America's Cup Sieger ohne Steuermann

Der Rauswurf von Steuermann Russel Coutts beim America's-Cup-Sieger Alinghi schlägt hohe Wellen. Der Neuseeländer, der als einer der besten Segler der Welt gilt, unterstellte Team-Eigentümer Ernesto Bertarelli Vertragsbruch. Unterdessen hat Jochen Schümann, Sportdirektor bei Alinghi, den Weggang des Skippers bedauert.

Hamburg - "Er vereinigt als Mr. America's Cup so viele Kompetenzen in sich, dass er natürlich nicht einfach zu ersetzen ist. Aber wir gehen bereits seit eineinhalb Jahren mit dieser Entscheidung schwanger", sagte der dreifache Olympiasieger Schümann.

Schümann habe erst am Vorabend von der Trennung erfahren und seinen Teamkollegen umgehend eine Mail geschrieben. "Wenn wir jetzt nicht den Kopf verlieren, bleiben wir ein Super-Team." Ob er selbst als Skipper für die Titelverteidigung 2007 in Frage komme, würden "die nächsten zwei Jahre zeigen".

Alinghi, das von dem schweizer Milliardär Ernesto Bertarelli finanziert wird, hatte die Zusammenarbeit mit Coutts gekündigt, weil dieser mehrfach seine Pflichten nicht erfüllt habe. Coutts hatte es zuletzt unter anderem abgelehnt, das Steuer bei der "UBS-Trophy" vor Newport (USA) zu übernehmen.

Segel über Bord: Das erste America's-Cup-Rennen endete für Titelverteidiger Neuseeland als Gau

Segel über Bord: Das erste America's-Cup-Rennen endete für Titelverteidiger Neuseeland als Gau

Foto: AP
Kopf-an-Kopf-Rennen: Die zweite Regatte entschied Alinghi mit nur sieben Sekunden Vorsprung für sich

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Foto: AP / Fotopress
Nichts ist unmöglich: Doch nach der zweiten verlorenen Wettkampf lässt die neuseeländische Crew die Köpfe hängen

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Men at work: Das zweite Rennen verloren die Titelverteidiger mit nur sieben Sekunden Rückstand

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Foto: AP / Fotopress


America's Cup
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Coutts warf seinerseits Bertarelli ebenfalls Vertragsbruch vor. Mit Alinghi habe er klare Vereinbarungen gehabt bezüglich der Organisation der Cup-Verteidigung 2007, teilte Coutts in einer persönlichen Erklärung heute mit, "doch von der Entscheidung über den Austragungsort wurde ich ebenso fern gehalten wie vom Design der teilnehmenden Boote". Coutts wollte die prestigeträchtigste Segel-Trophäe der Welt vor dem portugiesischen Cascais verteidigen. Bertarelli hatte sich jedoch für Valencia entschieden.

Der 42-jährige Coutts, 1984 Olympiasieger im Finn Dinghi und bereits dreimal beim America's Cup erfolgreich, gilt als einer der besten Segler der Welt. Für das Schweizer Team hatte er im vergangenen Jahr erstmals den seit 1851 ausgetragenen Cup nach Europa geholt.

Erste Gerüchte, nach denen der "verlorene Sohn" zu seinem alten Team zurückkehren könnte, verwies "Team New Zealand" ins Reich der Fabeln. "Das ist für uns total irrelevant", erklärte Manager Grant Dalton. Coutts, der in Auckland lebt, hatte sein Heimatland zweimal zum Sieg beim America's Cup geführt, bevor er in die Schweiz gewechselt war. Daraufhin gab es in Neuseeland sogar Morddrohungen gegen den erfolgreichen Steuermann.

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