Oscar-Gala Starker Auftritt für Europa

Es war eine Glamournacht, wie Hollywood sie liebt - allerdings ziemlich europäisch dominiert. Bei der Verleihung der Academy Awards wanderten alle Darstellerpreise in europäische Hände. Bester Film wurde "No Country for Old Men" der Coen-Brüder. Und auch Österreich kann sich über seinen ersten Oscar freuen.

Hollywood - Der Westernthriller "No Country for Old Men" ist der beste Film des Jahres. Das Werk der amerikanischen Regiebrüder Joel und Ethan Coen wurde in der Nacht zum Montag in Hollywood von der amerikanischen Filmkunst-Akademie mit vier wichtigen Oscars ausgezeichnet. Insgesamt hatten aber Schauspieler und Kreative aus Europa in der 80. Oscar-Nacht in vielen Kategorien die Nase vorn.

Der sogenannte Auslands-Oscar ging wieder an ein deutschsprachiges Werk mit zeitgeschichtlichem Thema: Der österreichische Regisseur Stefan Ruzowitzky holte mit seinem KZ-Drama "Die Fälscher" den ersten Oscar überhaupt in die Alpenrepublik.

Im vergangenen Jahr war der Preis für die beste nicht-englischsprachige Produktion an das deutsche Stasi-Drama "Das Leben der Anderen" von Florian Henckel von Donnersmarck gegangen.

Alle Darstellerpreise wanderten in die Hände von Europäern: Der in Irland lebende Brite Daniel Day-Lewis (50) wurde erwartungsgemäß für die Hauptrolle in dem Drama "There Will Be Blood" geehrt. Für ihn ist es nach der Auszeichnung 1990 für "Mein linker Fuß" der zweite Oscar seiner Karriere.

Die 32 Jahre alte Französin Marion Cotillard konnte zwei Tage nach dem französischen César überraschend auch noch den Oscar als beste Schauspielerin in Empfang nehmen. Sie verkörpert in dem Film "La vie en rose" die legendäre französische Sängerin Edith Piaf.

Die Britin Tilda Swinton (47) erhielt den "Goldjungen" als beste Nebendarstellerin in dem Thriller "Michael Clayton". Javier Bardem aus Spanien wurde für seine Nebenrolle in dem Siegerfilm "No Country for Old Men" ausgezeichnet. Der 38-Jährige brilliert hier als psychopathischer Killer, der seine Opfer am liebsten mit einem Bolzenschussgerät zur Strecke bringt.

Siegeszug für die Coen-Brüder

Siegeszug für die Coen-Brüder

Auch viele andere Kreativpreise würdigten europäische Künstler. Der beste Song kommt aus dem irischen Straßenmusikfilm "Once", der Dubliner Glen Hasard und die Tschechin Marketa Irglova sangen ihn auf der Bühne. Soundtrack, Make-up und Ausstattung gehörten zu anderen europäischen Domänen.

Als Sieger des Abends konnten die Autorenfilmer Joel und Ethan Coen nicht nur die Auszeichnung für den besten Film, sondern auch für die Regie und das Drehbuch nach einer Romanvorlage mit nach Hause nehmen.

Für Buch und Regie waren die beiden bereits 1997 mit "Fargo" ausgezeichnet worden. Zum besten Animationsfilm des Jahres kürten die Mitglieder der Filmkunst-Akademie den in Frankreich spielenden Kinohit "Ratatouille", eine Disney-Produktion.

Rein zahlenmäßig schnitt auch "Das Bourne Ultimatum" hervorragend ab: Der Action-Thriller sammelte drei Preise für Filmschnitt, Tonschnitt und Tonmischung. Für die besten Spezialeffekte wurde der Fantasy-Film "Der Goldene Kompass" ausgezeichnet.

Zu den Verlierern des Abends gehörte der amerikanische Regisseur Paul Thomas Anderson, dessen düsteres Drama "There Will Be Blood" nach acht Nominierungen nur zwei Oscars holte.

Die beiden sieben Mal nominierten Produktionen "Michael Clayton" und "Abbitte" schlossen den Abend mit jeweils nur einem Gewinn ab.

manager-magazin.de mit Material von dpa

Liste der Preisträger

Liste der Preisträger

- Bester Film: "No Country for Old Men"

- Bester fremdsprachiger Film: "Die Fälscher" (Österreich)

- Bester Animationsfilm: "Ratatouille"

- Beste Darstellerin (Hauptrolle): Marion Cotillard für "La Vie en Rose"

- Bester Darsteller (Hauptrolle): Daniel Day Lewis für "There Will Be Blood"

- Beste Darstellerin (Nebenrolle): Tilda Swinton für "Michael Clayton"

- Bester Darsteller (Nebenrolle): Javier Bardem für "No Country for Old Men"

- Beste Regie: Joel und Ethan Coen für "No Country for Old Men"

- Bestes Original-Drehbuch: Diablo Cody für "Juno"

- Bestes adaptiertes Drehbuch: Joel und Ethan Coen für "No Country for Old Men"

- Beste Kamera: "There Will Be Blood"

- Bester Schnitt: "The Bourne Ultimatum"

- Bester Ton: "The Bourne Ultimatum"

- Beste Toneffekte: "The Bourne Ultimatum"

- Beste Filmmusik: "Abbitte"

- Bester Filmsong: "Falling Slowly" in "Once"

- Beste Kostüme: "Elizabeth: Das Goldene Zeitalter"

- Beste Maske: "La Vie en Rose"

- Beste Ausstattung (Szenenbild): "Sweeney Todd"

- Beste Spezial-Effekte: "Der Goldene Kompass"

- Bester Dokumentarfilm: "Taxi to the Dark Side"

- Bester kurzer Dokumentarfilm: "Freeheld"

- Bester kurzer Trickfilm: "Peter & the Wolf"

- Bester kurzer Realfilm: "Le Mozart des Pickpockets"

- Ehren-Oscar für das Lebenswerk: Robert Boyle (Ausstatter)

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