Sonntag, 21. April 2019

Fitness Von schlaff zu straff

2. Teil: Fettabbau wird zentral gesteuert

Eine andere Möglichkeit, die Trainingseffizienz zu steigern, ist Strom. Je nach System zieht der Sportler einen Anzug oder eine Korsage mit daran befestigten Elektroden an. Mittels leichter Stromstöße werden lokale Muskelgruppen aktiviert. "Man weiß, dass durch regionale Elektrostimulation Muskelzuwächse erreicht werden können", sagt Braumann. "Und sehr wahrscheinlich verringert sich damit auch die Zeit, um einen bestimmten Muskelzuwachs zu erreichen." Die Anwendung sei aber gewöhnungsbedürftig. "Wenn man zu stark aufdreht, kommt man sich so vor wie an einem Elektrozaun."

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Ist ein strafferer Körper auch ganz ohne Muskelarbeit möglich? So manche Kosmetikfirma preist Cremes mit "sofort straffender Wirkung" an. Der Hautarzt Christoph Liebich aus München winkt ab: "Durch Cremes erreichen Sie allenfalls vorübergehend eine bessere Durchblutung und eine Verbesserung des Hautbilds." Die Haut werde durch die Anreicherung von Fett und Feuchtigkeit glatter und optisch ansprechender als ein trockener Teint - aber eben nicht straffer.

Wer trotz Diät und Sport mit Problemzonen hadert, wird früher oder später auf die These vom "lokalen Fettabbau" stoßen - die Behauptung also, dass das Fett bestimmter Problemzonen gezielt durch intensives Training der darunter liegenden Muskeln zum Schmelzen gebracht werden könne. Belegt sei eine solche These allerdings nicht, sagt der Sportwissenschaftler Wolfgang Buskies. "Der Forschungsstand ist nach wie vor, dass der Fettabbau nur zentral gesteuert erfolgt." Werden bestimmte Zonen allerdings spezifisch trainiert, haben die Muskeln eine bessere Form - und wirken straffer.

Oliver Stenzel, dpa

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