Segeln Match-Race oder Schlammschlacht?

Verschwörungen und Spionage stehen bei den Vorbereitungen zur 31. Auflage des America's Cup vor Neuseeland auf der Agenda. Mittendrin: Oracle und BMW.

Auckland - In der Hafenmetropole hat ein Redakteur des Magazins "National Business Review" (NBR) jetzt eine Intrige enthüllt, die sowohl das Ansehen der Herausforderer "Oracle BMW Racing" (USA) von US-Software-Milliardär Larry Ellison als auch die Glaubwürdigkeit des verteidigenden Teams "New Zealand" (Neuseeland) beschädigen sollte. Inzwischen ermitteln Polizei und die zuständigen Behörden in diesem Fall.

NBR-Journalist Jock Anderson hatte bereits am Mittwoch einen Umschlag mit Angaben über die Verwendung von Spendengelder durch das neuseeländische Team "New Zealand" (TNZ) sowie eine Aufstellung angeblicher Gehälter von TNZ-Mitarbeitern erhalten. Laut dieser Aufstellung verdient ein Mitglied der Landmannschaft rund 20.000 Euro jährlich, Skipper Dean Barker etwa 300.000 Euro im gleichen Zeitraum. TNZ-Syndikatsboss Ross Blackman hat die Zahlen inzwischen als "völlig übertrieben" zurückgewiesen.

Gefälschte Liste

Zu dieser offenbar gefälschten Liste gab es auf einem computerausgedruckten Briefpapier mit dem Namen "Oracle Racing" eine angebliche Nachricht von "Oracle BMW Racing"-Regelberater Tom Ehmann, die folgende Botschaft vermittelte: "Lieber Jock, ich kann Deinen Frust mit der Finanzierung vom Team 'New Zealand' verstehen und habe deshalb eine Liste mit Gehältern geschickt. Die Information über die America's Cup Stiftung ist von großer Bedeutung, weil der Generalstaatsanwalt News Yorks den in der Vergangenheit geschehenen Missbrauch von Spendengeldern durch TNZ zur Zeit prüft. Ein Anruf beim Spendenbüro würde das bestätigen. Grüße, Tom Ehmann."

In einem Telefongespräch, das Reporter Anderson nach Öffnen des Umschlages mit dem aufgebrachten Ehmann in San Diego führte, wurde klar, dass Ehmann nicht der tatsächliche Absender sein konnte. Joanna Ingley, eine Sprecherin für "Oracle BMW Racing", kommentierte die Ereignisse zunächst nur knapp: "Betrügerische Dokumente zu fälschen und weiterzuleiten ist eine sehr ernsthafte Angelegenheit. 'Oracle BMW Racing' hat sich deshalb an die Polizei und die entsprechenden Behörden gewandt, um die Angelegenheit näher zu untersuchen."

Michael Kirsch, Generalmanager Public Affairs für den Münchener Automobilkonzern BMW, fügte hinzu: "Sollte dieser Fall auch das Ansehen BMWs betreffen, würden wir sicher erwägen, unsere Anwälte einzuschalten." Die Herausforder-Regatten vor Auckland zum America's Cup beginnen am 1. Oktober.