Gehalt und Sponsoring Die fünf Topverdiener der Fußball-EM

Ausgesorgt, aber ausgeschieden: Für die fünf Spieler mit den höchsten Jahreseinnahmen war bei dieser Fußball-Europameisterschaft bereits vor dem Viertelfinale Schluss. Das Einkommensranking wird von Franzosen beherrscht. Zumindest ein Bundesligaspieler ist unter den Top 5.

Einkommenskönig: Portugals Stürmerstar Cristiano Ronaldo

Einkommenskönig: Portugals Stürmerstar Cristiano Ronaldo

Foto: Matthias Koch / imago images/Matthias Koch

Wenn Cristiano Ronaldo (36) bei einer Pressekonferenz ein paar Softdrink-Flaschen aus dem Bild schiebt, sorgt das beinahe für mehr Schlagzeilen als eine verschossene Großchance. Der Coca-Cola-Konzern war zweifellos nicht erfreut über Ronaldos Aufräumaktion auf dem Podium, sogar der Aktienkurs des Getränkeriesen gab spontan ein wenig nach.

Kein Wunder: Der Einfluss von Sportstars auf die Fans ist gewaltig, und Cristiano Ronaldo gehört ohne Zweifel zu den Größten seiner Zunft, nicht nur auf dem Rasen, sondern auch als Influencer. Tatsächlich ist Ronaldo unter den Aktiven bei dieser EM nicht nur der Spieler mit dem größten Jahreseinkommen, sondern auch mit den dicksten Sponsorenverträgen. Mit einem Gesamteinkommen von 120 Millionen Dollar im Jahr (umgerechnet rund 100 Millionen Euro) steht der Portugiese laut "Forbes" hinter dem Kampfsportler Conor McGregor (32 Jahre alt, 180 Millionen Dollar Jahresverdienst) sowie seinem Erzrivalen Lionel Messi (34 Jahre, 130 Millionen Dollar) auf Platz drei des aktuellen Rankings der bestbezahlten Sportstars der Welt.

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Die Topverdiener der Fußball-EM

Foto: Marko Djurica / dpa

Mit Abstand vorne: Cristiano Ronaldo ist Topverdiener

Auf umgerechnet 70 Millionen Dollar beziffert "Forbes" Ronaldos Einkünfte bei Juventus Turin. Weitere 50 Millionen Dollar verdient der Stürmer mit Werbung und Ähnlichem, wobei Coca-Cola sehr offensichtlich nicht zu seinen Geldgebern zählt (Ronaldo hat zwar mal einen Werbespot für den braunen Zuckerdrink gemacht, aber das ist lange her). Die aktuell wohl wichtigsten Werbepartner von "CR7" heißen stattdessen: Nike (wo Ronaldo Berichten zufolge einen Vertrag auf Lebenszeit abgeschlossen hat, über dessen Honorierung allerdings nichts Offizielles veröffentlicht wurde), Castrol, Armani und Tag Heuer. Zudem vermarktet Ronaldo unter dem Label "CR7" seine eigene Unterwäschelinie und inzwischen auch andere Produkte.

Kylian Mbappé auf Platz 2: Jungstar als tragische Figur

Vor dem vergleichsweise frühen Ausscheiden bei der Europameisterschaft (EM) haben die vielen Millionen Euros Ronaldo allerdings nicht bewahrt – ein Schicksal, dass er mit den Nächstplatzierten im Ranking der Großverdiener gemeinsam hat. Auf Platz zwei im Ranking folgt der französische Stürmerstar Kylian Mbappé (22), die tragische Figur bei der Achtelfinal-Niederlage der Franzosen gegen die Schweiz am Montag in Bukarest. Mbappé kommt laut "Forbes" auf Gesamteinkünfte von 40 Millionen Dollar im Jahr, etwa 26 Millionen von seinem Verein Paris St. Germain und weitere 14 Millionen von Sponsoren. Dazu zählen neben Nike zum Beispiel die Uhrenmarke Hublot sowie der Computerspielekonzern EA Sports, der den Ausnahmespieler auf das Cover des populären Spiels "Fifa 21" gehoben hat.

Paul Pogba auf Platz 3: Mittelfeldstar in Diensten von ManU und Adidas

Ebenfalls ein Franzose steht auf Platz drei des Rankings: Paul Pogba (28). Auch er nahm vor einigen Tagen bei der EM auf einer Pressekonferenz in München eine Flasche aus dem Bild, in diesem Fall war es alkoholfreies Bier von Heineken. Coca-Cola hätte Pogba auf dem Podium allerdings wohl ebenfalls kaum gefallen – der Star von Manchester United steht beim Konkurrenten Pepsi unter Vertrag. Weitere Deals etwa mit Adidas oder dem chinesischen Tech-Konzern TCL brachten ihm laut "Forbes" zuletzt sieben Millionen Dollar ein. Zusammen mit seinem Einkommen bei Manchester United (ManU) summiert sich Pogbas Verdienst damit auf 35,5 Millionen Dollar.

Weltfußballer auf Platz 4: Robert Lewandowski

Auf Platz 4 der bestbezahlten EM-Spieler folgt der Pole Robert Lewandowski. Der 32-jährige Weltfußballer ist mit geschätzten 23 Millionen Euro Jahresgehalt der Topverdiener bei seinem Verein FC Bayern München – und mit rund 20 Millionen Followern auf Instagram auch der Social-Media-König des Deutschen Meisters. Hinzu kommen rund sechs Millionen Euro Werbeeinnahmen pro Jahr: Nike, Huawei und Gilette zählen zu Lewandowskis Top-Werbepartnern. Gehaltsmäßig spielt der Topstürmer noch nicht in der gleichen Liga wie Cristiano Ronaldo, doch zumindest beim Marketing wandelt "Lewi" auf den Spuren von "CR7". Unter dem Logo "RL9" vertreibt Lewandowski eine eigene Kaffeemarke.

Platz 5: Antoine Griezmann - Vertrag mit Huawei gekündigt

Antoine Griezmann hat es als dritter Franzose unter die Top 5 dieser Europameisterschaft geschafft. Der 30-jährige französische Weltmeister von 2018 gehört mit geschätzten 24 Millionen Euro pro Jahr zu den Topverdienern des FC Barcelona – liegt mit seinen Bezügen aber immer noch deutlich hinter Superstar Lionel Messi, der etwa dreimal so viel verdient. Hinzu kommen rund 4,2 Millionen Euro pro Jahr durch Sponsoring-Deals: Allein der Zehnjahresvertrag mit Nike soll Griezmann rund drei Millionen Euro pro Jahr einbringen.

Für Aufsehen sorgte Griezmann im Dezember 2020, als er seinen Werbevertrag mit dem chinesischen Telekomkonzern Huawei kündigte - aus Protest gegen die Unterdrückung der Uiguren. Für Huawei ein Problem, zumal der französische Stürmer mit 31 Millionen Followern auf Instagram auch das nötige Social-Media-Gewicht hat. Den Ausfall der Huawei-Gelder wird Griezmann, dessen Vermögen auf 40 Millionen Euro geschätzt wird, leicht verschmerzen. Mit "Grizi Esports" will der Weltmeister außerdem am E-Sport-Boom mitverdienen. Schmerzhafter dürfte für Griezmann das unerwartete Ausscheiden im Achtelfinale gegen die Schweiz sein.

cr/la