Sonderauktion Picasso unter dem Hammer

Am kommenden Montag und Dienstag liegt das Schicksal von etwa 1300 Kunstwerken von Otto Dix, Pablo Picasso, Gerhard Richter und Co. in den Händen des Auktionshauses Neumeister. Warum der Münchener Förderverein des Hauses der Kunst seinen gesamten Bestand verkauft, erklärt Vorstand Andreas Langenscheidt im Gespräch mit manager-magazin.de.

München - Andreas Langenscheidt hat dieser Tage jede Menge zu tun. Nicht nur, dass er in Frankfurt auf der Buchmesse die Neuerscheiunungen seines Verlags präsentiert. Gleichzeitig rührt er die Werbetrommel für ein ganz besonderes Ereignis in der Münchener Kunstwelt.

Als Vorsitzender des Vereins Gesellschaft der Freunde Stiftung Haus der Kunst (GdF) bereitet er die Versteigerung des gesamten Kunstbestandes des Förderkreises vor. Am 9. und 10. Oktober ist es so weit, dann sollen insgesamt 1300 Gemälde, Zeichnungen, Grafiken und Skulpturen – darunter von berühmten Künstlern wie Pablo Picasso, Gerhard Richter, Juan Miró, Otto Dix und Horst Antes - den Besitzer wechseln.

Rund 2,9 Millionen Euro könnten zusammenkommen, schätzt das beauftragte Auktionshaus Neumeister. Allein Richters Gemälde "Dschungelbild" wird auf bis zu 600.000 Euro taxiert. Das günstigste Werk - eine Zeichnung von Toni Stadler - soll mindestens 500 Euro einbringen.

"Wir wollen künftig keine Kunst mehr kaufen, sondern das Geld dem Haus der Kunst direkt zur Verfügung stellen", sagt Langenscheidt im Gespräch mit manager-magazin.de. Seit 1954 setzt sich die GdF für das Haus der Kunst an der Prinzregentenstraße ein. Ursprünglich sollten mit dem Aufkauf der Werke vor allem lokale Künstler gefördert werden, doch kamen auch international bekannte Namen dazu. Jährliche Kunstausstellungen sollten den Künstlern ein öffentliches Forum bieten.

Mittlerweile sei die Lagerung und die Versicherung der Kunstwerke jedoch sehr teuer, so Langenscheidt. Da das Haus der Kunst keine permanente Ausstellung zeige, schlummerten die Werke die meiste Zeit im Keller. Dabei benötige man eine ganze Menge Geld, um gute Ausstellungen zu organisieren. So habe sich der Verein auch in Abstimmung mit dem Direktor des Hauses der Kunst zur Versteigerung der Werke entschlossen.

Hinter der Änderung der Vereinstätigkeit steht aber auch eine Forderung des Finanzamtes. Denn die gängige Praxis, dass sich die Mitglieder des Kreises die Bilder für ihre Privatzwecke ausleihen durften, wird als geldwerter Vorteil gewertet. Zudem stand die Gemeinnützigkeit der GdF auf dem Spiel. Grund genug, das Konzept zu ändern.

Die GdF gehört seit 1992 mit dem Freistaat Bayern und der Schörghuber-Gruppe zu den Gesellschaftern des Hauses der Kunst. Der Förderverein hat sich verpflichtet, das Kunsthaus jährlich mit bis zu 350.000 Euro zu unterstützen. Der größte Teil stammt von Mitgliedsbeiträgen, hinzu kommen Spenden. Der Erlös aus der Versteigerung soll nun ebenfalls dem Kunsthaus zufließen. "Allerdings", so Langenscheidt, "wollen wir keine Renovierungen oder Ähnliches zahlen. Unser Interesse gilt der Kunst."

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