Donnerstag, 2. April 2020

Schirmgeschäft Immer wenn es regnet

5. Teil: Der perfekte Schirm

Der perfekte Schirm

Die Fertigung ist aber ebenfalls längst nach Fernost verlagert. Die 200 Doppler-Mitarbeiter in Braunau arbeiten für die ganz edlen Produkte. Ein kleines Team kümmert sich um Technik und Gestaltung der Knirps-Schirme und um die Lizenzierung der gut eingeführten Marke.

Auferstanden: Retroschirm von Knirps
Die Unternehmen in Deutschland lassen sich an einer Hand abzählen: Dr. Neuser - passenderweise in Regensburg - mit Eigenmarken wie Cabrio oder Splash; Happy Rain im bayerischen Simbach, mit Modemarken wie Esprit, Benetton oder Pierre Cardin; der Aachener Emil Brauer mit einer Vorliebe für B-Marken wie Bernd Berger oder Bugatti; und Fare in Remscheid, spezialisiert auf Schirme mit Werbung.

Die Auswahl an Schirmen ist enorm. Rund 3000 hat allein Vertein ständig auf Lager. Dabei "wollen alle eigentlich denselben Schirm", meint sie. "Er soll winzig sein, federleicht, und wenn er aufgespannt ist riesengroß und stabil. Das Ganze hat nur einen Haken: So einen Schirm gibt es nicht. Aber es gibt immer einen Kompromiss."

Am wichtigsten ist, "dass der Schirm zum Menschen passt", ist die Hamburgerin überzeugt. "Wenn man mal den richtigen Schirm für sich gefunden hat, will man ihn nicht wieder hergeben, Und dann verliert man ihn auch nicht." Und ein guter Schirm hält in der Regel ein paar Jahrzehnte, wenn nicht ein ganzes Leben. Vorausgesetzt, er wird gut behandelt und nicht nass zusammengelegt und vergessen.

Wer weniger kompromissbereit ist, schafft sich gleich eine ganze Reihe an, wie Vertein selbst, die elf Schirme ihr Eigen nennt. Für sie ist ein Schirm auch heute noch Modeaccessoire und die Wahl eine Frage des Stils. "Man kann vom Pappteller essen - oder von edlem Porzellan. Jeder, wie er mag."

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