Samstag, 21. September 2019

Test-Runden mit dem Mini-Faltrad Kwiggle Klappt bestens!

Testfahrt mit dem Mini-Klapprad Kwiggle: So fährt sich der Prototyp des 8-Kilo-Klapprads
BASIL-Fotografie / Sabine Sellnau

2. Teil: Bis zu 30 km/h Speed sind drinnen - eine Gangschaltung noch in Entwicklung

Da anders als bei herkömmlichen Rädern hier der ganze Körper mitfedert, müssten sich auch Bordsteinkanten gut bewältigen lassen. Probiert habe ich das allerdings nicht. Denn das Hamburger Schmuddelwetter machte am Testtag längere Ausfahrten zu keiner echten Option.

Und dank der Stehposition fällt auch die Balance sehr leicht. Ein Nebeneffekt: Mit dem Kwiggle kann ich problemlos auch langsames Schrittempo fahren, ohne zu wackeln anzufangen. Für Fußgängerzonen wäre das ideal.

Doch das Rad lässt sich auch mit deutlich mehr Tempo bewegen. Knapp 30 km/h Spitzengeschwindigkeit sind mit der von Bettin entwickelten Kettenübersetzung für die kleinen Räder möglich. Die hat er ebenso patentieren lassen wie seine Klappverschlüsse, die ohne Festschrauben auskommen oder etwa das Produktionsverfahren.

Insgesamt acht Patente hat Bettin für das Rad angemeldet, das Kwiggle ist also auch ein fahrender Ausweis deutscher Ingenieurskunst. Mit vier, fünf Handgriffen lässt sich das Rad auf die Größe eines Fluggepäckkoffers zusammenfalten, weniger als 20 Sekunden benötigt Bettin dafür. Und dank zweier geschickt angebrachter kleiner Rollen lässt sich das Kwiggle auch ebenso wie ein Rollkoffer hinterherziehen.

Kwiggle ließe sich auch unter dem Büro-Schreibtisch verstauen

Ein paar Details will Bettin noch verbessern, bevor das Rad in Serie geht. Er plant etwa einen Gepäckträger, der Radtaschen mit Ortlieb-Tragesystem aufnehmen kann. Zudem will Bettin seinem Kwiggle auch eine Gangschaltung mit drei und später sechs Gängen verpassen.

Zwar ist der Erfinder mit seinem Rad auch schon mal 40 oder 50 Kilometer am Stück gefahren. Doch der Sattel hat eher stützende als tatsächlich entlastende Wirkung. Bettin sieht sein Rad deshalb als ideales Pendlerwerkzeug für überfüllte Metropolen. Gerade in Asien, so meint er, könnten Menschen mit seinem Rad von S-Bahn-Stationen zu ihren Nahzielen fahren und ihr Rad dann zusammengeklappt ins Büro oder in die Wohnung mitnehmen.

Ob wohlhabendere Mittelschichtangehörige dann 1500 Euro für ein solches Rad ausgeben, muss sich zeigen. Bettin hat ambitionierte Ziele für sein Rad: Um die 50.000 Stück möchte er in den kommenden Jahren davon verkaufen.


Hinweis: Wer zu den Pionieren gehören will, kann via Kickstarter noch bis zum 20. Januar 2017 eines der ersten Kwiggle-Bikes ordern. Detailinformationen finden Sie hier.

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