Le Corbusier Ikone der Moderne

Er war ein Utopist, ein Propagandist und einer der bedeutendsten Architekten des 20. Jahrhunderts. Le Corbusier wurde schon zu Lebzeiten gefeiert - und war heftig umstritten. Der Berliner Martin-Gropius-Bau widmet dem Allroundtalent nun eine umfassende Werkschau.

Hamburg - Er wollte die Welt in großem Maßstab umbauen, entwarf Konzepte für ganze Städte, schrieb Manifeste und träumte von einer "Synthese der Künste". Auch wenn Le Corbusiers Weißenhofsiedlung in Stuttgart es erst einmal nicht auf die Liste des Unesco-Welterbes geschafft hat, und manche seine Bauwerke als brutalistische Betonklötze schmähen - ein Platz in der Riege der bedeutendsten Architekten der Neuzeit ist dem französisch-schweizerischen Architekten sicher. Seine Häuser - "Maschinen zum Wohnen" - sind Ikonen der Moderne.

Charles-Edouard Jeanneret (1887 bis 1965), der sich selbst in frühen Jahren den Künstlernamen Le Corbusier gab, war das, was man heute einen Allroundkünstler nennen würde: Er schrieb, malte, filmte, arbeitete plastisch, entwickelte Möbel - und wollte mit seiner Arbeit die Lebensbedingungen der Menschen in den überfüllten Städten verbessern.

Die Ausstellung im Martin-Gropius-Bau (9. Juli bis 5. Oktober 2009) gibt einen Überblick über dieses 60 Jahre umfassende Werk. Sie liefert anhand einzelner Leitthemen Ansätze zu dessen Verständnis, lässt aber auch kritische Stimmen zu Wort kommen.

Kern der Ausstellung "Le Corbusier - Kunst und Architektur" sind zahlreiche Gegenstände aus der Fondation Le Corbusier in Paris, darunter Originalgemälde, Skulpturen, zahlreiche Möbel und Zeichnungen.

Außerdem können Besucher der Ausstellung ein begehbares Modell des Philips-Pavillons bewundern sowie die Rekonstruktion des historischen Modells des "Plan Voisin" (1925), eines radikalen, utopischen Masterplans für Paris.

Erarbeitet wurde die 380 Exponate umfassende Ausstellung vom Vitra Design Museum in Weil am Rhein. Für Berlin wurde sie um ein Kapitel ergänzt. Es behandelt das Verhältnis Le Corbusiers zu Deutschland und zu Berlin.

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