Dienstag, 20. August 2019

So geht Meditation Wie man in wenigen Minuten total entspannt

Gesunde Rituale: So erhalten sich Manager ihre Gesundheit - oder gefährden sie
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Meditieren ist kein ominöses Esoterikspielchen. Es hilft, mit Stress besser umzugehen und sich selbst bewusster wahrzunehmen. Dafür braucht es nicht viel: Man muss nur regelmäßig üben und am Anfang etwas Geduld haben.

Auf dem Boden hocken, die Beine kunstvoll ineinander verschlungen, Augen geschlossen, Ooooom murmeln und alle Gedanken verbannen. So stellen sich viele Menschen Meditation vor. Das stimmt aber nicht ganz. ""Wir atmen uns ruhig" ist es nicht", sagt Maren Schneider, Meditations-Lehrerin und Buchautorin in Düsseldorf. Auch gehe es nicht darum, mit dem Denken aufzuhören. Meditare, so Schneider, bedeute übersetzt "nachsinnen", im Tibetischen auch "sich mit etwas vertraut machen". Tatsächlich macht man sich vertraut damit, wie der Geist auf Geschehnisse und Erlebnisse reagiert.

Ein Beispiel: Man hört jemanden vom Urlaub reden oder sieht ein Bild von Meer und Strand. Dies löst etwas in einem aus. Wer viel arbeiten muss und sich keine Auszeit nehmen kann, denkt: Da kann ich nicht hin. Immer muss ich arbeiten, stark sein. Ich habe kein Geld für eine Auszeit. "Man steckt mitten drin in der Diskrepanz zwischen dem, was ist und dem, was man haben möchte", erklärt Schneider. Das Problem ist, dass diese Diskrepanz, die Gedanken und Bilder Stress auslösen.

Mit Hilfe von Meditation kann man lernen, solche Stressbilder und Gedankenspiralen zu erkennen und die Aufmerksamkeit auf etwas Neutrales zu lenken. "So verschwindet das Stressbild, denn man beschäftigt sich mit etwas anderem", erklärt Schneider.

Auch in Bewegung kann man meditieren

Das kann der Atem sein, ein Mantra, ein "Ooommm" oder eine Bewegung. "Es gibt verschiedene Formen der Meditation", sagt Wolfgang Pfeifer, Besitzer und Meditationstrainer der Pension "Aufatmen" im österreichischen Tirol. "Für Einsteiger ist eine Bewegungsmeditation eine gute Sache." Dabei geht es darum, eine bestimmte Abfolge von Bewegungen zu lernen, so dass sich die Gedanken auf den Rhythmus fokussieren.

"Man gibt den Gedanken damit einen Anker", sagt Pfeifer. Dieser Anker kann auch der Atem sein. So setzt man sich auf einen Stuhl mit gerader Haltung, aber entspannt, Füße auf den Boden, Hände auf die Oberschenkel. Die Augen müssen nicht geschlossen sein. Wo ist der Atem gerade gut fühlbar? In der Nase, im Rachen, im Brustkorb? "Man bleibt an dem Punkt, wo man es schön findet, den Atem zu spüren", sagt Schneider.

Ausbrechen aus negativen Gedankenspiralen: Meditation hilft, zur Ruhe zu kommen
Monique Wüstenhagen/tmn
Ausbrechen aus negativen Gedankenspiralen: Meditation hilft, zur Ruhe zu kommen
Hier fühlt man den Atem nun ganz bewusst. "Man kann auch die Hand auf den Unterbauch legen und spüren, wie sich der Bauch beim Einatmen hebt", erklärt Pfeifer, der als Alternative zum Sitzen Liegen nicht schlecht findet. "Dieses bewusste Spüren mache ich ein bis drei Atemzüge lang, dann folgt eine kurze Pause", sagt Schneider. Der Geist wehrt sich gegen die Nichtbeachtung und schiebt immer wieder Bilder und Gedanken in den Kopf: Der Chef, mit dem man nächste Woche eine Gehaltsverhandlung hat. Der Partner, der nicht zugehört hat. Wir sind in der Vergangenheit oder in der Zukunft, nur nicht im Hier und Jetzt.

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