Reinhold Würth "Ein Schmuckstücklein"

Kunstmäzen Reinhold Würth ist unermüdlich: Der schwäbische Unternehmer eröffnet im elsässischen Erstein schon sein 13. Museum. In den drei Sälen des 3500 Quadratmeter großen Baus sind Werke von Monet und Pissarro, aber auch Vasarely, Baselitz und Immendorff zu sehen.

Straßburg - Das 13. Kunstmuseum des schwäbischen Unternehmers Reinhold Würth wird an diesem Sonntag im elsässischen Erstein eröffnet. "Dies ist ein kleiner Beitrag für die Stärkung der Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich", sagte der 72-jährige Firmeninhaber und Kunstmäzen Würth bei der Vorstellung der Anlage.

Das mehr als zehn Millionen Euro teure Bauwerk aus Beton und Glas steht neben dem französischen Firmensitz von Würth. Inmitten eines Industriegebietes sind nun 75 Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen aus seiner Sammlung zu sehen. Im Vergleich zu den übrigen Museen des Familienunternehmens sei dieses ein "Schmuckstücklein", sagte "Schraubenkönig" Würth, der seit mehr als 40 Jahren Kunst sammelt.

In den drei Sälen des 3500 Quadratmeter großen Museums sind Werke von Monet und Pissarro, aber auch abstrakte Kunst von Frantisek Kupka, Hans Hartung oder Victor Vasarely zu sehen, ebenso wie figurative Tendenzen der 1970er und 1980er Jahre mit Gemälden von Georg Baselitz, Jörg Immendorff und Helmut Middendorf. Der Besucher wird bereits im Eingangsbereich beeindruckt durch die gewaltige Skulptur "Große Maske" aus libanesischem Zedernholz von Stephan Balkenhol. Nicht weniger fesselnd wirkt das Gemälde mit Stacheldraht auf Leinwand von Anselm Kiefer "Die Frauen der Antike".

"Wir haben uns darauf konzentriert, Tageslicht und künstliches Licht optimal miteinander zu verbinden, um es in den Dienst der Werke zu stellen" sagte der französische Architekt Jacques Vergély, der das einstöckige und rechteckige Gebäude zusammen mit seinem Bruder Clément konzipiert hat. Zwei gläserne "Lichtkästen" auf dem Flachdach sollen die Helligkeit im Inneren optimal verstärken.

Am Stammsitz der Würth-Gruppe in Künzelsau gibt es seit 1991 ein Museum. Auch in Norwegen, Dänemark, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden wird Würth-Kunst ausgestellt. Die Würth-Gruppe ist ein weltweit operierendes Handelsunternehmen für Befestigungstechnik, das in 86 Ländern präsent ist und 2007 einen Umsatz von 8,5 Milliarden Euro erwirtschaftet hat. Würth gehört zu den reichsten Männern Europas, das Magazin "Forbes" schätzt sein Vermögen auf 4,4 Milliarden Dollar (3,46 Milliarden Euro).

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