektro oder Ceran gekocht wird, ob der Topf induktionstauglich sein muss und ob er auch mal im Ofen stehen soll, sind unterschiedliche Materialien empfehlenswert. "Wer da auf Nummer Sicher gehen will, sollte wirklich ins Fachgeschäft gehen und sich beraten lassen", sagt Barth-Gillhaus.

Schließlich sind auch noch Deckel und Griffe ein Qualitätskriterium. "Deckel sollten immer gut schließen", weiß Sebastian Dickhaut aus Erfahrung. "Und Griffe sollten niemals zu heiß werden." Glasdeckel sehen oft nicht so schön aus, ermöglichen aber bei geschlossenem Deckel einen Blick in den Topf. Außerdem erlauben manche Deckel Flüssigkeitszufuhr, andere das Abdampfen in geschlossenem Zustand.

Bunte Kessel für die Küche

Praktisch und zudem meist günstiger als Einzelversionen sind auch die kompletten Topf-Sets, die die meisten Hersteller mittlerweile anbieten. "Dadurch ist man dann natürlich etwas gebunden", sagt Dickhaut. "Aber der Vorteil ist, dass viele dieser Töpfe Platz sparend stapelbar und ihre Deckel oft austauschbar sind." Außerdem passt dann von Farbe und Design her alles zusammen.

Die Zeiten, in denen schlichtes Silber auf den Kochplatten dominierte, sind längst vorbei. So setzt Le Creuset in diesem Jahr auf ein türkisfarbenes Karibikblau, während Silit mit einem leuchtenden Gelb bei seiner Serie "Crazy Yellow" entgegenhält. Auch die Schweizer Firma Kuhn bringt mit Töpfen in Orange, Rot, Blau und Grün Farbe in die Küche.

Bevor sich der motivierte Koch aber solch eine neue Kochtopfserie zulegt, sollte er erst einmal Platz im Topschrank schaffen, rät Dickhaut. "Mit manchen Töpfen quält man sich aus reiner Gewohnheit ewig rum." Allerdings berge so eine Aufräumaktion auch ein gewisses Risiko: "Manche Gerichte kocht man immer in demselben Topf, weil man bei dem die Mengen aus dem Eff-Eff kennt. Ein neuer Topf kann da alles durcheinander bringen." Und eine angebrannte Sauce schmeckt auch aus dem hübschesten Topf nicht wirklich lecker.

Melanie Brandl, dpa/tmn

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