Im Baumhotel Was raschelt denn da?

Seit zwei Wochen ist Deutschland um ein besonderes Hotel reicher: Für rund 200 Euro pro Nacht können Gäste zwischen den Blättern großer Robinien im Baumhaus wohnen, Blick auf die Neißewiesen inklusive. Den genießt man am besten vom Balkon aus.

Zentendorf - Gäste mit ausgeprägter Höhenangst bekommen in diesem Hotel vermutlich die ganze Nacht kein Auge zu. Verwinkelte Holzhütten, gut, schön und gemütlich, aber im Freizeitpark "Kulturinsel Einsiedel" nördlich von Görlitz bis zu zehn Meter über dem Erdboden. Im Baumwipfel.

Der Besucher des Hotels steigt über eine hölzerne Treppe in ein wunderliches Idyll auf Stelzen. Zwischen den fünf Hütten der Herberge, die auf dicken Robinienstämmen ruhen, verlaufen schmale Brücken. Alles ist hier aus Holz, es riecht nach Spänen. In der Mitte der Anlage findet sich eine Plattform, auf der sich die Bewohner des Hotels treffen können und wo das Gepäck verstaut wird.

Abenteuerliche Optik, gemütliche Stube: Baumhaushotel nördlich von Görlitz

Abenteuerliche Optik, gemütliche Stube: Baumhaushotel nördlich von Görlitz

Foto: DDP
Über schmale Brücken muss man gehen: Verbindungssteg zwischen Hütte und zentraler Plattform

Über schmale Brücken muss man gehen: Verbindungssteg zwischen Hütte und zentraler Plattform

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Service inklusive: Das Baumhotel ist ein richtiges Hotel

Service inklusive: Das Baumhotel ist ein richtiges Hotel

Foto: DDP
Fertighaus kommt per Kran an seinen Platz: Hütte für das Baumhotel

Fertighaus kommt per Kran an seinen Platz: Hütte für das Baumhotel

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Es soll an nichts fehlen: Dusche, dass Wasser ist allerdings kalt

Es soll an nichts fehlen: Dusche, dass Wasser ist allerdings kalt

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Ausruhen zwischen den Wipfeln: Die Luxusversion hat sogar einen Balkon

Ausruhen zwischen den Wipfeln: Die Luxusversion hat sogar einen Balkon

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Baumhotel: Wohnen in den Wipfeln
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In den Hütten selbst ist dafür nur wenig Platz. Dafür haben einige aber einen Balkon. Und: Für eine kleine Nottoilette reicht der Raum dann doch, falls der Weg zu den WCs am Boden zu weit ist. Elektrisches Licht wird es in den Hütten geben, die Bewohner schlafen in gemütlichen Kojen. Oben kann sogar geduscht werden. Dafür wurde eine kleine Plattform integriert, von der man einen herrlichen Blick über die Neißewiesen hin zur polnischen Grenze hat. Hier wird es allerdings erst mal nur kaltes Wasser geben.

Kindheitstraum für Erwachsene

Geschaffen hat dieses hölzerne Kunstwerk Jürgen Bergmann mit seinen Mitarbeitern. Bergmann ist Chef eines 1990 gegründeten Betriebs, der "künstlerische Holzgestaltung" betreibt. Er baut riesige Fantasiewesen, Spiellandschaften und Baumhäuser, kurz: "große verrückte Sachen aus Holz", wie er selber sagt.

Ein Teil seiner Unikate ist in dem angrenzenden Freizeitpark zu sehen, die seit Anfang der 90er Jahre Stück um Stück neben Bergmanns Betrieb entstand. Mehr als 73.000 Besucher kamen im vergangenen Jahr in diesen riesigen Abenteuerspielplatz an der Grenze zu Polen.

Besuchern, die von weiter her zu dem abseits der Touristenrouten gelegenen Park reisen, will Bergmann eine Übernachtungsmöglichkeit der etwas anderen Art bieten.

Zwischen 160 und 220 Euro kostet eine Hütte pro Nacht. Die Nachfrage ist laut Bergmann, der auf dem Gelände auch ein privates Baumhaus besitzt, sehr groß. Ihn überrascht das nicht. "In einem Baumhaus zu wohnen, ist ein Kindheitstraum, der sich bei vielen bis ins Erwachsenenalter hält."

Von Marc Strehler, dpa

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