Montag, 26. August 2019

Richtig trainieren Warum Läufer durch Yoga besser werden

Yoga für Läufer: Sieben Übungen für ein rundes Programm
imago images/Westend61

Yoga und Laufen haben so gar nichts gemein. Und genau deshalb ergänzt sich beides ideal. Yoga kann uns zu besseren Läuferinnen und Läufern machen. Durch Yoga können wir athletischer werden und Dysbalancen minimieren. Yoga kann die Regeneration verkürzen und damit dafür sorgen, dass wir schneller wieder loslaufen können. Yoga kann einen Beitrag liefern uns zu entspannen, körperlich wie mental. Und Yoga ist mit all diesen Effekten die ideale Lösung, wenn uns Läufern das Wetter mal einen Strich durch den Trainingsplan macht und wir nach einer optimalen Indoor-Alternative suchen. Yogamatte statt Laufband. Genau deshalb praktiziere ich Yoga seit mittlerweile fast 15 Jahren.

Andreas Butz
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    Andreas Butz ist einer der gefragtesten Laufexperten in Deutschland. Der gelernte Banker, über 140-fache Marathonläufer und Gründer der Laufcampus Akademie trainiert und motiviert mit seinem Trainerteam Menschen und Unternehmen. Sein Credo: "Laufen ist der kürzeste Weg zu allem, was Menschen erfolgreich macht¿. Er hat zahlreiche Laufbücher geschrieben. 2015 erschien "Schwitzen für Erfolg - In Laufschuhen Karriere machen". Fragen zu diesem Text beantwortet Andreas Butz gerne bis zum 10. August persönlich und kurzfristig direkt auf seiner Facebook-Seite.
    www.andreasbutz.com
    www.laufcampus.com

Warum ist gerade Yoga für Laufsportler so wertvoll? Und wie kann man Yoga am einfachsten in den (sportlichen) Alltag integrieren?

Man versuche nur mal mit nach vorn gekrümmtem Oberkörper große Schritte zu machen. Geht nicht. Bitte lesen Sie hierüber nicht einfach hinweg. Nehmen Sie sich diesen Selbstversuch für Ihre kommende Laufeinheit wirklich einmal vor. Laufen Sie normal los und beugen Sie sich dann leicht nach vorne. Versuchen Sie wahlweise einen raumgreifenden Schritt oder eine hohe Schrittfrequenz. Beides ist maßgeblich für Ihre Performance als Läufer.

Was liegt da näher als die Stabilität zu trainieren, um künftig auch längere Laufstrecken kraftvoll, aufrecht und mit stabilem Rumpf laufen zu können? Mit athletischen Yogaübungen (Hatha Vinyasa) gelingt dies wunderbar. Doch nicht nur das. Auch die Laufökonomie kann profitieren, wenn sich der Laufstil verbessert.

Wenn man an die Verbesserung des Laufstils denkt, dann vielleicht in erster Linie an das Lauf-ABC. Lauf ABC-Übungen sind übertriebene Sprungübungen und sorgen dafür dass der Laufsprung ein athletischerer und besserer wird. Zum Beispiel, dass wir vom Abdruck- und Aufsetzverhalten her laufen wie wir springen, über den Mittelfuß. Also auf dem Ballen aufkommend und mit der gesamten Fußfläche entlastend und umgekehrt kraftvoll wieder weiterspringend.

Auch die Beweglichkeit wird beim Lauf-ABC geschult, doch gelingt dies mit Yoga vielleicht noch einfacher. Denn Yoga-Übungen kräftigen nicht nur, sie sorgen auch für eine bessere Flexibilität. Der Gedanke "ich bin nicht beweglich genug für Yoga" ist daher komplett falsch. Yoga macht mit der Zeit beweglicher, wenn man auch hier mit Wiederholungen und Regelmäßigkeit Ausdauer beweist.

Aber warum das Ganze? Man stelle sich einfach nur mal vor. Ein Läufer rennt ein 10.000-Meter-Rennen in stolzen 50 Minuten. Dies mit einer Schrittfrequenz von 180 Schritten pro Minute, was 9.000 Schritte mit durchschnittlich 1,11 Meter Länge entspricht. Wenn dieser Läufer seine Schrittlänge, durch eine verbesserte Athletik und größere Beweglichkeit um nur zwei Zentimeter verbessern würde, dann wäre er etwa eine Minute schneller im Ziel. Yoga kann daher genau der fehlende Mosaikstein im Training einen Läufers sein, die persönliche Schallmauer künftig zu durchbrechen.

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