Winter-Ispo Auf die Bretter, die Damen!

Minusgrade, Eis und Schnee - der Winter zeigt sich in seiner ganzen Pracht. Gut für die Wintersportbranche: Die feiert sich auf der Münchener Fachmesse für Sportartikel und -mode und zeigt spezielle Snowboards für Frauen, Rettungshandys und sich selbst regulierende Skier.
Von Anne Klesse

München - Vom 1. bis 4. Februar stellen auf dem neuen Münchener Messegelände knapp 1700 Aussteller aus aller Welt ihre Produkte auf der Internationalen Fachmesse für Sportartikel und -mode Winter 2004 (Ispo) aus.

Ein "Freudenfest der Innovationen" erwarte er von der 60. Ispo, so Projektgruppenleiter Peter Knoll euphorisch gegenüber manager-magazin.de. "Die Stimmung vorab ist sehr optimistisch." Messechef Manfred Wutzlhofer erhofft sich von den Besuchern reges Interesse an den Trendsportarten Telemark, Langlauf und Skitouring. "Aber auch Freeski und Skicross erfahren eine steigende Popularität", so Wutzlhofer.

Die Winter-Ispo 2004 hat sich das neue Marktsegment "Frau" auf die Fahne geschrieben. Die shoppinglüsterne Dame von heute habe den Sportartikelmarkt für sich entdeckt, befindet Knoll. Doch die Zeiten des reinen trendigen Designs sind vorbei: Statt Fashion bestimmt nun Funktion die feminine Seite der Messe.

Das Indo Board: Entwickelt von Surfveteran Hunter Joslin aus Florida besteht es aus einer robusten PE-Rolle mit einer relativ weichen Oberfläche und einem Holzbrett, an dem sich hinten und vorne zwei Stopper befinden. Das Brett soll sich besonders für "Trockenübungen" zur Gleichgewichtsschulung eignen und dem "echten Surf- oder Snowboard-Erlebnis" sehr nahe kommen.

Das Indo Board: Entwickelt von Surfveteran Hunter Joslin aus Florida besteht es aus einer robusten PE-Rolle mit einer relativ weichen Oberfläche und einem Holzbrett, an dem sich hinten und vorne zwei Stopper befinden. Das Brett soll sich besonders für "Trockenübungen" zur Gleichgewichtsschulung eignen und dem "echten Surf- oder Snowboard-Erlebnis" sehr nahe kommen.

Rettungshandy Vitaphone 1300 von Geo-View: In einem Notfall kann die integrierte Notfalltaste gedrückt werden, um eine Verbindung zum Callcenter herzustellen. Mit Hilfe der GPS-Technologie wird im Callcenter der exakte Standort angezeigt. Zusätzlich kann das Handy die Herzfrequenz aufzeichnen, um Erste-Hilfe-Maßnahmen für Dritte zu erleichtern.

Rettungshandy Vitaphone 1300 von Geo-View: In einem Notfall kann die integrierte Notfalltaste gedrückt werden, um eine Verbindung zum Callcenter herzustellen. Mit Hilfe der GPS-Technologie wird im Callcenter der exakte Standort angezeigt. Zusätzlich kann das Handy die Herzfrequenz aufzeichnen, um Erste-Hilfe-Maßnahmen für Dritte zu erleichtern.

Skier Metron B5 von Atomic: Sieger der European Ski Awards in der Kategorie Hardware. Ein All Mountain Ski, der sich Dank der so genannten Beta 5 Technologie den Schneeverhältnissen und Temperaturänderungen im Laufe des Tages anpassen soll.

Skier Metron B5 von Atomic: Sieger der European Ski Awards in der Kategorie Hardware. Ein All Mountain Ski, der sich Dank der so genannten Beta 5 Technologie den Schneeverhältnissen und Temperaturänderungen im Laufe des Tages anpassen soll.

Bergsteigerschuhe Ice Everest von Kayland, die Sportschuhmarke der italienischen Firma Bittane S.p.A.: Sieger der Ispo Outdoor Awards in der Kategorie Footwear. Der Hochgebirgsschuh war bereits bei der "Everest Speed Expedition" im Einsatz. Er ist speziell für unterschiedliches hochalpines Gelände gemacht, mit integrierten Camp-Steigeisen ausgerüstet und wiegt 750 Gramm.

Bergsteigerschuhe Ice Everest von Kayland, die Sportschuhmarke der italienischen Firma Bittane S.p.A.: Sieger der Ispo Outdoor Awards in der Kategorie Footwear. Der Hochgebirgsschuh war bereits bei der "Everest Speed Expedition" im Einsatz. Er ist speziell für unterschiedliches hochalpines Gelände gemacht, mit integrierten Camp-Steigeisen ausgerüstet und wiegt 750 Gramm.

Felix Magath : Der Teammanager des VfB Stuttgart stellt sich am Sonntag am Bulgarischen Gemeinschaftsstand den Fragen der Besucher

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Foto: DPA
Winterkollektion k/weiss: Die 2000 gegründete österreichische Firma km/a entwirft Streetwear-Fashion. Für ihre Kollektion verwendete Modeschöpferin Katha Harrer einen speziellen Stoff mit dem Namen "Tyvek", der normalerweise für die Konstruktion von Dächern verwendet wird und besonders robust ist.

Winterkollektion k/weiss: Die 2000 gegründete österreichische Firma km/a entwirft Streetwear-Fashion. Für ihre Kollektion verwendete Modeschöpferin Katha Harrer einen speziellen Stoff mit dem Namen "Tyvek", der normalerweise für die Konstruktion von Dächern verwendet wird und besonders robust ist.




Attraktionen der Ispo Winter 2004:
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Technisch speziell an die weibliche Anatomie angepasst seien Produkte wie die "Super Railflex II"-Damenskier von Tyrolia oder das Salomon-Snowboard mit verbesserter Manövrierfähigkeit, heißt es von Ausstellerseite. Auch traditionelle Wintersportmarken wie Burton, Roxy, Chiemsee oder Rip Curl legen sich für ein feminines Ski- und Boarddesign ins Zeug.

Knoll rechnet mit etwa 50.000 Fachbesuchern. "Das wird ein internationaler Mix", erzählt der gebürtige Schwabe, "von Bergisch-Gladbach bis Neuseeland ist alles dabei." Die Messe wartet mit einem bunten Programm auf: Modenschauen, Prominententreffs und eine riesige Indoor-Schneeballschlacht sind geplant. "Spaß und Emotionen" erhofft sich Knoll. Auch Preisverleihungen sollen dazu beitragen.

Handys mit EKG-Messung und teuflische Skischuhe

Zum Sieger der "European Ski Awards" soll unter anderen der Skischuh "Diablo Magnesium Hot Form" von Tecnica SPA gekürt werden. Durch einen speziellen Materialmix mit abgestuften Härten soll der Hightech-Treter für die Abfahrt besonders bequem und praktisch sein. Auch der "Metron B5" von Atomic ist einer der Gewinner, ein so genannter "All Mountain Ski", der sich den Schneeverhältnissen und Temperaturänderungen im Laufe des Tages anpasst.

Für die Jury der "Outdoor Awards" machte die "Warm Zone Ninja Hoody", eine Jackenkonstruktion von Lowe Alpine, die unter der Jacke getragen wird, in der Kategorie Textil die beste Figur. Bei diesem feinen Zwirn trocknet der so genannte "Dry Zone Base Layer" diejenigen Partien schneller, an denen der Körper am meisten Feuchtigkeit produziert. Die "Warm Zone Isolation" wiederum wärmt überall dort vermehrt, wo einem schneller kalt wird.

Das Rettungshandy "Vitaphone 1300", eine Kombination aus GPS-Handy mit Hightech-Shirt zur EKG-Messung vom Oberpfaffenhofener Unternehmen Geo-View gewann einen der "Brand New Awards". Mit Hilfe einer Ortungsfunktion können Helfer Verschüttete oder Verirrte finden. "Die Integration von GPS-Systemen in verschiedene Produkte wie Handys und Uhren wird immer wichtiger", erzählt Wutzlhofer.

Schnee für den Aufschwung

Als weitere Messeneuheit wurde vorab eine Skijacke mit integrierter Elektronik präsentiert. Nach Angaben des Herstellers O'Neill kann man damit über ein integriertes Chipmodul telefonieren und MP3-Musikdateien anhören.

"Die Branche hat schwierige Zeiten hinter sich", so Knoll, "aber dieses Jahr sind alle optimistisch und Schnee haben wir ja auch ohne Ende." Der gute Winter stimuliere die Nachfrage nach Wintersportprodukten, so die Hoffnung der Organisatoren. In diesem Jahr erwartet der Sportfachhandel daher einen leichten Umsatzanstieg. Laut Verbandspräsident Werner Haizmann ist der Umsatz im vergangenen Jahr um eine halbe Milliarde auf sieben Milliarden Euro gesunken. Nun sei ein "leicht verbessertes Konsumverhalten" zu erwarten.

Der Outdoor-Bereich sei eine besonders wichtige Stütze für die Branche, es werde hier für 2004 ein Umsatzplus von 2 bis 3 Prozent erwartet, heißt es aus Expertenkreisen. Obwohl Wandern out ist, sind die verwandten - und zum Teil nur umbenannten - Sportarten "Hiking", "Nordic Walking" und "Trekking" in. Statt Filzhut mit Edelweiß trägt der angesagte Trendsportler in den Bergen klimageschützte Supermützen. "Outdoor" wird im Rahmen der Ispo zum neuen Lebensgefühl erklärt.

Osteuropa - Potenzial für die Sportartikelbranche

Dieses Lebensgefühl kann jede(r) haben: "Vom Kleinkind bis zu den Best Agern können sich alle mit unseren Produkten identifizieren", meint Knoll. Die Aussteller der Ispo stammen aus etwa 50 verschiedenen Ländern.

Hohe Erwartungen hat Knoll besonders an den osteuropäischen Raum, hauptsächlich Polen, Russland und Tschechien. "Ein riesiger neuer Markt", so Knoll, "der besonders für die Ausstellerseite interessant ist."

In der Vergangenheit seien in Osteuropa meist nur die Produktionsstätten angesiedelt gewesen, jetzt positionierten sich osteuropäische Marken wie Hannah oder Alpine Pro aus Tschechien im Bekleidungsbereich. Trotzdem: "Die westlichen Marken sind immer noch tonangebend", meint Knoll.