Kunstkompass 2008 Richter bleibt der Größte, Baselitz holt auf

Gerhard Richter bleibt der berühmteste lebende Künstler der Gegenwart. Der Maler steht zum fünften Mal in Folge an der Spitze des Kunstkompasses, der diesen Herbst zum ersten Mal exklusiv im manager magazin erscheint. Den größten Ansehenszuwachs verzeichnet Georg Baselitz.

Hamburg - Der Kunstkompass, der seit 38 Jahren Rang und Namen von rund 16.000 Kunstschaffenden misst, gilt als zuverlässigster Indikator für das Renommee zeitgenössischer Künstler und erscheint in der neuen Ausgabe, die ab Freitag (24. Oktober) erhältlich ist.

Platz zwei im Ranking der 100 Größten belegt der amerikanische Objektkünstler Bruce Nauman, auf Rang drei steht der Kölner Maler Sigmar Polke. Den größten Zuwachs an Ansehen verzeichnet in der jüngsten Ausgabe der Neoexpressionist Georg Baselitz. Der Jahressieger, dem anlässlich seines 70. Geburtstages in den vergangenen Monaten mehr Ausstellungen als jedem anderen Künstler gewidmet waren, steigt damit auf Position vier auf.

Auf den Plätzen 5, 6 und 7 des Kunstkompasses rücken die Frauen ins Rampenlicht: die Deutsche, Rosemarie Trockel, die Bildhauerin Louise Bourgeois und die US-Fotokünstlerin Cindy Sherman.

Das Ansehen des britischen Schockkünstler Damien Hirst indes hielt nicht mit seinem Marktwert Schritt. Obwohl er im September 2008 bei einer aufsehenerregenden Sotheby’s-Auktion frische Werke für insgesamt 143 Millionen Euro verkaufte, steht er im Ranking der Top 100 nur auf Platz 18. Kunstkompass-Herausgeberin Linde Rohr-Bongard warnt deshalb im manager magazin zur Vorsicht. Angesichts der Finanzkrise könnte auch der Boom am Kunstmarkt abklingen.

Die Klassiker von heute, wie sie der Kunstkompass in seinen Spitzenrängen ausweist, dürften aber laut manager magazin vom Wertverlust verschont bleiben. Gerade etliche der Veteranen erleben im Kunstkompass ein erstaunliches Comeback: Der Popartist Jasper Johns (Rang 20) oder der Bildhauer Richard Serra (Platz 19) zum Beispiel.

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