Museums-Sammlungen Durch die Bank gute Kunst

Das Frankfurter Städel-Museum hat seine Sammlung erweitert. Die 600 spektakulären Arbeiten moderner Künstler von Joseph Beuys über Anselm Kiefer , Sigmar Polke, Georg Baselitz, Markus Lüpertz und Gerhard Richter im Wert von 20 Millionen Euro sind eine Dauerleihgabe der Deutschen Bank.

Frankfurt am Main - In Zeiten der Bankenkrise haben Spitzenbanker nur selten gute Nachrichten zu verkünden. Der Chef der Deutschen Bank genoss es am Mittwoch daher sichtlich, mal wieder ausgiebig beklatscht zu werden. Josef Ackermann übergab dem Frankfurter Städel-Museum  600 bedeutende moderne Kunstwerke als Dauerleihgabe. Ihren Wert gab Ackermann mit rund 20 Millionen Euro an.

Die Deutsche Bank sammelt seit den 70er Jahren Kunst. 53.000 Werke umfasst die Sammlung heute und zählt damit zu den bedeutendsten Unternehmenssammlungen weltweit. 600 Arbeiten fallen da rein zahlenmäßig nicht allzu sehr ins Gewicht, doch die Qualität ist beachtlich. Joseph Beuys, Anselm Kiefer und Sigmar Polke sind darunter, Georg Baselitz, Markus Lüpertz und Gerhard Richter. Um fast 60 Gemälde, einige Skulpturen, 161 Papierarbeiten und 379 Druckgrafiken von insgesamt 45 Künstlern ist die Deutsche Bank nun ärmer.

"Wir trennen uns nicht leichten Herzens von diesem Kunstschatz", sagte Ackermann. Aber ein Museum könne Kunstwerke, die inzwischen "zu musealer Qualität gereift sind", besser präsentieren als eine Bank. "Unser Hauptziel ist es, die Kunstwerke der Sammlung der Deutschen Bank künftig noch viel stärker in die Öffentlichkeit zu bringen." Daher werde es nach der Renovierung der Zwillingstürme auch ein für alle zugängliches "Art Café" im Hauptsitz der Bank geben.

Erweiterungsbau für die neue Sammlung

Dass die Übergabe keine Schenkung sondern eine unbefristete Dauerleihgabe ist, habe "finanztechnische Gründe", erklärte der Vorsitzende des Städel-Kuratoriums, Carl-Heinz Heuer. Die Deutsche Bank könne die Leihgaben dennoch kaum zurückfordern, dagegen habe man sich abgesichert: Die Bank habe kein ordentliches Kündigungsrecht und das Städel könne sämtliche Werke zu einem Viertel ihres Werts in Tranchen über 25 Jahren zinsfrei ankaufen.

Die neuen Gemälde stärken die Städel-Sammlung besonders auf dem Gebiet der deutschen Malerei zwischen 1960 und 2000. Aus dem Segment der Zeichnungen und Grafiken konnte sich Hollein schöne Stücke "herausschneiden", so dass das Städel nun das komplette druckgrafische Werk mancher Künstler zur Verfügung hat.

Erst der geplante Erweiterungsbau des Museums bietet allerdings genug Platz, um die neuen Werke zu präsentieren. Bis spätestens 2011 sollen die zusätzlichen 3000 Quadratmeter Ausstellungsfläche fertig sein. Als Vorgeschmack ist ein kleiner Teil der Bank-Kunstwerke schon jetzt zu sehen: Die Sonderausstellung "Erste Wahl" ist bis 9. November geöffnet.

Sandra Trauner, dpa

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