Michelin "... öfters auch exzellent"

Die Urteile sind gefällt, nachzulesen im "Michelin-Führer Deutschland 2004". Dessen gestrenge Vorkoster schreiben Jahr für Jahr nieder, wessen Kochkunst sie besonders goutieren. Wieder einmal empfiehlt sich Baden-Württemberg als Wahlheimat besonders sensibler Geschmackspapillen.

München/Stuttgart - Deutschlands Feinschmecker müssen nach Darstellung des Restaurantführers "Michelin" weiter ein kulinarisches Süd-Nord-Gefälle verdauen. Nicht nur bei der Spitzen-Gastronomie, auch beim allgemeinen Standard sei Baden-Württemberg weiter unangefochten das Mekka der feinen Küche, berichtete Redaktionsleiter Alfred Bercher bei der Vorstellung des "Michelin-Führer Deutschland 2004".

Rund ein Drittel der ausgezeichneten Restaurants findet sich im Musterländle - da kann kein anderes Bundesland auch nur annähernd mithalten. Hinsichtlich der Qualität der Küche bestehe auch in Ostdeutschland ein "erheblicher Nachholbedarf".

Fünf Köche erhielten erneut die begehrten drei Sterne. Es sind Heinz Winkler im oberbayerischen Aschau im Chiemgau ("Restaurant Heinz Winkler"), Harald Wohlfahrt in Baiersbronn im Schwarzwald ("Schwarzwaldstube"), Dieter Müller in Bergisch Gladbach bei Köln ("Restaurant Dieter Müller"), Jean-Claude Bourgueil in Düsseldorf ("Im Schiffchen") und Helmut Thieltges im rheinland-pfälzischen Wittlich/Dreis ("Waldhotel Sonnora").

Zurückhaltende Worte, eindeutige Urteile

Was Feinschmecker in einem Gasthaus wie der Baiersbronner "Schwarzwaldstube" erwartet, umschreiben die Michelin-Koster mit eher zurückhaltenden Worten: "Man isst hier immer sehr gut, öfters auch exzellent. Große Weine, tadelloser Service, elegante Atmosphäre, ... entsprechende Preise."

13 Restaurants erhielten zwei "Michelin"-Sterne, 176 errangen noch einen Stern. Nicht zuletzt wurden auch 13 Sterne aberkannt. In der Hauptstadt Berlin empfiehlt der Führer acht Ein-Stern-Restaurants. Ansonsten lässt sich im Osten der Republik die Michelin-Elite mit fünf Adressen an einer Hand abzählen. Zu mehr als einem Stern brachte es dabei keines der Häuser.

Ungebrochen sei der Trend zur bezahlbaren Küche, stellen die Autoren fest. So nehme die Akzeptanz des klassischen Mittagstisches zu Gunsten eines schnellen und günstigeren Imbisses mehr und mehr ab. Aus wirtschaftlichen Gründen hätten in diesem Jahr zahlreiche Gastronomiebetriebe schließen müssen. Die Insolvenzwelle habe ihren Höhepunkt aber voraussichtlich noch nicht erreicht.

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