Oktoberfest O'zapft is

Traumstart fürs Oktoberfest: Mehr als eine Million Menschen zog es bei Bilderbuchwetter an den ersten beiden Tagen auf die 174. Wiesn. Elf Ochsen und mehr als eine halbe Million Maß gingen über die Theken - was manchen offenbar zu äußerst seltsamem Verhalten veranlasste.

München - Festleiterin Gabriele Weishäupl freute sich über eine "Wiesn nach Maß" bei traumhaftem Spätsommerwetter. Mehr als eine Million Gäste auf der Theresienwiese seien "ein himmlischer Auftakt". Im Hippodrom - traditionell das Festzelt mit der höchsten Promi-Dichte - drängelten sich Berühmtheiten aus dem Showbiz.

Die Besucher aßen zu mehr als 500.000 Maß Bier insgesamt elf Ochsen. Beim Essen lag der Umsatz um etwa 3 Prozent höher als im Vorjahr. Bereits zwei Stunden, nachdem Münchens Oberbürgermeister Christian Ude das erste Bierfass angestochen und das traditionelle "O'zapft is" ausgerufen hatte, mussten die Festzelte wegen Überfüllung geschlossen werden.

Wie jedes Jahr kam es auch heuer zu skurrilen Begebenheiten: So schlug ein schreckhafter Schweizer in einer Geisterbahn ein mechanisches Gruselwesen k.o. - obwohl es extra wegen seines grausigen Aussehens in einen Käfig gesperrt war. Der betrunkene 22-Jährige sei dennoch so erschrocken, dass er mit einem Holzstab nach der Gruselgestalt schlug und stach. Er traf den Geist durch die Drähte des Käfigs und beschädigte die Elektronik.

Ein Amerikaner warf aus Übermut eine 15 Zentimeter lange Karotte durch das Zelt - und traf eine Frau aus Chile. Die 29-Jährige erlitt eine Platzwunde unter dem Auge und musste ambulant behandelt werden. Der Amerikaner wurde am Tatort festgenommen, jedoch gegen eine Sicherheitsleistung wieder freigelassen.

Größere Zwischenfälle gab es ansonsten nicht. Die Wiesn habe vielmehr sehr gemütlich angefangen. "Das spiegelt sich bei uns in der Zahl der Einsätze wider", sagte der Sprecher der Wiesn-Wache des Bayerischen Roten Kreuzes, Björn Bores. Es habe am ersten Tag mit 60 nur halb so viele "Bierleichen" gegeben wie im Vorjahr. Der erste Betrunkene musste heuer knapp drei Stunden nach Wiesn-Start behandelt werden. Die Polizei ertappte ebenfalls wenige Stunden nach der Eröffnung die ersten Taschendiebe auf frischer Tat.

Laut Festleitung kamen ungewöhnlich viele Familien. Die Angebote für Kinder seien bestens angekommen. Das Publikum sei zudem überraschend international gewesen - die ausländischen Gäste zeigen sich dabei immer öfter in bayerischer Tracht. Durch den späten Beginn der Wiesn waren vor allem sehr viele Italiener da. Das "Italiener-Wochenende", gewöhnlich das zweite Wochenende, habe dieses Jahr bereits zu Beginn des Oktoberfests stattgefunden, hieß es.

Zum größten Volksfest der Welt werden in der bayerischen Landeshauptstadt bis zum 7. Oktober mehr als sechs Millionen Menschen erwartet, darunter viele ausländische Gäste. Wie in den Vorjahren dürften wieder mehr als sechs Millionen Liter Bier getrunken werden. Der Preis für die Maß Bier erhöht sich beim diesjährigen Oktoberfest um etwa 35 Cent auf 7,30 bis 7,90 Euro.

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