Donnerstag, 19. September 2019

Rennrad-Test Specialized Awol Evo Das Roll-Kommando

Specialized Awol: Rollkommando in Bildern
Specialized

Rollen als Paradedisziplin? Jawoll, beim Awol. Das ist ein Rad aus dem Hause Specialized und wie gemacht für die lange Strecke. Fürs Rollen eben, wie der Test zeigt. Beispielsweise eine Fahrt über die Dörfer im Norden von Hamburg. Auf geht's - raus aus dem Sattel und in die Pedale getreten. Kurbeln, kurbeln, kurbeln.

Awol steht übrigens für "Absent Without Official Leave", eine Art "ich-bin-dann-mal-weg" auf zwei Rädern. Im Militär-Jargon spräche man wohl von Fahnenflucht. Aber genau dieses Element der Rebellion ist es wohl, das Specialized bei der Idee im Hinterkopf hatte. Ein Rad, um einfach mal loszufahren. Über ein Wochenende, mit Gepäck. Oder über staubige Dorfstraßen.

Kurz nach der Bike-Präsentation im Jahr 2013 erzählte Recep Yesil, einer der beiden Konstrukteure: "Das Fahrrad, ich habe extra noch mal im Lastenheft nachgeschaut, soll Sie von Montags bis Freitags zum Büro tragen und am Wochenende in die Natur." Eine eierlegende Wollmilchsau also. Oder eben Awol.

Ein bisschen passt das Rahmenmaterial da ins Bild. Statt aus Aluminium oder Carbon ist das Rad aus dem Werkstoffklassiker Stahl gebaut. Sogar die Schutzbleche sind aus Metall - was auf Schotterstrecken ein hübsches Prasseln erzeugt. Licht, Scheibenbremsen und Gepäckträger vorn und hinten vervollständigen das Hillbilly-Bild.

Unter anderem wegen dieses Extragewichts ist das Rotgerahmte kein nervöses Rennpferd, das sofort losprescht und den Radler zur asketisch-strengen Büßerhaltung über den Rennlenker zwingt, zu einer harten Hand. Eher ist es ein entspannter Dauerläufer. Experten sehen das bereits am Rahmenschnitt, Laien merken es bei der Fahrt. Denn es läuft, läuft und läuft. Der Rennlenker ist unten etwas ausgestellt, der Stahl federt, die Reifen mit dem Format 42 Millimeter ebenso. Und dazu die schlanke und damit etwas federnde Sattelstütze, genau das richtige für die Straßen nördlich von Hamburg, Kurs Kayhude. Hier eine Querrille, da ein kleines Schlagloch. Doch im Sattel herrscht Ruhe. Zumindest vergleichbare Ruhe.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung