Hanseboot Der Luxus kommt an Bord

Edle Yachten wie zu Kaisers Zeiten, wendige kleine Jollen und jede Menge Zubehör für das komfortable Leben an Bord: Die Hanseboot in Hamburg lässt das Herz jedes Skippers höher schlagen. Rund 1200 Segel- und Motorschiffe gibt es zu sehen - vom Schlauchboot mit stolzen 1000 PS bis zur 800.000-Euro-Pinasse.

Hamburg - Die schwarz-glänzend lackierte Yacht zieht in den Hamburger Messehallen jeden Blick auf sich. Mit dem steil aufragenden Bug, dem fast klassisch geformten Rumpf und der großen, kantigen Kajüte erinnert sie an eine Marine-Barkasse aus Kaisers Zeiten. Doch die "Pinasse 46" ist nagelneu.

Mit der Idee zu dem exklusiven Neubau hat sich der Wassersportautor Svante Domizlaff einen Traum erfüllt. Allerdings dürften sich nur wenige Besucher der diesjährigen Hanseboot ein solches Schiff für 800.000 Euro leisten können. Trotzdem wird die Messe bis zum Sonntag nächster Woche bei vielen den Wunsch vom Leben auf dem Wasser wecken.

Jetzt übernehmen die Enkel das Ruder

Etwa 1200 Segel- und Motorboote zeigen die rund 900 Aussteller aus 30 Nationen. Die Ausstellung in den Messehallen gilt als Premierenmesse. Zu den zahlreichen Neuentwicklungen gehört unter anderem ein mit Solarstrom betriebenes Motorboot. In diesem Jahr feiern in Hamburg rund 60 neue Segel- und 55 Motorboote Premiere. Neben sportlicheren Linien werden die Neuheiten insgesamt durch einen Trend zu mehr Luxus und Komfort an Bord gekennzeichnet. Nachdem der Computer an Bord bereits die Seekarte ersetzt hat, gehören inzwischen auch Flachbildfernseher und DVD-Geräte zumindest auf Motorbooten zum Standard.

Den steigenden Treibstoffkosten zum Trotz bekommen die Yachten immer größere Motoren. Ein auf der Messe gezeigtes Schlauchboot, das mit vier Sechs-Zylinder-Außenbordmotoren und insgesamt 1000 PS ausgerüstet ist, gehört allerdings zu den Ausstellungsexoten.

Insgesamt sind die Träume von Wasser, Freiheit und Abenteuer offensichtlich realistischer geworden. Statt nur große Yachten anzuschauen, will man nun eher kleine Boote kaufen. Im Jollen-Zentrum drängen sich die Besucher. Vor allem sind es ganz junge Menschen: "Jetzt ist die Enkelgeneration dran", freut sich der Präsident des Deutschen Motoryachtverbandes (DMYV), Winfried Röcker: "Unsere Kindergeneration haben wir ja leider vermurkst, weil sie ständig mit den Eltern aufs Wasser mussten."

Weltumsegler und coole Beachboys

Weltumsegler und coole Beachboys

Weil die inzwischen erwachsen gewordenen Kinder keinen Fuß mehr aufs Boot setzen, müssen sich die in die Jahre gekommenen Eltern nach anderen Helfern auf dem Wasser umsehen. Entsprechend groß ist der Andrang in der neuen Zubehör-Verkaufshalle. Gefragt ist alles, was den Umgang mit dem Boot erleichtert und das Leben an Bord komfortabler macht.

Gefragt sind auch die zahlreichen Nebenveranstaltungen. "Wir haben den Anspruch, ausgesprochen fachlich orientiert zu sein", betont Ausstellungsleiter Pascal C. Thirion. Segel-Asse geben Tipps über den richtigen Trimm; Weltumsegler erzählen von ihren Erlebnissen; Yachtdesigner, Werftspezialisten und Heimwerker diskutieren in Arbeitskreisen über die Techniken und Materialien im Yachtbau der Zukunft.

Der Blick in die Ausstellungshallen zeigt jedoch, dass derzeit eher historische Bezüge als innovative Technologien den Trend bestimmen. Das gilt auch für die Surfer, die wie jedes Jahr in einer eigenen Halle ihre ganz spezielle Mischung aus Verkaufsschau und Strandparty feiern. Der jüngste Schrei bei den coolen Beachboys und -girls ist ein Longboard im Stil jener Bretter, mit denen einst die Surfwelle begann.

Wem für die Pracht der "Pinasse 46" das notwendige Geld fehlt, kann mit dem Longboard seinen Traum vom Wassersport nicht nur preiswerter, sondern auch vielseitiger erfüllen. Das neue Trendsportgerät ist zum Wellenreiten geeignet, kann zum Windsurfen eingesetzt werden und ist zudem mit einem Paddel ausgestattet.

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