"Ice World" in Lübeck Adam im Eis-Kostüm

350 Tonnen Eis und 200 Tonnen Schnee brauchten Profi-Skulpteure aus aller Welt, um die 22 Stationen biblischer Geschichte zu schaffen. Entstanden ist eine märchenhafte Welt.

Lübeck - Die Hansestadt Lübeck ist um eine Attraktion reicher. Die "Erschaffung Adams" nach Michelangelo aus glasklarem Eis, Noahs Arche voller Tiere aus Schnee und Lübecks sieben Türme aus Eis als Kulisse für eine im wahrsten Sinne der Wortes coole Bar lassen vergessen, dass die Winter in Norddeutschland eher schmuddelig grau, als knackig kalt sind. In der Ostseestadt ist die "Ice World", Deutschlands erstes Schnee- und Eisskulpturenfestival, eröffnet worden. Sie steht unter dem Motto "Die Bibel".

Beim Betreten des Thermozeltes neben dem Holstentor stockt der Atem. Das liegt an der Innentemperatur von minus zehn Grad, aber auch an dem Anblick. Das Licht bricht sich in Millionen von Schneekristallen und in den Facetten des Eises, das filigran wie Bleikristall wirkt. Mit riesigem technischen und personellen Aufwand ist eine höchst vergängliche Wunderwelt geschaffen worden.

16 Kühlaggregate sorgen dafür, dass die Temperatur immer schön unter null bleibt. "Wir bieten den Besuchern ein ziemlich einmaliges emotionales Erlebnis", sagt Tourismusdirektor Johann W. Wagner. Rund eine Million Euro kostet nach seinen Angaben das Spektakel, er rechnet mit etwa 150.000 Besuchern. "Ich glaube, dass es sich auf jeden Fall rechnen wird, allein schon durch den Imagegewinn für die Stadt", sagt er.

350.000 Kilogramm Eis und 200.000 Kilogramm Schnee haben 35 Künstler aus elf Nationen in den zurück liegenden zwei Wochen verbaut. Eine belgische Firma hat das ganz langsam gefrorene und deshalb glasklare Eis in zwei Meter langen, einem Meter breiten und 60 Zentimeter dicken Blöcken geliefert. Neun solcher Blöcke, nebeneinander und aufeinander gestapelt, waren die Ausgangsbasis für die "Erschaffung der Welt" nach dem Vorbild von Michelangelos berühmtem Gemälde in der Sixtinischen Kapelle.

"Zwei Künstler haben elf Tage lang daran gearbeitet", erzählt Angelique Werner, Pressesprecherin der holländischen Firma Inaxi, die für die künstlerische Umsetzung verantwortlich ist. Insgesamt waren 35 Künstler aus elf Nationen am Werk.

Eva-Maria Mester, DPA