Mittwoch, 19. Juni 2019

Großraumbüros Wo Mitarbeiter am häufigsten krank werden

Risikofaktor Großraum: Ein Arbeitsplatz im Ballungsraum macht eher krank als ein Einzelbüro

Je größer, desto kränker: Eine neue Studie aus Schweden untersucht den Zusammenhang von Bürogröße und Krankenstand. Entscheidend ist nicht nur, wie viele Leute im Büro sitzen - sondern auch, ob es Männer oder Frauen sind und ob sie feste Plätze haben.

Hamburg - Risikofaktor Büro-Ballungsraum: Eine im Fachjournal "Ergonomics" veröffentlichte Studie schwedischer Wissenschaftler hat den Zusammenhang zwischen Krankenstand und Bürogröße ermittelt, wie die Schweizer Zeitung "Der Bund" schreibt.

Alarmierend: Im Schnitt gibt es in Großraumbüros fast doppelt so viele Fehlzeiten wie in kleineren Einheiten. Ausgewertet wurden die Fehlzeiten von rund 2000 Arbeitnehmern; die Universität Stockholm führt diese Untersuchung alle zwei Jahre durch, mit denselben Arbeitnehmern, um auch Langzeiteffekte zu erfassen.

Geschlechtsspezifisch fällt auf, dass Männer besonders darunter leiden, wenn sie keinen festen Arbeitsplatz haben, sich also immer wieder einen neuen Schreibtisch suchen müssen: Dann werden sie mehr als doppelt so oft krank.

Frauen ist es offenbar nicht so wichtig, ein eigenes Revier zu haben. Und Männer werden in Zweier- oder Dreierbüros sogar seltener krank als ganz allein - auch der Dienst im Großraumbüro macht ihnen signifikant weniger zu schaffen als Frauen. Allerdings wurde in der Studie nicht untersucht, wie zufrieden die Arbeitnehmer selbst mit ihrer Situation sind - und warum sie in Großraumbüros öfter krank werden.

Die Studienautoren finden aber mehrere mögliche Erklärungen: Etwa, dass sich Krankheitserreger im Großraum eher verbreiten - und vielleicht sogar erkältete Mitarbeiter lieber daheim bleiben, um niemanden anzustecken. Oder aber trotzdem kommen, um die Kollegen zu entlasten, und ungewollt als Virenschleudern den Krankenstand steigern. Auch der höhere Geräuschpegel in den Büros könne der Gesundheit abträglich sein.

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