Airrail-Center "Flughafen-Stadt der neuen Dimension"

Seit Jahren wird um eines der größten Bauprojekte in Deutschland gerungen. Nun ist ein erster Mieter gefunden, und die Finanzierung steht. 660 Millionen Euro soll das neue Center am Frankfurter Flughafen kosten. Im November rücken die ersten Bautrupps an.
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Frankfurter Flughafen: Airrail-Center

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"Das wird Immobiliengeschichte schreiben"

Frankfurt am Main - Nun soll es also soweit sein. Noch in diesem Jahr soll mit dem Bau des "Airrail-Centers" am Frankfurter Flughafen begonnen werden, wie der Flughafenbetreiber Fraport und die Immobiliengruppe IVG bekannt gaben.Für das 660 Millionen teure Projekt sei nun mit der US-Hotelgruppe Hilton der erste große Partner gefunden worden, teilten die Unternehmen mit. Der Bau, immerhin einer der größten deutschen Immobilienprojekte, soll im November beginnen. Geplant ist, das Center auf das Dach des ICE-Bahnhofs am Flughafen aufzusetzen.Bis Ende 2009 soll ein 660 Meter langes, mehrstöckiges Gebäude entstehen, dass an einen Ozeanriesen auf Stelzen erinnern mag. Insgesamt stehen dann 130.000 Quadratmetern zur Verfügung. Darin sollen zwei Hotels, Kongress- und Büroräume sowie Läden und Restaurants Platz finden. Hilton will auf allein 30.000 Quadratmetern neben einem Fünf-Sterne-Luxushotel auch ein preiswerteres Hotel betreiben. Zu den Highlights des neunstöckigen Baus gehören zwei parkähnliche Innenhöfe und ein 15 Meter langer Wasserfall.Fraport-Chef Wilhelm Bender sprach von einem "visionären Projekt", das der Flughafenbetreiber gemeinsam mit dem Immobilieninvestor IVG stemmen wolle. Die Investoren bezeichnen das Airrail-Center als "liegendes Hochhaus". Die ersten 60.000 Quadratmeter mit den beiden Hotels und weiteren Büros sollen Anfang 2009 bezugsfertig sein. Mit weiteren internationalen Unternehmen aus Asien, den USA und Europa werde bereits intensiv verhandelt, sagte IVG-Chef Eckart John von Freyend.Die Planungen für das aufwändige Projekt dauern seit Mitte der 1990er Jahre an. Doch immer wieder tauchten Probleme auf, sodass an der Realisierbarkeit wiederholt Zweifel laut geworden waren. Die Investitionen finanziere IVG allein, zu einem Drittel mit Eigenkapital, erläuterte das Unternehmen. Auch eine Beteiligung von Fondsgesellschaften sei möglich. Anfragen lägen vor. Fraport hält nur 18 Prozent an dem Airrail-Projekt. Das Unternehmen stellt jedoch auch das Grundstück und die Vorleistungen durch das eigens verstärkte Flachdach über dem Bahnhof."Mit dem Airrail-Center entsteht ein Projekt, das in den nächsten Jahren Immobiliengeschichte schreiben wird", sagte von Freyend. Wenn die Baukräne ihre Arbeit nun endlich beginnen könnten, verschwänden bei vielen Interessenten auch die letzten Zweifel. Bender sagte, Ziel sei eine Flughafen-Stadt einer neuen Dimenson. Überraschende WahlDie gesamte Mietfläche soll bis Ende 2009 zur Verfügung stehen. Der Flughafenbetreiber streicht einmalig knapp 70 Millionen Euro Erbpacht für das Grundstück ein. Fraport war erst vor knapp zwei Jahren als Partner eingesprungen, nachdem sich andere Interessenten wieder zurückgezogen hatten. Die Aktien der beiden im MDax notierten Unternehmen legten leicht zu: Fraport um knapp zwei Prozent auf 53,75 Euro, IVG um knapp ein Prozent auf 22,80 Euro.Der Zuschlag für Hilton überraschte die Branche und dürfte den Konkurrenzkampf der Hotels in der Bankenmetropole noch verschärfen. Als Favorit für das Airrail-Center galt eigentlich die kanadische Hotelgruppe Fairmont.Am größten deutschen Flughafen sind bislang die amerikanische Starwood-Tochter Sheraton und die deutsche Steigenberger-Gruppe mit Fünf-Sterne-Hotels vertreten. Hilton betreibe bereits an vielen europäischen Flughäfen Hotels, sagte Ola Ivarsson, Vize-Präsident der Hotelgruppe in Deutschland.reuters, ddp, dpa