Sonntag, 21. Juli 2019

Tipps für Läufer und Hundehalter Laufen mit Hund - ein Ratgeber

Laufen mit Hund: Auf sechs Beinen zum sportlichen Erfolg
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mm-Laufcoach Sonja von Opel erklärt, wie Sie mit tierischer Begleitung noch mehr Spaß am Laufen haben - und wie Ihr Hund dabei auch fit und fröhlich bleibt. Und für Nicht-Hundehalter gibt es praktische Tipps für die Begegnungen mit fremden Hunden.

Wenn wir laufen, haben wir eine Mission. Sprechen tun wir nie darüber, aber wir spüren es beide. Sobald meine Uhr am Handgelenk piepst, sind wir zusammen im Modus und dann laufen wir so lange, bis die Mission erfüllt ist. Oft wartet danach erst das Frühstück zuhause und vielleicht geht es ja einfach nur darum: Essen erlaufen. Jagen. Erst die Arbeit, dann das Futter. Er hat das verstanden, ich habe das verstanden und wir beide lieben, was wir da tun.

Sonja von Opel
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    Michael Reusse
    Sonja von Opel ist Laufexpertin und Lebensläuferin. Mit einer Marathonbestzeit von 2:52h und als erfolgreiche Ultraläuferin gibt sie ihr Wissen und ihre Liebe zum Laufen in Laufcamps, Vorträgen, Büchern und vor allem als Online-Coach von über 100 Athleten pro Saison mit großer Begeisterung weiter. Als Geschäftsführerin der "Sonja von Opel Sports GmbH" bewegt sie nicht nur ihre Athleten vom Schreibtisch aus, sondern veranstaltet das ganze Jahr hindurch Laufreisen, Trainingscamps und Sportevents:

    www.opelrunningteam.com

Manche Mission war episch. Der Lauf unter vier Stunden von Garmisch bis auf die Zugspitze. Oben musste ich klettern und er war auf sich alleine gestellt. Aber wir kamen beide oben an und haben schweigend den Triumph genossen. Kein großes Gelaber, keine Fotos, aber große Gefühle zwischen zwei Wesen. Genauso wie bei der Umrundung des Ammersees. 43 langweilige Kilometer im Flachen. Manchmal habe ich das Tempo vorgegeben, manchmal hat er mich gezogen. Im Supermarkt bei der Hälfte habe ich mir eine Schorle und ihm eine Dose Hundefutter gekauft. Er hätte mich niemals im Stich gelassen, obwohl ihm bestimmt die Pfoten brannten. Ich bin die Chefin. Chefin läuft. Hund läuft mit. So ist das bei uns und ich wünschte, er würde niemals alt werden.

Der Hund als Laufbegleiter

Wer noch keinen Hund hat, aber ernsthaft damit liebäugelt, sich einen tierischen Trainingspartner anzuschaffen, der sollte einige Dinge beachten. Es gibt lauffreudige Hunde und Hunde, die sich schwertun, längere Strecken am Stück in einem Tempo zu laufen. Manche Hunderassen können sehr schnell laufen, aber brauchen immer wieder Pausen dazwischen. Andere lieben es, lange und kontinuierlich neben Herrchen oder Frauchen her zutraben.

Große Hunderassen tun sich grundsätzlich leichter mit dem Laufen als kleine Schoßhündchen. Aber es gibt auch kleine Hunde mit großem Laufvermögen wie den Jack Russell Terrier oder den Beagle, der dafür bekannt ist, bei der britischen Fuchsjagd viele Kilometer in hohem Tempo zurückzulegen. Und nicht jeder große Hund läuft gerne. Bernhardiner mögen ausdauernd sein, aber ihre Geschwindigkeit wählen sie gerne im niedrigen Bereich.

Leichtes Spiel hat der Läufer, der seinen Hund vom Welpen-Alter an besitzt. Zwar dürfen Welpen im ersten Lebensjahr noch keine großen Strecken zurücklegen, aber man kann sie nach sechs Monaten schon mal an das Laufen heranführen. Pro Lebensmonat kann ein Hund bedenkenlos fünf Minuten mitlaufen. Ist der junge Hund also ein halbes Jahr alt, kann er den langsamen 30-Minuten-Lauf begleiten und lernt so von Anfang an, was der Rudelführer mit ihm vorhat. Ganz wichtig ist, dass der Hund sich an Regeln hält. Er muss bei Fuß gehen können und wenn er an der Leine mitgeführt wird, sollte die Leine locker zwischen Hund und Läufer durchhängen, ohne dass einer den anderen zieht.

Der Hund muss verstehen, dass das Laufen kein Spaziergang zum Schnuppern ist, sondern Arbeit. Es gilt, Herrchen oder Frauchen zu begleiten, und nicht, andere Hunde zu begrüßen oder jede markierte Stelle ab zu schnüffeln und ebenfalls zu markieren. Einem jungen Hund ist das leichter beizubringen als einem Hund, der es jahrelang gewohnt war, dass sich draußen alles um ihn und seine Bedürfnisse dreht. Fairerweise muss natürlich angemerkt werden, dass damit das klassische Gassigehen zu kurz kommt. Und wer sein Tier liebt, der gönnt ihm im Anschluss an den Lauf auch noch seine zehn Minuten "Zeitunglesen", in denen er schnüffeln und markieren kann, wie es ihm sein Instinkt gebietet.

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