Ranking Die größten Megajachten

Edle Hölzer, Marmor, Autogaragen oder Hubschrauberlandeplätze - an nichts soll es den Herren der Meere mangeln. Der Wettbewerb um die größte private Megajacht weltweit gewinnt an Dynamik - auch wenn in diesem Jahr immer noch die Luxusjacht "Al Samalah" des saudischen Verteidigungsministers den Weltrekord hält.

Hamburg - In den Werften der deutschen Jachtenbauer müssen Milliardäre fast schon Schlange stehen. Der Markt brummt, ob bei Lürssen, Howaldtswerke Deutsche Werft (HDW) oder bei Blohm + Voss. Und die Aussichten stehen gut. Der Verband der Boots- und Schiffsbauer geht davon aus, dass das Interesse an großen Motorjachten sogar noch weiter steigt.

So mögen auch die Pläne nicht verwundern, dass sich einige Investoren gefunden haben sollen, die in Kiel einen Hafen für Megajachten entstehen lassen wollen - ganz in der Nähe der Luxusschiffwerkstatt HDW. Von 67 Liegeplätzen ist die Rede, sowie einem angeschlossenen Fünf-Sterne-Hotel mit Restaurant und Flanierareal. Überrascht es jemanden, dass die Geldgeber alle Besitzer von Superjachten sein sollen?

Megajachten sind Statussymbole für Milliardäre, Millionäre und Staatsoberhäupter. Weltweit schippern die Traumschiffe über die Meere, gespickt mit den edelsten Materialien. Schwimmbäder, Hubschrauberlandeplätze, Garagen für den eigenen Fuhrpark oder auch mal ein Platz fürs eigene U-Boot gehören zur Ausstattung dazu. Bäder sind in Marmor gefasst und in den Salons feinste Hölzer verarbeitet.

Dass so ein Luxus keine Selbstverständlichkeit ist, dürfte wohl jedem klar sein. Kein Wunder also, dass eine ganze Fangemeinde die teuren Schiffe mit ihren Kameras verfolgt und stolz Bilder im Internet zeigt, angereichert mit den raren Informationen, die zu erhalten sind. Denn nicht nur bei den Besitzern, auch bei den Schiffsbauern herrscht Diskretion. Wer, wo und wie seine schwimmende Luxusunterkunft bauen lässt, soll in der Regel geheim bleiben und doch, auf unerfindlichen Wegen dringt die eine oder andere Nachricht schon mal an die Öffentlichkeit.

Abramowitsch und seine Jachten

So ist angeblich zwischen dem russischen Öl-Milliardär Roman Abramowitsch und Stahlmagnat Lakshmi Mittal ein bizarrer Streit entstanden, wer denn wohl die längere Jacht baut. Zwei neue Schiffe entstehen derzeit in Hamburg, die das jährliche Ranking der US-Zeitschrift "Power & Motoryacht" über die größten Megajachten weltweit durcheinander bringen könnten. 160 Meter lang soll eines der beiden Traumboote werden, das andere nur wenige Meter kürzer. Natürlich hüllt sich die Werft Blohm + Voss in Schweigen. Doch die Gemeinde ist sich sicher, dass Abramowitsch wohl die Nase vorn hat.

Glaubt man jedoch den Spekulationen der Fans dürfte der Weltrekord nur kurz halten, denn Scheich Muhammad Bin Rashid Al Maktoum, Kronprinz aus Dubai und Verteidigungsminister der Vereinigten Arabischen Emirate, soll bereits an der neuen Nummer eins arbeiten, einem Luxusboot von 163 Metern Länge. Ob Abramowitsch sich das gefallen lässt? Vielleicht sind auch 170 Meter drin.

Neben all den Gerüchten bleibt zunächst das Ranking der 100 größten privaten Megajachten der US-Zeitschrift "Power & Motoryacht" für das Jahr 2007. Demzufolge rangiert mit 140 Metern Länge die "Al Samalah" von Sultan bin Abdul Aziz, dem Verteidigungsminister von Saudi-Arabien, auf Platz eins, gefolgt von der "Rising Sun", einem 138 Meter langem Schiff, das bis vor kurzem Oracle-Chef Larry Ellison allein gehörte. Inzwischen teilt sich der Software-Milliardär die schwimmende Luxusherberge mit seinem Freund David Geffen, gleichzeitig lässt Ellison sich aber ein neues Schiff bauen - angeblich ebenfalls in Deutschland.

Neueinsteiger schwimmen mit

Neueinsteiger schwimmen mit

Auf Platz drei und vier liegen in diesem Jahr die "Octopus" von Microsoft-Mitbegründer Paul Allen und die "Savarona" des türkischen Geschäftsmanns Kahraman Sadikoglu. Neueinsteiger ist das "Projekt Sigma", dass die US-Experten auf Platz sechs gesetzt haben. Es ist ein 118 Meter langes Schiff, das derzeit bei Blohm + Voss entsteht, aber noch in diesem jahr vom Stapel laufen soll. Das Design stammt von Phillipe Starck. Potenzieller Eigner: Abramowitsch. Auf Rang sieben schippert die "Turama", dahinter die "Atlantis II", gefolgt von den Abramowitsch-Schiffen "Pelorus" und der "Le Grand Bleu".

Das Schiff "Indian Express" ist nach dem "Projekt Sigma" der zweite Neueinsteiger im Ranking. Es gehört dem indischen Bier-Milliardär Vijay Mallya, der kürzlich mit der Übernahme des Formel-1-Teams Spyker Schlagzeilen machte. Sein Schiff landete auf Platz 15. Neu sind auch das auf Platz 19 rangierende Boot "Nero" von US-Millionär Neil Tayler und Lakshi Mittals "Amevi" auf Platz 32.

Wie das Ranking im nächsten Jahr aussehen wird? Die Jachtenspotter liegen bereits auf der Lauer, denn der Tag wird kommen, an dem die in Bau befindlichen Luxusjachten ihre ersten Probefahrten machen.