Bootsmesse Alter Glanz und neue Jachten

Der Trend zu liebevoll renovierten Regattajachten aus der Belle Epoque des Bootsbaus zeigt sich auch auf der Hamburger Wassersportmesse Hanseboot. Elegante Mahagonischiffe glänzen neben Retro-Flitzern und modernen Kreuzern. Hunderte von Booten warten auf Schaulustige.

Hamburg - Vor einer drohenden Flaute durch die Folgen der weltweiten Finanzkrise setzen die deutschen Bootsbauer auf Rückenwind von der "Hanseboot" in Hamburg. Von Samstag bis zum 2. November soll die größte norddeutsche Wassersportmesse mit mehr als 800 Ausstellern den Verkauf von Yachten und Zubehör deutlich ankurbeln, sagte ein Sprecher des Deutschen Boots- und Schiffbauerverbandes (DBSV) am Donnerstag.

Im ersten Halbjahr 2008 importierte die Branche 15.126 Boote im Wert von 131 Millionen Euro (2007: 11.924 Boote, 153 Millionen Euro); exportiert wurden 9770 Boote für insgesamt 984 Millionen Euro (2007: 10.494 Stück, 688 Millionen Euro). Trotz der rückläufigen Umsätze im Import und der sinkenden Stückzahlen im Export sei die Branche mit dem ersten Halbjahr noch durchaus zufrieden, sagte der DBSV-Geschäftsführer Claus Ehlert Meyer. Das Jahr 2007 habe durch überaus gute Zahlen geglänzt, daher seien die Rückgänge noch nicht alarmierend.

Gegenüber 2006 sei der Wert der importierten Einheiten um 26,8 Prozent gestiegen, beim Export habe die Steigerungsrate sogar bei 194 Prozent gelegen, rechnete Meyer vor. Für 2009 seien die Erwartungen inzwischen allerdings gedämpft. Für den Fall, dass die Finanzkrise den Neubaumarkt beeinträchtigt, setzen die 440 Verbandsmitglieder laut Meyer auf das Zubehörgeschäft. In konjunkturell schwachen Zeiten würden Wassersportler lieber in alte Schiffe investieren als neue zu kaufen.

Entsprechend ist der Zubehörmarkt der größte Einzelbereich der diesjährigen "Hanseboot". Auf dem neuen Messegelände seien die Händler in der mit 13.000 Quadratmetern größten Einzelhalle untergebracht. Insgesamt umfasst die Wassersportmesse 82.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche.

Nach einigen konzeptionellen Änderungen werde sich die "Hanseboot" aus "Ausstellung zum Anfassen" präsentieren, sagte ein Messesprecher. Unter anderem zähle dazu die "Hanseboot-Arena" mit einem 300 Quadratmeter großen Wasserbecken und Vorführungen aus allen Bereichen des Wassersportes.

Mit den aktiven Programmteilen wollen die Organisatoren nach eigenen Angaben verstärkt Besucher, die nur zum Schauen kommen, für den Wassersport begeistern. Die "Hanseboot" gilt allerdings in erster Linie als Verkaufsmesse, auch wenn die Vertragsabschlüsse zum Teil wesentlich später erfolgen. "Dies ist der einzige Platz, wo man die Boote wirklich besichtigen kann", sagte Meyer.

Zwei Schaustücke sind allerdings unverkäuflich. Die beiden aufwendig renovierten 21 Meter langen Holz-Segeljachten stammen aus der Zeit, "als Segeln noch ein Herrensport war", so ein Messesprecher. Die beiden Rennjachten der ehemaligen America's-Cup-Klasse 12er Amitra und Sphinx wurden mit Liebe zum Detail originalgetreu restauriert. Daran, dass für den Erwerb und Unterhalt einer Jacht der nötige finanzielle Background nötig ist, erinnern auch die beiden teuersten Boote, eine 21 Meter lange Motorjacht für 3,4 Millionen Euro und eine gleich lange Segeljacht für 2,1 Millionen Euro.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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