EM 2004 2:1 - Portugal im Finale

Portugal hat es geschafft: Durch einen 2:1-Sieg über die Niederlande erreichte der Gastgeber das Finale der Fußball-EM. Gegen die Holländer mussten Figo & Co. aber bis zum Schlusspfiff zittern.

Lissabon - Portugal erreichte damit zum ersten Mal überhaupt das Endspiel eines großen Turniers. Cristiano Ronaldo und Maniche trafen für die Portugiesen. Ein Eigentor ihres Abwehrspielers Andrade ließ die Holländer anschließend hoffen - aber vergeblich. Gegner im Endspiel ist am Sonntag der Sieger aus dem zweiten Halbfinale zwischen Tschechien und Griechenland (Donnerstag, 20.45 Uhr, Live-Ticker bei SPIEGEL ONLINE).

Angeführt vom überragenden Kapitän Luis Figo setzten die Portugiesen von Beginn an die Niederländer unter Druck und erspielten sich reihenweise Chancen. Vom Offensivspiel der "Oranjes" war dagegen lange Zeit nicht zu sehen. So hätte die Elf von Portugals brasilianischem Trainer Luiz Felipe Scolari bereits im ersten Durchgang die Vorentscheidung erzielen können.

Im Mittelpunkt stand zunächst Cristiano Ronaldo. Verpasste der 19-Jährige in der 18. Minute nach einer scharfen Flanke von Figo den Ball nur knapp, stand er acht Minuten später parat. Nach einer Ecke von Deco war der Stürmer von Manchester United per Kopf zur Stelle und erzielte seinen zweiten Turnier-Treffer. Zehn Minuten vor dem Halbzeitpfiff hätten die portugiesischen Fans fast erneut jubeln können, doch Pauleta vergab völlig freistehend die Möglichkeit zur Vorentscheidung. In der 41. Minute war es dann Figo, der den Ball aus 18 Metern an den Pfosten setzte.

Den Holländern fehlte es jedoch ab der Strafraumgrenze an der nötigen Konsequenz, um die gut organisierte portugiesische Abwehr zu überwinden. So kam lediglich bei einem Schuss von Marc Overmars (28.) aus nur zehn Metern einmal Gefahr für Portugals Keeper Ricardo auf.

Im zweiten Durchgang spielten die Holländer dann offensiver. Bondscoach Dick Advocaat brachte in der 46. Minute Torjäger Roy Makaay vom deutschen Rekordmeister Bayern München und elf Minuten später Rafael van der Vaart als weitere Offensivakteure ins Spiel.

Die erste Chance der zweiten Hälfte besaßen jedoch die Portugiesen. Pauleta schoss in der 54. Minute dem holländischen Keeper van der Sar freistehend in die Arme. Nur vier Minuten später glaubten sich die Gastgeber bereits im Finale, als Maniche mit einem Traumtor vom linken Strafraumeck das 2:0 erzielte.

Doch inmitten der Feierstimmung war es ausgerechnet ein Portugiese, der die Gäste wieder ins Spiel brachte. Nach einer weiten Flanke in den Strafraum lenkte Abwehrspieler Jorge Andrade den Ball über den sich vergeblich streckenden Ricardo hinweg ins Tor (63.). Danach setzten die Holländer alles auf eine Karte, die Gastgeber blieben aber bis zum Schlusspfiff durch Konter gefährlich.


Portugal - Holland 2:1 (1:0)
1:0 Ronaldo (26.)
2:0 Maniche (56.)
2:1 Andrade (63. Eigentor)
Portugal: Ricardo - Miguel, Carvalho, Andrade, Nuno Valente - Costinha, Maniche (ab 87. Couto), Deco, Figo, Ronaldo (ab 68. Petit) - Pauleta (ab 75. Nuno Gomes)
Niederlande: Van der Sar - Reiziger, Bouma (ab 56. van der Vaart), Stam, Van Bronckhorst - Seedorf, Davids, Cocu - Overmars (ab 46. Makaay), Robben (ab 82. Van Hooijdonk), Van Nistelrooy
Schiedsrichter: Anders Frisk (Schweden)
Gelbe Karten: Nuno Valente, Ronaldo, Figo - Overmars, Robben
Zuschauer: 50.300 im ausverkauften Stadion Alvalade in Lissabon

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.